26. Februar 2026 | Verpackungsgesetz
36 Milliarden Einweg-Becher und -Essensboxen pro Jahr: Deutsche Umwelthilfe fordert finanzielle
Förderung von Mehrwegalternativen im Verpackungsgesetz
Berlin: Neue Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA) belegen das Ausmaß der Einweg-Plastikflut in Deutschland: So wurden im Jahr 2022 mehr als 8 Milliarden Einweg-Becher und 28 Milliarden
Einweg-Essensboxen verbraucht, die ganz oder teilweise aus Plastik bestehen. Damit liegt Deutschland im EU-Vergleich auf Platz zwei hinter Rumänien. Frühere Studien und Berechnungen gingen lediglich
von rund 10 Milliarden jährlich verbrauchten Einweg-Bechern und -Boxen im Takeaway-Bereich aus. Die neuen Zahlen berücksichtigen nun auch Plastikbecher und -boxen aus Supermärkten, etwa für
Trinkjoghurt oder vorverpackte Salate. Damit die Einweg-Müllmengen kleiner werden, fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine wirksame finanzielle Förderung von Mehrwegalternativen im
Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz.
Dazu Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: „36 Milliarden Einweg-Becher und -Essensboxen pro Jahr – das sind 396.000 Tonnen Verpackungsmüll, schwerer als der Kölner
Dom. Diese schockierenden Zahlen zeigen, wie dringend notwendig Mehrwegalternativen sind. Neben Mehrweglösungen für Take-Away-Verpackungen gibt es inzwischen auch Mehrwegsysteme für vorverpackte
Salate, Desserts oder Snacks im Supermarkt. Hierzu braucht es allerdings eine wirksame finanzielle Förderung, denn insbesondere beim Aufbau und der Skalierung von neuen Mehrwegsystemen sind die
Anfangsinvestitionen hoch. Deshalb ist es umso bedauerlicher, dass Umweltminister Carsten Schneider zwar innovative Mehrwegsysteme wie Sykell oder memo mit dem Blauen Engel auszeichnet, aber die
dringend benötigte finanzielle Förderung im Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz nicht durchsetzen konnte. Statt verpflichtenden fünf Euro je Tonne Einweg-Verpackungen für die Förderung von
Mehrweg will die Bundesregierung nun auf freiwillige Beiträge der Einweg-Industrie in nicht festgelegter Höhe setzen. Weil das Verpackungsgesetz in Kürze dem Bundestag zur Zustimmung vorgelegt
werden soll, fordern wir alle Abgeordneten dazu auf, sich für einen wirksamen Finanzierungsmechanismus zur Mehrwegförderung einzusetzen.“
Quelle: Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH)
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