10. Februar 2026 | Am Freitag beginnt die Münchner Sicherheitskonferenz
Intakte Natur ist wichtig für Stabilität und Frieden
| • | WWF mahnt: Ökologische Krisen nicht aus dem Blick verlieren | |
| • | Natur liefert Wasser, Nahrung und gesundes Klima | |
Hamburg/ München. Am Freitag beginnt die Münchner Sicherheitskonferenz, auf der
sich hoch-rangige Entscheidungsträger:innen mit den aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen befassen. Der WWF Deutschland mahnt, auch in Zeiten geo- und
sicherheitspolitischer Heraus-forderungen den Blick auf die unmittelbaren ökologischen Bedrohungen zu richten. Die Basis für stabile Gesellschaften, wie der
verlässliche Zugang zu Wasser oder Nahrung, stammen aus den Ökosystemen um uns herum. Diese beginnen allerdings zu kippen. Für eine Zukunft in Frieden,
Freiheit und Wohlstand sind gesunde Ökosysteme eine Grundvoraussetzung.
„Naturschutz ist kein ´Nice-to-have´ für gute Zeiten, sondern ein bedeutsamer Sicherheits-aspekt. Gerade im Angesicht multipler Krisen riskieren
wir zusätzliche Bedrohungen, wenn die Zerstörung der Lebensgrundlagen ungebremst weitergeht. Zu oft wird für eine Selbstverständlich-keit gehalten,
was die Natur uns bietet: nachwachsende Rohstoffe, Nahrungsmittel, Trinkwasser.
Brechen die Ökosysteme weiter zusammen, sind Leid und gesellschaftliche Instabilität die Folge. Selbst gewaltsame Konflikte um knapper werdende Ressourcen werden dann immer wahrschein-licher“, sagt Heike Vesper, Vorständin Transformation Politik & Wirtschaft beim WWF Deutsch-
land.
Unsere Abhängigkeit von Ökosystemleistungen ist ein politisch recht verkanntes Risiko, das keine Landesgrenzen
kennt. Wenn die großen tropischen Regenwälder ihre Kipppunkte überschreiten, betrifft das beispielsweise die Niederschlagsmuster auf der ganzen Erde. Viele fragile Regionen, die jetzt schon
unter Wasserknappheit und Extremwetterereignissen leiden, wären davon am stärksten betroffen. Die direkten und indirekten Folgen wäre auch für Europa ein
sicherheits-politisches Risiko.
Wenn die Meeresökosysteme kippen, geht der größte CO2-Speicher der Erde verloren und
zahllose Menschen werden ihrer zentralen Lebensgrundlage beraubt. Die Risiken für Wirtschafts-sektoren und Infrastruktur mit denen das Meer und seine Küsten zudem tief verbunden sind, sind schwer vorhersehbar. Diese Szenarien liegen nicht weit in der Zukunft, sondern finden jetzt statt. Das belegt unter anderem der Global Tipping Points Report, der Ende 2025 veröffentlicht wurde. Naturzerstörung hat Auswirkungen auf Landwirtschaft, Rohstoffmärkte, Finanzmärkte, Handels- und Lieferketten, die geopolitische Stabilität und nicht zuletzt Flucht- und Migrations-bewegungen auf dem gesamten Globus.
„Die entschlossene Reaktion auf den bevorstehenden Kollaps der Ökosysteme lässt sich auch
in schwierigen Zeiten nicht auf die lange Bank schieben. Die Bewahrung der Natur und die Unabhängigkeit von fossilen Energien muss deshalb
integraler Bestandteil der sicherheits-
politischen Strategien Deutschlands und Europas sein. Für eine sichere Zukunft braucht es außerdem eine stabile multilaterale Ordnung auf der Basis von Kooperation, globaler Solidarität und der friedlichen Lösung von Problemen“, betont Heike Vesper.
Quelle: WWF
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