20. März 2026 | Giftpflanzen
Die Herbstzeitlose – auch in diesem Frühjahr wieder aktuell
Projekt setzt auf innovative Bekämpfung
Main-Kinzig-Kreis. Die Temperaturen werden milder und in der Natur sprießt neues Grün heran. Für die Gesellschaft für Naturschutz
und Auenentwicklung (GNA) bedeutet dies, dass nun bald die Kartierungsphase der Herbstzeitlose beginnt.
Die Blüten der Pflanze, die von blass-rosa bis violett aus den herbstlichen Wiesen leuchten, kennt fast jeder. Sie stehen blattlos da,
was ihnen im Volksmund den Namen „nackte Jungfer“ eingetragen hat. Dass die Kartierung bereits im Frühling erfolgt, ruft oftmals Verwunderung hervor. Doch wie jede Pflanze braucht auch die
Herbstzeitlose Blätter, um Photosynthese betreiben zu können. Diese erscheinen jetzt.
„Im Gegensatz zu den Blüten können viele die Blätter nicht gleich zuordnen“, stellt Projektmanager Dr. Helmut Steiner (GNA) fest. „Wenn sie für Bärlauch gehalten werden, dem sie zumindest ähnlich sehen, hat das gelegentlich fatale Folgen. Wie alle Teile der Herbstzeitlose sind die Blätter hochgiftig! Die Herbstzeitlose ist eine Wiesenpflanze, Bärlauch steht im Wald. Die Blätter des Bärlauchs sind gestielt und kommen einzeln aus dem Boden, die der Herbstzeitlose stehen in Rosetten, ohne Blattstiele“, erklärt Steiner.
Hat man ihr Aussehen erst einmal verinnerlicht, sind die Blätter der Herbstzeitlose gut zu erkennen. Zusätzlich lässt sich die Pflanze von
Bärlauch über den Geruchssinn unterscheiden: Während Bärlauch den typischen Knoblauchgeruch verströmt, riechen die Blätter der Herbstzeitlose nicht. „Im Zweifelsfall ist es aber gesünder, eine
Pflanze einfach stehen zu lassen“, rät Steiner.
Herbstzeitlose als Giftpflanze im Fokus
Das größte Problem der Herbstzeitlose für die Landwirtschaft besteht darin, dass sie giftig ist. Bei stärkerem Auftreten von Colchicum autumnale, wie die Herbstzeitlose wissenschaftlich
genannt wird, kann eine Wiese nicht mehr genutzt werden. Heu und Silage als Viehfutter sind dann nicht mehr verwendbar. Dies stellt nicht nur ein wirtschaftliches Problem für Landwirte dar, sondern
hat auch negative Folgen für den Naturschutz, wenn die Nutzung des Grünlandes aufgegeben werden müsste.
Extensive Wiesen sind ein wertvoller Lebensraum für viele bedrohte Arten
Genau dies ist auch der Grund, warum die GNA die Herbstzeitlose auf landwirtschaftlichen Flächen von etwa 200 Hektar mit viel Arbeitsaufwand in jedem Frühjahr kartiert. Es geht darum, bereits eingeleitete Maßnahmen zur Rückdrängung zu überwachen und weitere Maßnahmen zu empfehlen. Dazu kooperiert sie seit 2014 mit vielen Partnern, darunter das Landwirtschaftsamt des Main-Kinzig-Kreises und anderen Behörden, mit den Kommunen Rodenbach, Erlensee, Langenselbold, Hasselroth und Gründau und natürlich mit den Landwirten.
Zukunftsweisende Technik im Einsatz
Seit 2022 werden im Rahmen des Projekts innovative Ansätze erprobt. In Zusammenarbeit mit dem bayerischen Start-up Paltech GmbH, das autonome Agrarroboter zur Unkrautbekämpfung entwickelt, sollen
zusätzlich die Möglichkeiten einer automatisierten Bekämpfung getestet werden.
Das Projekt wird zum überwiegenden Teil durch das Land Hessen im Rahmen des Hessischen Programms für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM) gefördert, einem zentralen Instrument zur
Förderung einer nachhaltigen, umwelt- und tiergerechten Landbewirtschaftung. Mit den Fördermaßnahmen wird ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt sowie zum Wasser-, Boden- und
Klimaschutz und zur Erhaltung der Kulturlandschaft geleistet.
Um diese wertvolle Arbeit auch künftig erfolgreich fortführen zu können, ist die GNA auf zusätzliche Unterstützung angewiesen. Spenden zur
Förderung der Projektarbeit können auf das Konto mit der IBAN DE75 5066 3699 0001 0708 00 bei der Raiffeisenbank Rodenbach überwiesen werden.
Jeder Beitrag unterstützt den nachhaltigen Schutz von Natur und Kulturlandschaft. Ab einem Betrag von 50 € stellt die GNA auf Wunsch eine
Spendenbescheinigung aus, sofern die Anschrift vorliegt. Spenden können steuerlich geltend gemacht werden.
Quelle: Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung e. V. (GNA)
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