27. November 2025
Obstbaumpflege in Lohrhaupten
Flörsbachtal. Die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA e.V.) gibt bekannt, dass von November bis Dezember die Obstbaumallee entlang ihres Projektgebietes in der Lohrbachaue geschnitten wird.
Dazu beauftragte die Naturschutzorganisation bereits im vergangenen Jahr einen zertifizierten Landschaftsobstbauern aus Gelnhausen, der drei Jahre in Folge die Sanierungs- und Erhaltungs-schnitte durchführt. Dabei werden auch die Wassertriebe an den Baumscheiben sowie abgestor-bene, kranke und sich kreuzende Äste entfernt. Notwendig geworden war die Pflegemaßnahme, da die Bäume mehrere Jahre sich selbst überlassen waren.
„Um ein ausgewogenes Verhältnis von Kronendach und Wurzelwerk und langfristig ein stabiles Kronengerüst zu erreichen, müssen nicht gepflegte Altbäume dreimal hintereinander geschnitten werden. Bei 30 Obstbäumen kann das pro Saison schon mal eine Arbeitszeit von 10 Tagen oder mehr bedeuten.“ informiert GNA Biologin Susanne Hufmann.
Verlust eines wertvollen Lebensraumes. Trotz intensiver Bemühungen ist bundesweit seit Jahrzehnten ein dramatischer Rückgang der Streuobstbestände zu beobachten. Gründe sind die Überalterung, eine fehlende Bewirtschaftung und die ausbleibende Pflege. Viele Streuobstbe-stände wurden aber auch für Wohngebiete, Gewerbegebiete und den Straßenbau gerodet. Dabei übersah man lange, dass Streuobst wertvolle und schützenswerte Biotope darstellen, die viele Vogelarten beheimaten und seltenen Tierarten Schutz bieten. Eine Infotafel der GNA berichtet deshalb im Projektgebiet über das vielfältige Leben im Streuobst.
Biber sind willkommen. Nach erfolgreicher Renaturierung der Lohrbachaue im letzten Winter-halbjahr breitet sich der Biber zur Freude der Naturschützer immer weiter im Gebiet aus. Seine Spuren sind heute unübersehbar. Für die zu erhaltende Obstbaumallee stellt das Nagetier allerdings eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar, da das Obstgehölz eine willkommene Nahrungsergänzung darstellt. Zwei Bäume sind dadurch in der Vergangenheit bereits ausgefallen. Hufmann berichtet: „Zum Schutz vor dem Biber wurden die Baumstämme inzwischen mit einem engmaschigen und robusten Draht ummantelt. Diese Maßnahme führte unser Kooperations-partner vor Ort, der NABU Biebergemünd-Flörsbachtal durch und hat sich inzwischen bewährt.“
Die Lohrbachaue soll leben. Die Wiederherstellung und Entwicklung des Feuchtgebietes Lohrbachaue wurde 2024 im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrar-struktur und des Küstenschutzes“ (GAK) durch das Land Hessen gefördert und von der Bundes-republik Deutschland mitfinanziert. Bewilligungsstelle war das Regierungspräsidium Darmstadt. „Das Förderprogramm GAK bietet uns die einmalige Möglichkeit, Naturschutzmaßnahmen im ländlichen Raum und in der Agrarlandschaft zu realisieren.“, so Hufmann abschließend.
Gut zu wissen: Es ist noch gar nicht lange her, da gehörte Streuobst in jedes Dorf. In den Jahren von 1920 bis 1930 erreichte die Streuobstkultur ihren Höhepunkt. Als wichtige Obstlieferanten schätzte und pflegte man sie. In den 1950er bis in die späten 1970er Jahren verschwanden unzählige Flächen durch Flurbereinigung und Rodungsprämien. Heute gehört Streuobst in Mitteleuropa zu den am stärksten gefährdeten Biotoptypen. Zusammen mit anderen bemüht sich die GNA deshalb um den Schutz und Erhalt noch bestehender Bestände.
Spenden für die Artenvielfalt.
Die GNA macht sich stark für den Schutz der letzten Naturparadiese im Main-Kinzig-Kreis.
Lernen Sie die Projekte kennen und unterstützen Sie die Organisation mit einer Spende auf das Konto bei der Raiffeisenbank Rodenbach mit der IBAN DE75 5066 3699 0001 0708 00.
Mehr Informationen unter: www.gna-aue.de.
Quelle: GNA e.V.
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