20. Januar 2026 | Vogelzählung begeistert Niedersachsen
Starke Beteiligung und spannende Beobachtungen zur Stunde der Wintervögel
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Hannover – Die bundesweite Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ neigt sich dem Ende zu und in Niedersachsen herrschte über den gesamten Zeitraum der Aktion eine enorme Zähllust: Am Wochenende sind zahlreiche Nachmeldungen eingegangen und bis zum 19.01.2026 um 23:59 Uhr konnten Beobachtungen weiterhin unter www.stundederwintervoegel.de eingetragen werden. Für alle, die ihre Sichtungen noch nicht gemeldet hatten, war das jetzt die letzte Gelegenheit.
Der NABU Niedersachsen zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf der Aktion äußerst zufrieden – sowohl was die Beteiligung betrifft, als auch die sich abzeichnenden Trends. „Die Zahl der Teilnehmenden ist in Niedersachsen in diesem Jahr deutlich gestiegen“, freut sich Lamin Neffati, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. „Gerade angesichts der angespannten Wetterlage der vergangenen Tage ist das ein starkes Zeichen für das große Interesse an unserer heimischen Vogelwelt.“
Die aktuellen Zwischenergebnisse zeigen ein deutliches Bild: Die Kohlmeise bleibt mit knappem Vorsprung die häufigste Art, dicht gefolgt vom Haussperling, der sich zum Ende des Meldezeit-raums nochmals etwas erholen konnte. Eine besonders erfreuliche Entwicklung zeigt sich bei der Amsel, die sich offenbar gut vom Bestandseinbruch durch das Usutu-Virus erholt hat.
Finkenvögel wie der Buchfink sind in diesem Jahr besonders stark vertreten, während andere wie der Grünfink deutlich seltener gemeldet wurden. Unter den Meisenarten sticht die Tannenmeise hervor. Dies könnte ein möglicher Hinweis darauf sein, dass Waldvögel durch den Frost und die geschlossene Schneedecke vermehrt Futterstellen in Siedlungsnähe aufgesucht haben.
Zu den auffälligsten Beobachtungen zählen in diesem Jahr auch große Trupps von Goldammern, deren vermehrtes Auftreten bei Kälteeinbrüchen auch aus der Fachliteratur bekannt ist. Unter den klassischen Wintergästen hat sich vor allem die Rotdrossel in vielen Gärten und Parks blicken lassen.
Ein bemerkenswerter Nebeneffekt: Das Rebhuhn, kürzlich zum Vogel des Jahres 2026 gekürt, wurde auffallend häufig gemeldet. Vermutlich, weil viele Naturfreundinnen und -freunde bei ihrer Zählung besonders aufmerksam auf den neuen Jahresvogel geachtet haben.
Hintergrund: Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-aktion und findet bereits zum 16. Mal statt. Die Zählung liefert wertvolle Daten, um die Trends bei der Bestandent-wicklung der Arten im Siedlungsraum zu verfolgen. Im vergangenen Jahr haben rund 122.000 Menschen mitgezählt. Wer mitmachen will, beobachtet eine Stunde lang die Vögel vor dem Fenster, im Garten oder im Park und meldet die Ergebnisse dem NABU. Von jeder Art wird die höchste Anzahl Vögel notiert, die während der Stunde gleichzeitig gesichtet wurde.
Quelle: NABU Niedersachsen
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