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13. Januar 2026 

 

„Win-Win für Mensch und Meer“

 

Osnabrück. „Ranger“ ist der englische Begriff für Natur- und Landschaftshüter in Wald und Wild-nis. Ein internationales Projekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) bezieht nun auch das Meer ein und fördert die Fortbildung von Fischern zum „Baltic Sea Ranger“ in Estland, Lett-and und Litauen – zum Schutz der „Kleinen Küstenfischerei“ und zur Renaturierung der durch Nährstoffbelastung, Klimawandel, Schiffsverkehr und Schadstoffe wie Arzneien, Pestizide und Chemikalien arg gebeutelten Ostsee (englisch: Baltic Sea). DBU-Generalsekretär Alexander

Bonde: „Das Projekt ist ein Win-Win für Mensch und Meer.“

 

Weltweit einzigartige Fortbildung zum Fachwirt für Fischerei und Meeresumwelt

 

Nach Bondes Worten geht es „neben neuen Wegen für mehr Ostseeschutz“ um den Erhalt „einer handwerklichen, nachhaltigen Fischerei, die von Überalterung bedroht und wirtschaftlich in der Bredouille ist“. Ein Ziel: Küstenfischerei wird zum marinen Dienstleistungssektor. Die Federfüh-rung beim Vorhaben liegt bei der privatrechtlichen Stiftung Baltic Sea Conservation Foundation 

(BaltCF) mit Sitz in Rostock, zusammen mit dem Verein Sea Ranger als Kooperationspartner.

 

Das hat seinen Grund, wie der stellvertretende Vereinsvorsitzende Martin Schlockwerder 

erläutert. Nach seinen Worten haben Männer der Fischereigenossenschaft Wismarbucht in Eigenregie vor fast zwei Jahren die Initiative zur Vereinsgründung ergriffen, auch angetrieben durch wirtschaftliche Zwänge aufgrund stark sinkender Fischbestände infolge zunehmender Umweltbelastungen der Ostsee, etwa Eutrophierung durch Nitrat und Phosphat aus der Land-wirtschaft. „Der Altersdurchschnitt der Fischer von rund 61 Jahren und große Nachwuchssorgen kamen hinzu“, so Schlockwerder. Die Idee aus Mecklenburg-Vorpommern: Aus Sorge um die eigene Existenz aber auch um erhaltenswertes traditionelles Wissen und um lokale Verant-wortung küstennaher mariner Ökosysteme sollten neue Perspektiven für Berufsstand und Ostsee geschaffen werden. Schlockwerder: „Herausgekommen ist die weltweit einzigartige Fortbildung zum Fachwirt für Fischerei und Meeresumwelt.“ Der Sea Ranger war geboren, alles auf Grundlage einer staatlich ausgearbeiteten Fortbildungsprüfungsverordnung.

 

Sea Ranger als Dienstleister für Ostsee und Wissenschaft

 

Schlockwerder zufolge geht es den Fischern zum einen um Diversifizierung der Aufgaben und zusätzliche Einnahmequellen, „weil Fischfang allein kaum noch zum Leben reicht“. Zum anderen um die Wiederbelebung der Ostsee. Die Sea Ranger verstehen sich dabei laut Schlockwerder als Dienstleister etwa für wissenschaftliche Einrichtungen wie Forschungsinstitute und Universitäten, ebenso für Behörden und Ministerien. „Denn besonders das vom Ufer etwa drei Meilen in die Ostsee hineinreichende küstennahe Meer weist noch erhebliche Datenlücken auf“, sagt der Vereinsvize. Mithilfe der Fischer soll dieses Manko behoben werden. Schlockwerder: „Durch die Fortbildung zum Fachwirt lernen die Fischer den Umgang mit wissenschaftlichen Instrumenten, sammeln per Monitoring wertvolle Daten – etwa zum Vorkommen toxischer Algenblüten, ebenso zu Veränderungen bei Bestand und Wanderung von Heringen.“ Weiterer Einsatzbereich: Die Ermittlung hydrographischer Daten, die Rückschlüsse auf Wassertemperatur sowie Trübung und Salzgehalt des Meeres erlauben.

