6. Februar 2026 | Artenschutz & Vögel
NABU: Funkelndes Farbspiel im Winter
Der NABU Niedersachsen meldet zahlreiche Sichtungen des farbenprächtigen Eisvogels
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Hannover – Ein flirrendes Türkis, ein Hauch von Exotik inmitten heimischer winterlicher Land-schaft: Wer derzeit an Niedersachsens Gewässern spazieren geht, reibt sich erstaunt die Augen. Immer häufiger wird ein farbenprächtiger Vogel beobachtet, der über das Wasser saust, sich in wagemutigem Sturzflug hineinfallen lässt oder auf überhängenden Ästen lauert: der Eisvogel. Der NABU Niedersachsen berichtet von zahlreichen Anrufen begeisterter Naturinteressierter, die das auffällige Schauspiel in freier Wildbahn melden.
„Alle sind begeistert, wenn sie Eisvögel beobachten können“, sagt Lamin Neffati, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. „Es gibt wohl kaum einen heimischen Vogel, der so exotisch wirkt und gleichzeitig als solche Rarität wahrgenommen wird.“ Mit schätzungsweise weniger als 2.000 Brutrevieren gehört der Eisvogel in Niedersachsen zu den gefährdeten Arten und war nie ein häufiger Brutvogel.
Seine Lebensräume sind ruhige, saubere Fließgewässer und diese sind zunehmend bedroht. Schadstoffe, Sedimente und Müll beeinträchtigen die Wasserqualität. Besonders empfindlich reagiert der Eisvogel auf Störungen an seinen Brutplätzen. Die Vögel graben Brutröhren in steile, sandige Uferwände, bis zu 90 Zentimeter tief. Kommt es durch menschlichen Einfluss, etwa durch Betreten oder das Anschlagen mit Flößen, zu Einstürzen, sind ganze Gelege in Gefahr.
Der anhaltende strenge Winter hat viele Gewässer verschont, sodass der Eisvogel in Nieder-sachsen derzeit dennoch ausreichend offene Wasserflächen findet. So erbeuten die Vögel ausreichend Nahrung wie z.B. kleine Fische, Wasserinsekten und im Frühjahr auch Kaulquappen. „Wären die Flüsse und Seen flächendeckend zugefroren, müssten die Eisvögel weiterziehen und an offenen Stellen wie Wehren nach Beute suchen“, erklärt Neffati. Auch mitten in Städten wie Oldenburg werden sie gesichtet.
Der Eisvogel jagt meist von einem Ast aus, kann aber auch in der Luft rüttelnd stehen bleiben, bevor er zielsicher ins Wasser stößt. Fast wie ein kleiner, bunter Falke. Auch seine Brutpflege ist außergewöhnlich: Während das Weibchen bereits die zweite Brut bebrütet, versorgt das Männchen noch die Jungen der ersten. Eine so genannte „Schachtelbrut“.
Wer den Eisvogel schützen möchte, kann aktiv werden. Der Bau künstlicher Brutröhren oder spezieller Eisvogelstationen ist zwar aufwendig, aber mit Hilfe fachkundiger NABU-Gruppen realisierbar. Für alle, die mehr über den „fliegenden Edelstein“ erfahren wollen, bietet der NABU Niedersachsen ein Info-Paket mit Beobachtungstipps und Wissenswertem zum Eisvogelschutz an. Es kann gegen eine 5-Euro-Banknote unter dem Stichwort „Eisvogel“ beim NABU Niedersachsen, Alleestr. 36, 30167 Hannover, angefordert werden.
Quelle: NABU Niedersachsen
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