23. Januar 2026
Import von US-Fracking-Gas nach erstem Amtsjahr von Trump auf Rekordhoch
Deutsche Umwelthilfe warnt vor neuer Abhängigkeit bei LNG-Importen
Berlin: Die LNG-Lieferungen an deutsche Häfen aus den USA haben im ersten Amtsjahr von Donald Trump ein Rekordhoch erreicht. Dies geht
aus Daten der US Energy Information Admini-stration hervor, die die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ausgewertet hat. Demnach importierte Deutschland 2025 rund 101 Terawattstunden (TWh) Gas aus den USA –
ein Plus von mehr als 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit entfielen rund 96 Prozent der gesamten LNG-Importe an deutsche Häfen auf US-Lieferungen. Die Kosten für die Lieferungen beliefen sich
laut US-Angaben auf 3,2 Milliarden US-Dollar und lagen damit deutlich über dem Niveau von 2024 (damals 1,9 Milliarden US-Dollar). Aus Sicht der DUH verschärft diese Entwicklung die Abhängigkeit vom
zunehmend unberechenbaren Partner USA. Die DUH fordert, den weiteren Ausbau von LNG-Terminals an der deutschen Küste umgehend zu stoppen und keine neuen Importverträge für US-Fracking-Gas
abzuschließen.
Sascha Müller-Kraenner, DUH-Bundesgeschäftsführer: „Bei den LNG-Importen geht es längst nicht mehr um die Bewältigung einer kurzfristigen Krise. Donald Trump nutzt die
Gaslieferungen gezielt, um Europa und Deutschland in eine fatale fossile Abhängigkeit zu drängen. Die Re-kordimporte werden den US-Präsidenten jedoch kaum besänftigen. Die
Bundesregierung muss jetzt endlich handeln: Der weitere Ausbau von LNG-Terminals an der deutschen Küste muss sofort gestoppt werden. Deutschland muss aus den Importen von US-Fracking-Gas aussteigen
und gemeinsam mit europäischen Partnern eine Initiative für den Ausstieg aus fossilen US-Importen starten. Versorgungssicherheit erreichen wir nur durch mehr Energieeffizienz und den schnellen Ausbau
Erneuerbarer Energien. Das dient nicht nur dem Klima, sondern auch unserer Sicherheit.“
Die DUH hat zudem die gesamten LNG-Lieferungen an deutsche Terminals im Jahr 2025 ausgewertet. Demnach wurden in Wilhelmshaven insgesamt 57 TWh Erdgas eingespeist, auf Rügen 27 TWh und in Brunsbüttel
22 TWh. Bei der Auslastung der Anlagen lag das LNG-Terminal Brunsbüttel mit 84 Prozent an der Spitze. Es folgten die beiden Terminalschiffe in Wilhelmshaven mit einer gemeinsamen Auslastung von rund
65 Prozent sowie das Terminal in Rügen mit 48 Prozent. Die Auslastung berechnet die DUH dabei als Verhältnis von technischer Kapazität und tatsächlicher Nutzung auf Grundlage der Angaben des
Branchenverbands Gas Infrastructure Europe.
Constantin Zerger, DUH-Leiter Energie und Klimaschutz: „Die Bundesregierung verstetigt ihre fossile Importstrategie und erhöht die energiepolitische Verwundbarkeit Deutschlands.
Donald Trump dürfte das gefallen. Weil die US-Importe ganz überwiegend Fracking-Gas sind, ist diese Strategie nicht nur für Versorgungssicherheit, sondern auch für das Klima fatal. Das Wachstum der
LNG-Lieferungen aus den USA zeigt überdeutlich, dass fossile Energieimporte unweigerlich zu Abhängigkeit und Umweltzerstörung führen. Die Bundesregierung muss gemeinsam mit den europäischen Partnern
die Notbremse ziehen.“
Quelle: DUH
|
|