 

In Estland, Lettland und Litauen verschiedene Interessengruppen ins Boot holen

 

„Die Erfahrungen der Sea Ranger in Mecklenburg-Vorpommern haben ein Riesenpotenzial für die gesamte Ostsee und deren Anrainerstaaten“, sagt Dr. Kathleen Schwerdtner Máñez von der Baltic Sea Conservation Foundation, in deren Händen die Projektleitung für das DBU-Projekt Baltic Sea Ranger in Estland, Lettland und Litauen liegt. Die Herausforderungen für Küstenfischerei und Ostsee seien vergleichbar, so die Projektleiterin. Ein Hinweis ist ihr aber wichtig: „Es geht keineswegs darum, die Idee von Mecklenburg-Vorpommern einfach in die drei baltischen Staaten zu exportieren.“ Im Gegenteil: In Estland, Lettland und Litauen sollen gemeinsam mit den dortigen Fischern möglichst viele Interessengruppen vor Ort sprichwörtlich mit ins Boot geholt werden – von Ministerien und Behörden bis hin zu Akteuren aus Naturschutz und Tourismus. Schwerdtner Máñez weiter: „Für jedes der drei Länder arbeiten wir ein lokales Sea Ranger-Konzept aus, unter anderem mit Workshops, an denen jeweils zwei Fischer aus Mecklenburg-Vorpommern teilnehmen.“

 

Bereits riesige Todeszonen in der Ostsee – größer als Irland

 

Wie Schlockwerder („wir arbeiten für diejenigen, die den Beruf tatsächlich ausüben“) sieht Schwerdtner Máñez enorme Synergieeffekte für die Wissenschaft durch die Beteiligung der Fischer als künftige Baltic Sea Ranger: „Sie können einen Kutter steuern, kennen die Ostsee wie ihre Westentasche und liefern künftig zusätzlich Forschungsdaten.“ Zum Beispiel zu Aquakulturen oder zum Einfluss von Klimawandel, Erwärmung und Nährstoffeinträgen auf die Laichgebiete im eher flachen küstennahen Meer. Schwerdtner Máñez: „Effektive Management- und Schutzmaß-nahmen für die Ostsee gelingen nur auf solch solider Datengrundlage.“

 

Und: Wie die Sea Ranger in Mecklenburg-Vorpommern könnten nach ihren Worten auch die 

Baltic Sea Ranger zu wahren Ostsee-Botschaftern werden. „Wir müssen mehr Wissen übers Meer vermitteln“, so Schwerdtner Máñez. Dazu gehört nach ihren Worten auch die Erkenntnis, dass sich in der Ostsee „bereits riesige Todeszonen“ mit großem Sauerstoffmangel gebildet haben – auf einer Fläche von rund 70.000 Quadratkilometern, größer als Irland. Oder, dass es aufgrund des geringen Durchflusses bis zu 40 Jahre dauern kann, bis das Wasser der Ostsee als größtes Brackwassermeer der Erde sich mit dem Atlantik austauscht. Deshalb gelte es, die Ostsee viel besser als bisher zu schützen, so Schwerdtner Máñez. Estland, Lettland und Litauen sollen erst der Anfang sein. „Das Baltic Sea Ranger-Modell eignet sich auch für andere Ostsee-Anrainer“, sagt die Projektleiterin.

 

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Tagungen

Naturschutzakademie Hessen in Wetzlar

 

10. Februar 2026 (Di)  

Feldhamsterschutz 

Anmeldeschluss: 02.02.2026

 

28 .Februar 2026  (Sa)                          

Das Rebhuhn - Vogel des Jahres 

Anmeldeschluss: 20.02.2026

Programm & Anmeldung
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Programm & Anmeldung
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38. Deutscher Naturschutztag
„NATUR  MENSCH  ZUKUNFT“
10. März bis 14. März 2026,

Freie Universität Berlin

 

Informieren - Vernetzen - Mitgestalten!

