18. Februar 2026
EU-Kommission eröffnet Verfahren gegen Shein
Deutsche Umwelthilfe fordert Fast-Fashion-Konzerne für umwelt- und klimaschädliche Geschäftspraktiken finanziell in die Pflicht
zu nehmen
Berlin: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt das von der Europäischen Kommission einge-leitete Verfahren gegen den Ultra-Fast-Fashion-Konzern Shein als überfälligen Schritt gegen mutmaßlich
illegale und verbrauchergefährdende Praktiken.
Erst vor kurzem konnte die DUH einen ersten rechtlichen Erfolg gegen irreführende Klima-werbung von Shein erzielen. Um Online-Plattformen
endlich verbindlich für die Umweltfolgen ihres Geschäftsmodells in die Verantwortung zu nehmen, muss Umweltminister Schneider sie bei der Einführung der Erweiterten Herstellerverantwortung für
Textilien lückenlos einbeziehen und Sanktionen festschreiben. Ultra-Fast-Fashion auf Kosten von Umwelt und Menschen darf sich nicht länger lohnen, so die DUH.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH:
„Wir begrüßen ausdrücklich das Vorgehen der EU-Kommission gegen Shein. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass eine milliardenschwere Online-Plattform mutmaßlich systematisch gegen europäisches
Recht verstößt – auf Kosten von Umwelt und Verbraucherinnen und Verbrau-chern. Wir konnten durch unseren Rechtserfolg bereits zeigen, dass Shein Verbraucherinnen und Verbraucher mit
unglaubwürdigen Klimaversprechen täuscht. Weitere Verfahren haben wir bereits eingeleitet. Das EU-Verfahren ist eine Warnung an Umweltminister Schneider: Er muss bei der Einführung der Erweiterten
Herstellerverantwortung für Textilien penibel darauf achten, dass auch ausländische Online-Plattformen zu Umweltvorgaben verpflichtet sind und gegebenenfalls sanktioniert werden können. Er hat
jetzt die Chance, dem Klimakiller-Geschäftsmodell ‚Ultra-Fast-Fashion‘ einen Riegel vorzuschieben und die Konzerne für massenhaft kurzlebige Wegwerfmode mehr bezahlen zu lassen. Nur so kann ein
echter Systemwandel hin zu langlebiger, reparierbarer und wiederverwendbarer Mode gelingen.“
Hintergrund: Die DUH konnte im Januar 2026 als erste deutsche Umwelt- und Verbraucher-schutzorganisation einen rechtlichen Erfolg gegen den Ultra-Fast-Fashion-Konzern Shein erzielen
und Greenwashing-Werbung von Shein stoppen. Der Konzern hatte nicht ausreichend Informationen bereitgestellt, wie er trotz massiv steigender Klima-Emissionen von 23 Prozent innerhalb eines Jahres
dennoch bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen werde. Zudem hat die DUH weitere rechtliche Schritte gegen den Shein-Betreiber Infinite Styles Services Co. Ltd. eingeleitet. Es geht dabei um
verbrauchertäuschende Werbeversprechen für verschiedene Produkte, die als „lokal”, „umweltfreundlich” und „100 % natürlich” beworben werden.
Quelle: DUH
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