27. Februar 2026 | Umweltgifte
Mehr als 60.000 Menschen fordern EU-Bleiverbot
NABU-Vogelschutzexpertin Ute Eggers: Blei ist eines der schädlichsten Umweltgifte / Bleifreie Alternativen in Munition und Angelgeräten sind verfügbar
Berlin/Brüssel. Mehr als 60.000 Menschen in Europa, davon über 11.000 aus Deutschland, fordern ein konsequentes Ende der Bleivergiftung in der Umwelt. Mit der Petition #BanLeadNow rufen sie die politischen Entscheidungsträger*innen der Europäischen Union dazu auf, die Verwendung von bleihaltiger Munition sowie von Bleigewichten in der Fischerei wirksam zu beschränken. Der NABU begrüßt die breite gesellschaftliche Unterstützung und appelliert an die Bundesregierung, sich auf EU-Ebene aktiv für das vorgeschlagene Verbot einzusetzen.
„Blei tötet lautlos und oft unbemerkt. Jedes Jahr sterben unzählige Vögel und andere Wildtiere an vermeidbaren Vergiftungen, und auch wir Menschen kommen zu Schaden. Die große Unterstützung für die Petition zeigt deutlich: Die Bürger*innen erwarten von der EU endlich konsequente Maßnahmen gegen diese Umweltgifte“, sagt NABU-Vogelschutzexpertin Ute Eggers. „Bleifreie Alternativen sind verfügbar und praxiserprobt. Jetzt kommt es darauf an, dass die Politik die längst überfällige Umstellung verbindlich anordnet.“
Blei gehört zu den giftigsten Schwermetallen und gelangt vermeidbarerweise auch durch Jagdmunition und Angelzubehör in die Umwelt. Wasservögel nehmen freigesetzte Bleiverbindungen aus verloren gegangenen Angelgewichten auf, während Greifvögel Bleipartikel häufig über mit Büchsenmunition erlegtes Wild beziehungsweise zurückgelassene Aufbrüche mit der Nahrung aufnehmen. Dies kann bereits in kleinsten Mengen zu schweren Vergiftungen oder zu einem qualvollen Tod führen. Bleirückstände in geschossenem Wild stellen beim Verzehr des Fleisches auch ein Gesundheitsrisiko für Menschen dar. Schätzungen von BirdLife International zufolge sterben in Europa jedes Jahr hunderttausende Vögel, v. a. Greif- und Wasservögel, an Bleivergiftungen.
Die Europäische Union arbeitet derzeit an einer umfassenden Regulierung im Rahmen der Chemikalienverordnung REACH. Nach einem bereits beschlossenen Verbot von Bleischrot in Feuchtgebieten soll nun eine weitergehende Beschränkung von Blei in Jagdmunition und Angelgewichten folgen. Der Vorschlag der Europäischen Kommission bildet dabei die Grundlage für anschließende Beratungen und Abstimmungen durch Mitgliedstaaten und Europäisches Parlament. Naturschutzorganisationen fordern seit Jahren eine umfassende Regelung, um bestehende Schlupflöcher zu schließen und die Einträge von Blei in Ökosysteme wirksam zu reduzieren.
Quelle: NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
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