Der 38. Deutsche Naturschutztag (DNT) stellt die vielfältigen Beziehun-gen zwischen Mensch und Natur in den Mittelpunkt und bietet Gelegenheit für eine aktuelle Standortbestimmung.

Erleben Sie Expertise und Beteili-gung zu topaktuellen Naturschutz-themen mit Fachleuten, Engagierten und Naturschutzbegeisterten aus ganz Deutschland! Themen sind u.a. die Zukunftsfähigkeit heutiger Instrumente und Strategien, aktuelle rechtliche Vor-gaben, Naturschutz auf Landschafts-ebene, Kommunikation und Bildung, Transformation von Naturschutz und Gesellschaft, Stadtnaturschutz, inno-vative Ansätze im Monitoring und in der Finanzierung von Naturschutzmaß-nahmen und viele mehr.

Der größte Naturschutzkongress Deutschlands erwartet Sie mit:

einem umfassenden Fachprogramm mit über 150 Experten*innen, einer spannenden Eröffnungsveranstaltung,

Mitgestaltung in Barcamps, Worldcafé und Fishbowl, einer Fach-Ausstellung,

dem Berufsfeldforum Naturschutz,

Exkursionen in Berlin und Branden-burger Umland, der "Langen Nacht des Naturschutzes" und ein vielfältiges Begleitprogramm. Seien Sie in Berlin dabei, wir freuen uns auf Sie!

Neue Veröffentlichung

Neue Veröffentlichung liefert Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmit-telindustrie. Der Konzernatlas beleuch-tet die Marktmacht der großen Konzer-ne vom Saatgut bis zum Supermarkt und zeigt auf, wie Politik und Bürger-*innen diese Macht begrenzen können - für eine umweltverträgliche, sozial gerechte und nachhaltige Ernährung.

Die Herausgeber Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre warnen: Wenige Konzerne setzen Preise durch – von Saatgut und Pestiziden bis zum Lebensmitteleinzel-handel – und beeinflussen politische Entscheidungen.

Neue Wildnisbroschüre
 
„Vielfältig. Vertikal. Wild“
 
(c) NP Berchtesgaden
 
Der Reichtum an Tieren, Pflanzen,

Pilzen oder Flechten und auch die Vielfalt an Lebensräumen im National-park Berchtesgaden ist enorm: Aktuelle Forschungen haben unter anderem 13.544 Pilzarten, 1.100 Gefäßpflanzen, 100 Vogelarten und 16 Reptilien- und Amphibienarten für das Gebiet des Nationalparks nachgewiesen.

 

Die neue, kostenfreie Wildnisbroschüre  zeigt ausgewählte Besonderheiten der Fauna und Flora des Nationalparks, gegliedert nach den vier Hauptlebens-räumen: Wasser, Wald, Offenland und Fels. Das Heft ist hier zu bestellen.

Internationaler Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2026“ 

Auf Entdeckungsreise in Europas Natur

„Gut gegähnt, Polarfuchs“ von Marcel Gerson, Siegerbild des EuroNatur-Fotowettbewerbs 2025.

Bereits zum 33. Mal laden die Natur-schutzstiftung EuroNatur und ihre Wett-bewerbspartner Hobby- und Profifoto-grafen dazu ein, die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt Europas sowie die schön-sten Landschaften des Kontinents in eindrucksvollen Bildern einzufangen.

„Gipfelstürmer“ von Melanie Weber, 9. Platz im diesjährigen Fotowettbewerb.

Eine Fachjury kürt die ausdrucksstärk-sten Motive. Die besten Aufnahmen zieren den EuroNatur-Wandkalender

und werden mit Geldpreisen prämiert. Die Gewinnerfotos werden zudem im EuroNatur-Magazin und in der Zeit-schrift „natur" sowie auf den Internet-seiten der Veranstalter veröffentlicht. 

