5. Februar 2026
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BUND-Faktencheck: Die Legende vom Pestizidmangel Behauptungen der Pestizid-Industrie zu fehlenden Wirkstoffen widerlegt
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(c) BUND "Pestizidmangel? Ein Faktencheck"
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Berlin. Die Pestizid-Industrie und deren Verbände behaupten, der Landwirtschaft mangele es an Wirkstoffen zur Bekämpfung von Beikräutern, Pflanzenkrankheiten und sogenannten Schäd-lingen. Dadurch sei die Ernährungssicherheit bedroht. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) veröffentlicht dazu heute einen Faktencheck. Pestizid-Experte Lars Neu-meister hat die verfügbaren öffentlichen Daten überprüft und festgestellt: Die Behauptung hält einer Faktenprüfung nicht stand.
Die Anzahl der in Deutschland zugelassenen Wirkstoffe ist stabil, die genehmigten Mittel-Anwen-dungen haben sich in den letzten 15 Jahren sogar verdoppelt. Für tatsächlich weggefallene Pestizide ist die Industrie selbst verantwortlich, denn für mehr als die Hälfte dieser Stoffe wurden keine Anträge gestellt. Nur etwa ein Drittel der verschwundenen Stoffe wurde nicht mehr zugelassen, weil sie zu gefährlich für Mensch und Umwelt sind.
Lars Neumeister, Pestizidexperte und Autor: „Es gibt keinen Pestizidmangel, ganz im Gegen-teil. Es sind zu viele Pestizide und Pestizidanwendungen zugelassen. Dadurch gibt es falsche Anreize, die Industrie-Interessen folgen. Andere EU-Länder zeigen erfolgreich, wie gute Land-wirtschaft mit deutlich weniger Pestiziden funktionieren kann.“
Anreize für nachhaltige Alternativen zu Pestiziden fehlen
Der Faktencheck widerlegt auch weiter zentrale Industriebehauptungen zu fallenden Erträgen, steigenden Preisen und fehlender Selbstversorgung, die angeblich durch Pestizidmangel verursacht seien. Pestizidverbote haben nicht zu Ertragseinbußen oder steigenden Preisen geführt. Die geringe Selbstversorgung bei Obst und Gemüse ist bedingt durch die Jahreszeiten und die geringe Lagerfähigkeit, sie liegt nicht an fehlenden Pestizid-Wirkstoffen. Hunger resultiert nicht aus zu geringer Produktion, sondern aus Armut und Ungleichheit.
Corinna Hölzel, BUND-Pestizidexpertin: „Es fehlt an Anreizen für nachhaltige Alternativen wie Fruchtfolgen, Untersaaten und agrarökologische Systeme. Statt die Abhängigkeit von chemi-schen Mitteln weiter zu fördern, sollte der integrierte Pflanzenschutz gestärkt werden. Pestizide müssen endlich die Ausnahme sein und nicht der Standard.“
Die Messe Biofach startet nächste Woche, dort präsentiert die Branche ökologische Lebens-mittel, die ohne Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide erzeugt wurden. Der BUND fordert den Ausbau des Ökolandbaus, eine Verringerung des Pestizid-Einsatzes, das Verbot besonders gefährlicher Pestizide. Bäuerinnen und Bauern müssen bei nicht-chemischen Alternativen unterstützt werden.
Der derzeitige Vorschlag der EU-Kommission im „Food and Feed Safety Simplification Omnibus“, Pestizide zukünftig ohne zeitliche Begrenzung zuzulassen, muss von der Bundesregierung vehement zurückgewiesen werden.
Quelle: BUND |
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