12. März 2026 | Energiewende
Mehrheit in Deutschland will Ausbau der Erneuerbaren für nationale Sicherheit: Deutsche Umwelthilfe fordert Ende der fossilen Abhängigkeit
Berlin. Angesichts zunehmender internationaler Konflikte besteht in der deutschen Bevölkerung großes Misstrauen gegenüber fossilen
Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Opinium hervor, die die Deutsche Umwelthilfe (DUH) veröffentlicht. 72 Prozent der
Befragten sind nach jüngsten Entwicklungen demnach überzeugt, dass die Abhängigkeit von fossilen Energielieferungen das Risiko internationaler Konflikte erhöht, 57 Prozent sehen dadurch die nationale
Sicherheit geschwächt. Dementsprechend wünschen sich 58 Prozent der Menschen in Deutschland eine Priorisierung der Energiewende. Die Befragung wurde im Februar 2026 nach der US-Intervention in
Venezuela und Trumps Drohungen zur Annexion Grönlands durchgeführt – noch vor Kriegsbeginn in Iran, der dieses Stimmungsbild absehbar noch verstärkt haben dürfte.
Die DUH fordert die Bundesregierung auf, dem Mehrheitswillen der Menschen in Deutschland jetzt zu folgen und die Energiewende entschieden voranzutreiben.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die Menschen in Deutschland haben verstanden: Der Ausbau der Erneuerbaren ist nicht nur für Klimaschutz unabdingbar, er
macht Deutschland auch sicherer. Die Entwicklungen der vergangenen Tage mit explodierenden Öl- und Gaspreisen zeigen, wie hoch unsere Abhängigkeit von Fossilen immer noch ist. Der übertriebene Ausbau
der LNG-Infrastruktur hat dies in den vergangenen Jahren noch verstärkt. Es ist Zeit, dass die Bundesregierung einen Schlussstrich unter das Kapitel fossile Energieträger zieht und eine Strategie für
den schrittweisen Ausstieg aus Öl und Gas vorlegt. Wir fordern den beschleunigten Ausbau von Erneuerbaren als Sicherheitsenergie.“
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: „Mit dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz ebnet die Bundesregierung den Weg für neue Öl- und Gasheizungen – und damit für
Jahrzehnte neuer fossiler Abhängigkeiten. Wie fatal dieser Kurs ist, sehen wir gerade: Der Krieg im Iran lässt Öl- und Gaspreise sofort steigen. Wer jetzt wieder auf fossile Heizungen setzt, macht
Deutschland bewusst abhängig von globalen Krisen und Märkten. Stattdessen brauchen wir erneuerbare Energien und effiziente Gebäude. Der energiepolitische Kurs dieser Bundesregierung ist schlicht
verantwortungslos.“
Bei den Wählerinnen und Wählern der Regierungsparteien ist das Stimmungsbild zum Teil noch deutlicher: 67 Prozent (CDU/CSU) beziehungsweise 61 Prozent (SPD) sind der Meinung, dass die Abhängigkeit
von fossilen Brennstoffen die nationale Sicherheit schwächt. 72 Prozent der Wählerinnen und Wähler von CDU/CSU wollen der Energiewende Vorrang einräumen, bei der SPD sind es sogar 81 Prozent.
Hintergrund:
Die Umfragedaten wurden vom Meinungsforschungsinstitut Opinium zwischen dem 4. und 15. Februar 2026 online mittels computerunterstützter webbasierten Interviews (CAWI) erhoben. Die Daten wurden
gewichtet, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse national repräsentativ sind. Insgesamt wurden 1000 Personen befragt, was zu einer theoretischen Fehlermarge von ±3,1 Prozent
führt.
Quelle: Deutsche Umwelthilfe e. V.
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