Einsendeschluss ist der 31. März 2026. Nähere Informationen zum Wettbewerb sind hier zu finden.

Neues Buch

Georg Bayerle
Der Alpen Appell

Warum die Berge nicht zum Funpark werden dürfen

Der Alpenkenner, Filmemacher und Journalist Georg Bayerle beobachtet die exzessive Erschließung und Ver-marktung der Bergwelt seit mehreren Jahrzehnten, privat wie beruflich. In seiner Streitschrift analysiert er scho-nungslos den Zustand eines immer fragiler werdenden Ökosystems, hinter-fragt die auf reiner Ausbeutung basie-rende Alpenökonomie – und er zeigt Wege für die Zukunft auf, wie wir das großartige Gebirge inmitten des Kon-tinents doch vor uns retten können.

Ein Plädoyer zum Schutze eines unersetzlichen Lebens- und Erholungs-raumes vor unserer Haustüre!

160 Seiten, Zweifarbdruck, 16 Fotos; 11,5 x 20,5 cm, Klappenbroschur; Tyrolia-Verlag, Innsbruck Wien 2025; ISBN 978-3-7022-4260-2, € 20,-
Auch als E-Book erhältlich,
ISBN 978-3-7022-4290-9, € 16,99

Neue Reisebroschüre 

Nachhaltig erleben, staunen und mitmachen!

© NNL

Die Broschüre lädt dazu ein, Deutsch-lands Naturparadiese zu entdecken. Auf 28 Seiten bündelt sie nachhaltige Naturerlebnis-Angebote in Nationalpar-ken, Naturparken und Biosphärenreser-vaten. Neben Inspiration für Ausflüge und Urlaubsreisen bietet die Broschüre auch Möglichkeiten zum Mitmachen: Ob im Programm „Ehrensache Natur“, als Fördermitglied oder durch einen Spendenbeitrag – jedes Engagement für eine intakte Natur, ein gesundes Klima und den Erhalt der biologischen Vielfalt ist willkommen. [>>>mehr]

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Copyright: Moholoholo Wildlife Rehabilitation Center

Südafrika im Mai 2025

Massenvergiftung Weißrückengeier

Ein besonderer Bericht von ELISABETH ZOJA

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Ausstellung

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Natur und deutsche Geschichte

Glaube – Biologie – Macht

 

Neue Ausstellung
ab dem 14. November 2025 im
Deutschen Historischen Museum

Was ist gemeint, wenn von „Natur“ die Rede ist? Auf diese Frage sind in der deutschen Geschichte sehr unter-schiedliche Antworten gegeben worden. Regierungen sowie religiöse und politi-sche Bewegungen haben den Begriff der Natur definiert – und für sich bean-sprucht. In einer neuen Ausstellung zeigt das Deutsche Historische Mu-seum, wie unterschiedlich „Natur“ zu verschiedenen Zeiten im Spannungs-feld von Glaube, Biologie und Macht verstanden und politisch eingesetzt wurde. Der schillernde und vielseitige Begriff der „Natur“ wird in seiner histori-schen Breite und Tiefe ausgelotet.

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Der neue Podcast der Deutschen Umwelthilfe (DUH) , der Natur-schutz zum Erlebnis macht

Veranstaltung 2026

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Der 123. Deutsche Wandertag findet vom 24. bis 27. September 2026 unter dem Motto „bewegt verbunden – Gemeinsam durch das Erzgebirge“ in Oberwiesenthal statt. Erstmals wird das traditionsreiche Großereignis eng mit der internationalen EURORANDO verknüpft, die bereits ab dem 20. September Wanderfreundinnen und -freunde aus ganz Europa ins deutsche und tschechische Erzgebirge führt.

Wer sich für den Deutschen Wandertag interessiert, findet nicht nur ein Wan-derfest, sondern auch eine Plattform für Vernetzung, Ehrenamt und Nachhaltig-keit. Der DWV lädt Vereine und andere Unterstützer ein, sich einzubringen und das Ereignis aktiv mitzugestalten.

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