18. März 2026 | Nisthilfe
NABU: Ein Vogel kündigt den Frühling an
Letzte Handgriffe im Garten können jetzt über den Bruterfolg entscheiden
Hannover. Mit seinem klaren, melodischen Gesang verkündet es die neue Jahreszeit, während der astronomische Frühlingsbeginn unmittelbar bevorsteht: das Rotkehlchen. Wer dem beliebten Gartenvogel jetzt noch helfen möchte, sollte die verbleibenden Tage nutzen, um letzte Maßnahmen im Garten umzusetzen und geeignete Nistmöglichkeiten zu schaffen.
Das Rotkehlchen gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Vogelarten in Deutschland. Sein auffälliges Federkleid, sein ganzjähriger Gesang und seine Nähe zum Menschen machen es für viele zum Sympathieträger. Gleichzeitig wirft sein eher unbekanntes Nistverhalten immer wieder Fragen auf. „Kaum eine andere Vogelart bewegt so viele Menschen wie das Rotkehlchen“, erklärt Lamin Neffati, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. „Es begleitet uns im Alltag, sei es beim Gärtnern oder beim Spaziergang und schafft so eine besondere Verbindung zwischen Mensch und Natur.“
Derzeit erreichen die Aktivitäten im Garten eine Hochphase. Strukturen sollten stehen, Rückzugsorte geschaffen und Eingriffe möglichst abgeschlossen sein, damit Wildtiere ungestört in die Brutzeit starten können. Das Rotkehlchen sucht gezielt bodennahe, gut geschützte Nistplätze, etwa in Reisighaufen, dichten Sträuchern, Holzstapeln oder Nischen. Auch Halbhöhlen-Nistkästen werden angenommen, sofern sie etwas versteckt und nicht zu hoch angebracht sind.
Ebenso wichtig wie der Nistplatz ist das Nahrungsangebot. Als Insektenfresser ist das Rotkehlchen auf eine vielfältige und naturnahe Umgebung angewiesen. Strukturreiche Gärten mit heimischen Pflanzen, wilden Ecken und blütenreichen Bereichen fördern die Insektenvielfalt und damit die Lebensgrundlage der Vögel. „Ein Garten darf ruhig ein wenig unordentlich wirken“, so Neffati. „Gerade diese scheinbare Unordnung ist oft der Schlüssel zu mehr Leben.“
Wer jetzt noch aktiv werden möchte, kann mit einfachen Mitteln viel bewirken. Das Anlegen von Reisighaufen, das Stehenlassen von Stauden oder das Aufhängen eines geeigneten Nistkastens sind Maßnahmen, die schnell umgesetzt werden können und direkt Wirkung zeigen. Wichtig ist dabei, potenzielle Gefahrenquellen wie Katzenzugang zu berücksichtigen und die Nistplätze entsprechend zu schützen.
Denn trotz stabiler Bestände ist auch das Rotkehlchen langfristig auf Unterstützung angewiesen. Die galoppierende Ausräumung der Landschaft, der Verlust an artenreichen Wegsäumen und Waldrändern, der Landschaftsverbrauch durch Überbauung und auch die grausame Bejagung im Süden Europas machen der Art zu schaffen. Umso wichtiger ist es, im eigenen Umfeld sichere Rückzugsorte zu kreieren.
Für alle, die ihren Garten für Rotkehlchen und Co einladender gestalten möchten, hält der NABU Niedersachsen ein kleines Infopaket bereit, das aus der umfangreichen Bauplansammlung für Nisthilfen aller Art und der reich bebilderten Farbbroschüre „Vögel im Garten“ besteht.
Es kann angefordert werden gegen Einsendung von Briefmarken im Wert von 5 Euro beim NABU Niedersachsen, Stichwort „Rotkehlchen“, Alleestr. 36, 30167 Hannover.
Quelle: NABU Niedersachsen
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