16. März 2026 | Brut- und Setzzeit
NABU: Osterfeuer werden zur tödlichen Falle für Wildtiere
Mitten in der Brut- und Setzzeit werden brennende Holzhaufen für viele Tiere zur Gefahr
Hannover. Knisternde Flammen, gesellige Stimmung und hunderte Besucherinnen und Besucher: In vielen Orten werden derzeit wieder Osterfeuer angekündigt und beworben. Was für Menschen ein beliebter Brauch ist, kann für zahlreiche Wildtiere jedoch zur tödlichen Gefahr werden. Der NABU Niedersachsen mahnt deshalb zu besonderer Vorsicht und fordert ein Umdenken im Umgang mit dieser Tradition.
Gerade jetzt beginnt in der Natur eine besonders empfindliche Phase. Viele Tiere haben bereits mit der Brut begonnen oder bringen ihre Jungen zur Welt. Reisig- und Holzhaufen, die oft schon Wochen vor Ostern aufgeschichtet werden, wirken auf Kleinsäuger, Vögel, Amphibien und Reptilien wie sichere Verstecke. Sie bieten Schutz vor Wind und Wetter und werden nicht selten als Nist- oder Rückzugsort genutzt.
„In diesen Wochen beginnt für viele Arten die entscheidende Zeit des Jahres. Wenn Osterfeuer vorbereitet werden, finden Tiere darin vermeintlich sichere Unterschlüpfe. Wird das Holz dann angezündet, haben viele von ihnen keine Chance zu entkommen“, erklärt Lamin Neffati, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. Besonders betroffen sind Igel, Mäuse, Amphibien sowie bodenbrütende Vögel.
Der NABU Niedersachsen beobachtet zudem, dass vielerorts wieder verstärkt Osterfeuer angekündigt und teilweise als große Veranstaltungen beworben werden. Immer größere Holzstapel und immer mehr Besucherinnen und Besucher erhöhen jedoch auch die Belastung für Natur und Umwelt. Neben der direkten Gefahr für Tiere entstehen durch die Feuer erhebliche Mengen an Feinstaub und Schadstoffen.
„Gerade in einer Zeit, in der wir vielerorts über den Rückgang von Arten sprechen, sollten wir sehr genau überlegen, ob solche Veranstaltungen noch zeitgemäß sind“, sagt Neffati. „Traditionen dürfen nicht dazu führen, dass Tiere in einer ohnehin sensiblen Phase unnötig gestört oder sogar getötet werden.“
Der NABU Niedersachsen empfiehlt daher, auf große Osterfeuer möglichst zu verzichten und stattdessen naturfreundliche Alternativen zu wählen. Kleine Feuerschalen, gemeinsames Grillen oder andere Formen des Beisammenseins können ebenfalls für eine festliche Atmosphäre sorgen, ohne Lebensräume zu zerstören.
Wenn ein Osterfeuer dennoch stattfinden soll, rät der NABU Niedersachsen dringend dazu, das Holz erst kurz vor dem Abbrennen aufzuschichten. Bereits vorbereitete Haufen sollten vor dem Anzünden sorgfältig umgesetzt werden, damit Tiere fliehen können. „Ein schönes Osterfest braucht kein großes Feuer“, betont Neffati. „Wichtig ist das gemeinsame Erlebnis. Die Natur sollte dabei nicht die Leidtragende sein.“
Quelle: NABU Niedersachsen
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