23. Januar 2026
Wegen drohender Umwelt- und Gesundheitsgefährdung durch US-Fracking-Gas:
Deutsche Umwelthilfe reicht Beschwerden gegen SEFE und EnBW beim BAFA ein
Berlin: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat heute Beschwerden gegen die deutschen Energie-unternehmen Securing Energy for Europe GmbH
(SEFE) und Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eingereicht. Grundlage ist das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG). Bereits
vor einem Jahr hatte die DUH die Unternehmen auf menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken in ihren Fracking-Gas-Lieferketten hingewiesen und Verbesserungen eingefordert. Maßnahmen zur
Risikominderung bleiben bislang jedoch aus. Die DUH fordert das BAFA auf, die Beschwerden zügig zu prüfen und SEFE sowie EnBW zu verpflichten, wirksame Präventions- und Abhilfemaßnahmen umzusetzen.
Dies kann auch heißen, problematische Lieferbeziehungen auszusetzen oder zu beenden, wenn Risiken nicht wirksam verhindert werden können.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Deutschlands wachsender Import von Fracking-Gas aus den USA hat enorme negative Auswirkungen auf Menschen und Natur.
Trotzdem ignorieren die Energiekonzerne SEFE und EnBW weiterhin die Umwelt- und Gesund-heitsschäden, die durch Exportterminals für Fracking-Gas entstehen. Die Geschäfte von SEFE und EnBW stehen
unserer Ansicht nach in Widerspruch zum deutschen Lieferkettengesetz. Die Aufsichtsbehörde BAFA muss jetzt konsequent handeln und dafür sorgen, dass das Lieferketten-gesetz durchgesetzt wird – mit
klaren Auflagen und, wenn nötig, Sanktionen. Die betroffenen Menschen an der US-amerikanischen Küste sowie die durch neue Gasprojekte gefährdete Natur dürfen nicht weiterhin Profitinteressen geopfert
werden.“
Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz bei der DUH: „Besonders schwer wiegt: SEFE ist bundeseigen, EnBW ist teilweise in öffentlicher Hand. Unternehmen in
öffentlicher Hand tragen eine besondere gesellschaftliche Verantwortung, gerade sie müssen entlang globaler Lieferketten Menschenrechte schützen und Umweltstandards einhalten. Wir fordern SEFE und
EnBW auf, umgehend Maßnahmen zur Minimierung der Auswirkungen einzuleiten oder aber ihre Lieferverträge mit Lieferanten von US-Fracking-Gas zu beenden.“
SEFE und EnBW tragen die Verantwortung für die Folgen ihrer langfristigen LNG-Lieferverträge mit dem US-Unternehmen Venture Global, das Exportterminals betreibt und Fracking-Gas aus den Permbecken im
Süden der USA bezieht. Der Bau und der Betrieb von US-LNG-Exportterminals verschärfen die Klimakrise und sind mit erheblichen Belastungen für Luftqualität, Ökosysteme, Gesundheit und die lokale
Fischerei verbunden. Bislang haben SEFE und EnBW jedoch nur unzureichende Maßnahmen zur Risikominderung ergriffen – trotz wiederholter Verstöße ihres unmittelbaren Zulieferers Venture Global gegen
Umweltauflagen und gesetzliche Vorgaben.
Hintergrund: Das sogenannte Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet große deutsche Unternehmen, ein Risikomanagement einzurichten um der Verletzung von Menschen- und
Umweltrechten in ihrer Lieferkette vorzubeugen. Dazu gehört eine jährlich zu erstellende Risikoanalyse, die Einrichtung eines unternehmensinternen Beschwerdemechanismus sowie die Pflicht,
Präventions- und Abhilfemaßnahmen gegen identifizierte Risiken und Verstöße einzu-leiten. Das LkSG unterliegt der Aufsicht des BAFA, das Sanktionen gegenüber deutschen Unter-nehmen verhängen kann.
Das BAFA kann Maßnahmen anordnen und Bußgelder verhängen.
Quelle: DUH
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