29. Januar 2026 | Tag der Feuchtgebiete
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Feuchtgebiete schützen vor Klimaschäden
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NABU Hessen: Welttag der Feuchtgebiete am 2. Februar ruft zum Handeln auf
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Wetzlar – Zum Welttag der Feuchtgebiete am 2. Februar ruft der NABU Hessen dazu auf, feuchte Wiesen und
Flussauen besser zu schützen. Hierbei spielt das europäische Wieder-herstellungsgesetz der Natur eine wichtige Rolle. „Die Landesregierung muss dafür sorgen, dass bei der anstehenden Umsetzung des
EU-Gesetzes in unserem Bundesland auch Feuchtwiesen und natürliche Flusslandschaften wiederhergestellt werden“, erklärt Maik Sommerhage, Landes-vorsitzender des NABU Hessen. Feuchtwiesen und
naturnahe Auen sind nicht nur für den Hochwasserschutz wichtig, sondern auch zur Sicherung der Heimat vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Hierzu gehören z.B. Kiebitz, Wachtelkönig,
Braunkehlchen, Sumpfschrecke, Grasfrosch und Ameisenbläuling. „Der Klimawandel und der Verlust von Lebensräumen machen besonders den Amphibien schwer zu schaffen. Mittlerweile steht selbst der früher
häufige Grasfrosch auf der hessischen Vorwarnliste gefährdeter Arten“, sorgt sich Sommerhage.
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NABU-Projekt „Lebendige Auen“
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Im Rahmen des Projekts „Lebendige Auen“ setzt sich der NABU Hessen dafür ein, die große Bedeutung natürlicher
Auen für die Sicherung der Lebensgrundlagen stärker ins Bewusstsein zur rücken. „Wir informieren über einfache und kostengünstige Wege zur Schaffung naturnaher Auenbereiche und suchen engagierte
Akteure als ‚Botschafter für lebendige Auen‘, die uns beim natürlichen Klimaschutz helfen“, erklärt die Projektleiterin Dr. Sybille Winkelhaus. Dabei spielen Biber als intelligente
Landschaftsgestalter eine wichtige Rolle. „Biber sind geschickte, fleißige und unermüdliche Baumeister. Die pelzigen Wasserarchitekten sparen uns viel Geld beim Gewässerschutz“, so Winkelhaus. Durch
ihre Bauten sorgen sie für den Wasserrückhalt in der Landschaft und schaffen neue Lebensräume für viele Pflanzen und Tiere.
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Kostengünstiger Hochwasserschutz
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Intakte Feuchtgebiete sind effektive natürliche Helfer gegen die steigenden Wasserfluten. Wenn Wiesen wieder
überschwemmt werden dürfen und Bäche freier mäandern können, nehmen sie nicht nur mehr Wasser auf, sondern bremsen auch den Wasserabfluss und verhindern damit Katastrophen in den Ortschaften
flussabwärts. Feuchtwiesen und Flussauen stabilisieren den Wasserhaushalt der Landschaft, weil sie Wasser nach Starkregenereignissen wie ein Schwamm aufnehmen und danach erst langsam wieder abgeben.
Damit puffern sie Hochwasserspitzen ab, kühlen die Landschaft, schaffen Reserven für Trockenzeiten und sichern den Grundwasser-spiegel. Deshalb sind Feuchtgebiete wichtige Verbündete im Kampf gegen
den Klimawandel und für die Anpassung daran. Auen gehören darüber hinaus zu den artenreichsten heimischen Lebensräumen. Klimawandel-Anpassung und Artenschutz gehen hier also Hand in
Hand.
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Natürliche Gewässerufer als Lösung
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Um Dörfer und Städte vor den gravierenden Folgen des Klimawandels zu schützen, ist das Freihalten der
Überflutungsflächen in den Auen von Bebauung und die Rückgabe an die Natur von entscheidender Bedeutung. „Alle hessischen Bäche und Flüsse brauchen einen Gewässer-entwicklungsstreifen von 10 bis 30
Meter Breite, in denen sie sich frei entfalten können. Hier sollte eine landwirtschaftliche Nutzung ganz unterbleiben“, erläutert Winkelhaus. Dazu braucht es, so der NABU, ein aktives
Flächenankauf-Programm des Landes Hessen.
„Wer Auen zerstört, Ufer verbaut und Gewässer einengt, verschärft Hochwasser, Trockenheit und Artensterben. Wer
sie schützt und wiederherstellt, investiert in Sicherheit, Lebensqualität und Klimaanpassung“, resümiert Winkelhaus. Jede Investition heute schütze vor hohen Folgekosten bei
Hochwasser.
Quelle: NABU Hessen
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