19. März 2026 | Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention
Wandernde Tierarten unter Druck
Zum Auftakt der CMS CoP15 fordert Pro Wildlife stärkeren Schutz für bedrohte Haie
München/Campo Grande. Vom 23. bis 29. März findet in Brasilien die 15. Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention (Convention on Migratory Species, CMS CoP15) statt. Auch Dr. Mona Schweizer, Biologin bei Pro Wildlife, ist vor Ort, um ambitionierte Schutzmaßnahmen voranzubringen. „Die Situation ist kritisch: 97 % der von der CMS erfassten Fischarten – darunter auch Haie – sind bedroht“, so Schweizer. „Diese UN-Konvention ist eines der zentralen internationalen Abkommen, um wandernde Tierarten wirksam über Grenzen hinweg zu schützen – genau dort, wo nationaler Artenschutz an seine Grenzen stößt. Angesichts des dramatischen Rückgangs vieler Arten ist es entscheidend, dass wir vor Ort Druck machen.“
Die Lage ist alarmierend: Fast die Hälfte wandernder Arten im Rückgang
Ein aktueller Bericht im Vorfeld der Konferenz zeigt das Ausmaß der Krise: Rund 49 % der untersuchten Populationen wandernder Tierarten nehmen ab. Etwa ein Viertel der Arten ist vom Aussterben bedroht. Besonders kritisch ist die Situation im Meer: Fast alle von der CMS erfassten Fischarten – darunter viele Hai- und Rochenarten – sind stark gefährdet, ihre Bestände sind teils dramatisch eingebrochen.
„Haie gehören zu den am stärksten bedrohten wandernden Tierarten weltweit. Ohne entschlossene internationale Schutzmaßnahmen drohen weitere drastische Bestandsverluste“, erklärt Schweizer. „Die CMS bietet die Chance, dringend notwendige Schutzlücken zu schließen.“
Fünf Haiarten auf der Agenda
Auf der Agenda der Konferenz finden sich 16 Anträge für die Aufnahme von Tierarten in die Anhänge der Konvention, darunter fünf Listungsanträge für Haie. Fuchshaie sowie Bogenstirn- und Großer Hammerhai sollen in Anhang I aufgenommen werden – die höchste Schutzkategorie für vom Aussterben bedrohte Arten mit verpflichtenden strengen Regelungen. Der Engnasen-Glatthai und der Guggenheim-Engelhai sollen in Anhang II gelistet werden, um künftig von internationaler Zusammenarbeit zu profitieren, beispielsweise über gemeinsame globale oder regionale Schutzabkommen.
Entscheidungsmoment für die internationale Gemeinschaft
Die kommenden Verhandlungen in Brasilien sind entscheidend. Die internationale Gemeinschaft muss jetzt beweisen, dass sie die drängenden wissenschaftlichen Erkenntnisse ernst nimmt und in konkrete politische Maßnahmen übersetzt. Für Pro Wildlife ist klar: Nur durch entschlossenes, koordiniertes Handeln kann der fortschreitende Verlust wandernder Arten noch gestoppt werden.
Quelle: Pro Wildlife e. V.
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