23. Februar 2026 | Amphibien
NABU: Frühlingswärme weckt die Wanderlust der Amphibien
Der NABU Niedersachsen sammelt Daten zur Erdkröte während der aktuellen Amphibienwanderung
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Hannover – Nachdem der Winter Niedersachsen seit langem mal wieder fest im Griff hatte, kündigt sich mit langsam steigenden Temperaturen die Amphibienwanderung an. Zahlreiche ehrenamtlich Aktive haben sich bereits darauf vorbereitet, schützende Amphibienzäune aufzubauen, um die Tiere sicher über vielbefahrene Straßen zu bringen. Umgangssprachlich werden diese Zäune auch „Krötenzäune“ genannt oder es wird sich „zum Krötensammeln“ verabredet. Der Name rührt daher, dass in den Eimern, die entlang der Folienzäune in regelmäßigen Abständen in den Boden eingegraben werden, überwiegend Erdkröten landen. Auch Molche, Grünfrösche wie der Teichfrosch und Braunfrösche wie der Grasfrosch gehen in die Eimer. Erdkröten sind jedoch meist in der Überzahl. Noch zählen sie zu den häufigsten Amphibien Niedersachsens.
Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Erdkröten vergleichsweise gut mit Fischen in ihren Laichgewässern zurechtkommen. Spezielle Bitterstoffe schützen sowohl die Kröten als auch ihre Larven und machen sie für Fische zu einer unattraktiven Beute. Selten bis sehr selten gewordene Arten wie der Laubfrosch, Gelb- und Rotbauchunke, die Kreuzkröte oder die in Niedersachsen fast ausgestorbene Wechselkröte haben in Gewässern mit Fischbesatz hingegen kaum eine Chance, sich erfolgreich fortzupflanzen.
In den vergangenen Jahren werden jedoch sowohl aus der Wissenschaft als auch von ehrenamtlich Aktiven im Amphibienschutz zunehmend alarmierende Stimmen laut, die von einem deutlichen Rückgang der Erdkröten berichten. Der Klimawandel mit seinen extremen Wetterlagen wie den zuletzt sehr trockenen Sommern, der Insektenschwund sowie Umweltgifte in Luft, Wasser und Boden, die über die empfindliche Haut der Tiere aufgenommen werden, gelten als mögliche Ursachen. Um diese Entwicklung mit belastbaren Zahlen zu belegen, ruft der Landesfachausschuss Feldherpetologie und Ichthyofaunistik des NABU Niedersachsen dazu auf, Erdkröten zu melden. Die neuen Daten werden in der Amphibien-Meldeplattform HerpetoMap des NABU Niedersachsen zusammengeführt, ausgewertet und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) für den behördlichen Naturschutz zur Verfügung gestellt. Voraussetzung für einen Zugang zur HerpetoMap sind gute bis sehr gute Kenntnisse in der Bestimmung von Amphibien und oder Reptilien. Auch Zufallsfunde können gemeldet werden. Wer bereits einen Zugang bei der KI-gestützten Meldeplattform Observation.org oder bei NABU Naturgucker besitzt, kann seine Daten mit Foto selbstverständlich auch dort eingeben.
Wer keinen solchen Zugang hat und keinen anlegen möchte, kann einen Fund per E-Mail an herpetomap@nabu-niedersachsen.de senden. Wichtige Angaben sind das Datum, ein möglichst genauer Fundort, die Anzahl der Tiere, mindestens ein gutes Belegfoto sowie die Erlaubnis, den Fund in die HerpetoMap eintragen zu dürfen. Der Eintrag erscheint ohne Namensnennung und ohne punktgenaue Darstellung, sondern mit dem Mittelpunkt eines 5 mal 5 Kilometer Quadrates, in der öffentlich zugänglichen Karte der HerpetoMap.
Auf der Webseite des NABU Niedersachsen ist zudem ein PDF-Dokument als Meldeformular hinterlegt, das alle erforderlichen Angaben übersichtlich zusammenfasst und als praktische Hilfe für die Fundmeldung genutzt werden kann.
Hintergrund
Der Landesfachausschuss Feldherpetologie und Ichthyofaunistik ist ein Zusammenschluss engagierter Ehrenamtlicher und Fachleute, die sich dem Schutz von Amphibien, Reptilien, Fischen und weiteren
wassergebundenen Tiergruppen widmen. Seit 2005 berät der Ausschuss den NABU Niedersachsen fachlich, koordiniert landesweite Projekte insbesondere im Amphibienschutz und fördert den Austausch zwischen
Aktiven im Naturschutz. Ziel ist es, Arten und ihre Lebensräume in Niedersachsen nachhaltig zu sichern und zu stärken.
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Quelle: NABU Niedersachsen
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