20. März 2026 | Agrarministerkonferenz
Nur resiliente Landwirtschaft sichert unsere Ernährung
Agrarminister*innen müssen angesichts steigender Preise für Dünger und Pestizide Aufbruch in eine zukunftsfeste Landwirtschaft anstoßen
Berlin. Aktuell findet die Agrarminister*innenkonferenz (AMK) in Bad Reichenhall statt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert die zuständigen Ministerinnen und Minister angesichts steigender Lebensmittelpreise auf, die deutsche Landwirtschaft unabhängiger von Importen zu machen.
Bislang ist der Agrarsektor massiv abhängig von der Einfuhr fossiler Dünger und Pestizide, basierend auf der Grundlage von Erdöl und Gas. Der Angriff Russlands auf die Ukraine, aber auch die aktuellen Angriffe der USA und Israels auf den Iran zeigen erschreckend, wie globale Geschehnisse zu extremen Preisschwankungen führen, die auch schnell höhere Preise an der Ladentheke bedeuten können. Der BUND kritisiert die auf der Agrarminister*innenkonferenz zur Debatte stehende Vereinfachung der Zulassung von Pestiziden Diese ist weder notwendig, noch sinnvoll, wenn insbesondere ölbasierte Pestizide immer teurer werden.
Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „In Zeiten von steigenden Preisen für Energie, die konventionell notwendige Betriebsmittel wie Pestizide und fossile Düngemittel verteuern, müssen wir unsere Landwirtschaft auf eigene Füße stellen. Wir müssen unabhängiger von Betriebsmittel-Importen werden. Bislang sind unsere Produktionsketten zum Nachteil aller abhängig von internationalen Preisschwankungen. Öffentliche Gelder müssen deshalb noch viel stärker als bisher für den Umbau zu einer resilienten, vom Weltmarkt unabhängigen und ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft eingesetzt werden. Nur das hat Zukunft. Wir rufen auf, einen Aufbruch in eine zukunftsfeste Landwirtschaft anzustoßen, sich gegen Patente auf Pflanzen für Lebensmittel und Wildpflanzen auszusprechen und Ökolandbau zu stärken.“
Zukunftsfeste Landwirtschaft statt rückwärtsgewandter Ideen
Aus Sicht des BUND stehen zudem zu viele Vorschläge zur Debatte, die sich alter Rezepte bedienen und nicht geeignet sind, die heimische Landwirtschaft zukunftsfest aufzustellen. Gleich mehrere Anträge befassen sich mit der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP), doch es fehlt das gemeinsame Signal für eine einkommenswirksame Honorierung für gesellschaftlich gewünschte öffentliche Leistungen. Dadurch werden besonders die Betriebe geschwächt, die heute schon besonders ressourcenschonend arbeiten.
Bandt: „Weder der verbilligte Agrardiesel, noch die geforderte Absenkung des Mindestlohns oder gar Importe helfen der deutschen Landwirtschaft auf Dauer. Stattdessen brauchen wir ein resilientes Agrar- und Ernährungssystem. Im Fokus sollten dabei Betriebe stehen, die zum Schutz der Ökosysteme beitragen und Gemeinwohlleistungen erbringen. Nur so bleibt Landwirtschaft langfristig zukunftsfähig und unsere Ernährung bezahlbar und sicher.“
Quelle: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V.
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