01. April 2026 | Forschungsprojekt
Totholz unter Trockenstress: Neues Wald-Experiment startet
Im Rahmen der renommierten Biodiversitäts-Exploratorien startet ein Forschungsprojekt im
Nationalpark Hainich. In den kommenden Wochen werden dafür Standorte im Nationalpark
eingerichtet. Im Fokus steht vor allem die Untersuchung des Totholzes. Forschende werden
analysieren, wie sich die Beziehungen zwischen Totholz, Boden und Waldbäumen verändern, wenn Temperatur und Niederschlag schwanken oder Wälder unterschiedlich stark bewirtschaftet
werden.
Das Besondere am Vorhaben ist, dass Experimente an verschiedenen Standorten entlang von
Klimazonen und Landnutzungsformen wiederholt durchgeführt werden. Neben den Standorten im
Nationalpark Hainich werden dafür weitere Flächen in den Regionen Hainich-Dün, Schorfheide-
Chorin sowie der Schwäbischen Alb vorbereitet. Ein zentrales Element ist ein
Niederschlagsexperiment, bei dem Regen künstlich verringert oder unverändert bleibt. So können die Auswirkungen von Trockenheit, Bodenkontakt und Waldstruktur auf die biologische Vielfalt und
Zersetzungsprozesse von Totholz untersucht werden.
„Die Forschungsarbeiten an diesen verschiedenen Standorten sind ein weltweit einzigartiger Ansatz, um zu verstehen, wie sich Wälder unter
dem Einfluss des Klimawandels und der Landnutzung verändern“, erklärt Prof. Sebastian Seibold, Projektleiter und Forscher in den Biodiversitäts-Exploratorien. Und weiter: „Weil es
wichtig ist, Lebensräume auch in weitgehend ungestörter Natur zu erforschen, sind die Standorte im Nationalpark eine unverzichtbare Grundlage für das Forschungsvorhaben.“
Für 2026 ist die Aufstellung einer Schautafel an der Triftchaussee geplant, die Interessierte über das Projekt und die Forschungsarbeit
informieren wird. Um die naturbelassenden Prozesse nicht zu stören, werden Besuchende gebeten, die ausgewiesenen Wanderwege nicht zu verlassen und
Abstand zu den Versuchsflächen zu halten.
Über die Biodiversitäts-Exploratorien/Hintergrund:
Die Biodiversitäts-Exploratorien sind ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziertes
Verbundprojekt, welches die Region seit fast 20 Jahren wissenschaftlich begleiten. Der Hainich-Dün ist eine von drei Untersuchungsregionen, neben der Schwäbischen Alb und der Schorfheide-Chorin. Ziel
der Forschung ist es, besser zu verstehen, wie Landnutzung, Artenvielfalt, Ökosystemprozesse und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verknüpft sind.
Quelle: Nationalpark Hainich
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