23. März 2026 | Schlüsselarten
NABU: Wenn der Biber baut, profitiert die Natur
Zum Weltwassertag: Wie der Biber unsere Gewässer schützt
Hannover. Zum Weltwassertag am 22. März lenkt der NABU Niedersachsen den Blick auf einen oft unterschätzten Verbündeten im Kampf gegen Wasserknappheit, Hochwasser und Artenverlust: den Biber. Als „Architekt der Natur“ gestaltet er aktiv unsere Flusslandschaften, verbessert den Wasserhaushalt und leistet damit einen entscheidenden Beitrag für den Schutz unserer Lebensgrundlagen.
Der Weltwassertag macht jedes Jahr deutlich, wie wertvoll und zugleich verletzlich unsere Wasserressourcen sind. Gerade vor dem Hintergrund von Klimakrise, häufigeren Starkregenereignissen und zunehmenden Dürreperioden wird klar: Natürliche Lösungen sind gefragt. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Biber.
Als sogenannte Schlüsselart übernimmt der Biber Aufgaben, die kein technisches System ersetzen kann. Durch den Bau von Dämmen schafft er Feuchtgebiete, Teiche und strukturreiche Auenlandschaften. Diese natürlichen Wasserspeicher sorgen dafür, dass Regenwasser länger in der Landschaft gehalten wird, langsamer abfließt und besser versickern kann. Dadurch werden Hochwasserspitzen deutlich abgeschwächt und Trockenzeiten abgepuffert.
Internationale Studien zeigen, dass Biberlandschaften Hochwasserereignisse erheblich reduzieren können. In manchen Fällen wird der Wasserabfluss um ein Vielfaches verzögert. Untersuchungen belegen zudem, dass sich die Wahrscheinlichkeit von Hochwasser deutlich verringert und Spitzen zeitlich nach hinten verschoben werden. Gleichzeitig verbessern die vom Biber geschaffenen Lebensräume die Wasserqualität und fördern die Neubildung von Grundwasser.
„Unsere Botschaft ist klar: Biberschutz heißt Gewässerschutz“, betont Nicole Feige, Projektmitarbeiterin „Biberschutz in Niedersachsen“. Denn die positiven Effekte reichen weit über den Wasserhaushalt hinaus. Die durch den Biber entstehenden Feuchtgebiete zählen zu den artenreichsten Lebensräumen überhaupt und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten neuen Lebensraum.
Trotz dieser enormen Ökosystemleistungen ist der Biber noch immer mit Vorurteilen behaftet. Gefällte Bäume oder überflutete Flächen werden häufig als Problem wahrgenommen. Dabei sind genau diese Aktivitäten Ausdruck seiner natürlichen Rolle als Landschaftsgestalter und entscheidend für die Renaturierung unserer vielfach stark veränderten Gewässer.
Nach seiner Ausrottung im 19. Jahrhundert kehrt der Biber langsam nach Niedersachsen zurück. Doch statt naturnaher Flussauen findet er oft begradigte und ökologisch beeinträchtigte Gewässer vor. Umso wichtiger ist es, ihm Raum für seine Arbeit zu geben und gleichzeitig Lösungen für ein konfliktarmes Zusammenleben mit dem Menschen zu entwickeln.
Hier setzt das landesweite Biberschutzprojekt des NABU Niedersachsen an. Ziel ist es, den Biber bei seiner Rückkehr zu begleiten, Lebensräume zu verbessern und ein starkes Netzwerk aus Ehrenamtlichen, Fachleuten und Interessierten aufzubauen. Der große Zuspruch zeigt, wie hoch das gesellschaftliche Interesse ist. So sind die Kursangebote für ehrenamtliche Biberschützerinnen und Biberschützer bereits vollständig ausgebucht.
Der Weltwassertag 2026 erinnert daran, dass nachhaltiger Wasserschutz nicht allein durch technische Maßnahmen erreicht werden kann. Der Biber liefert eine natürliche und effektive Lösung. Wer ihm Raum gibt, investiert gleichzeitig in Hochwasserschutz, Artenvielfalt und sauberes Wasser.
Der NABU Niedersachsen ruft daher dazu auf, den Biber nicht als Störfaktor, sondern als wichtigen Partner im Naturschutz zu begreifen. Denn eines steht fest: Wo der Biber wirkt, profitieren Mensch und Natur gleichermaßen.
Quelle: NABU Niedersachsen
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