17. März 2026 | Citizen Science
Zecken melden und Forschung unterstützen
NABU ruft gemeinsam mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover zur Teilnahme an Meldeaktion auf
Hannover. Mit den wärmeren Monaten zieht es viele Menschen und ihre Haustiere wieder häufiger nach draußen. Doch dabei sind auch Zecken aktiv. Wer nach einem Spaziergang eine Zecke entdeckt, kann mit einem Foto und einer kurzen Meldung dazu beitragen, wichtige Daten für die Forschung zu sammeln. Der NABU ruft gemeinsam mit der Plattform NABU|naturgucker und der Tierärztlichen Hochschule Hannover erneut dazu auf, Zeckenfunde zu melden und so die Wissenschaft zu unterstützen.
„Wir möchten untersuchen, wie sich im Zuge des Klimawandels die geografische Verbreitung von Buntzecken und anderen Zeckenarten in Deutschland weiterentwickelt”, so Theresa Seidel, NABU-Expertin für Citizen Science. „Anders als früher sind Zecken heute aufgrund der höheren Temperaturen nicht saisonal, sondern ganzjährig unterwegs. Darum können Zeckenfunde auch jederzeit gemeldet werden.“
Aktuell sind rund 20 Zeckenarten in Deutschland bekannt. Einige von ihnen können beim Stich Krankheitserreger übertragen, darunter Lyme-Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). In den vergangenen Jahren tauchten außerdem verstärkt Zeckenarten auf, die ursprünglich aus südlicheren Regionen Europas stammen. Mit ihnen gelangen auch neue Krankheitserreger nach Deutschland.
Insbesondere die zugewanderte Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus) hat es in sich. Seidel: „Sie kann vor allem für Hunde gefährlich sein. Denn die auch Auwaldzecke genannte Wiesenzecke überträgt die oft tödlich verlaufende Babesiose, die auch als Hundemalaria bekannt ist.“
Prof. Christina Strube von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die seit Jahren an Zecken forscht: „Um die Ausbreitung zu beobachten, brauchen wir möglichst viele Beobachtungsdaten und Fotos. Die Fotos sind wichtig, da es nicht leicht ist, die Arten zu unterscheiden. Am besten sollten die Zecken von der Ober- und Unterseite fotografiert werden, damit wir sie identifizieren können.“ Außerdem soll mit den Daten geklärt werden, welche Tierarten von welchen Zeckenarten besonders oft befallen werden und welche Körperstellen am häufigsten betroffen sind.
Nach jedem Aufenthalt in der Natur sollten der eigene Körper und das Haustier nach Zecken abgesucht werden. Vorhandene Zecken unbedingt zunächst entfernen und dann erst fotografieren.
„Wir möchten vor allem Menschen mit Hunden oder Katzen dazu aufrufen, an unserer Meldeaktion teilzunehmen. Detaillierte Angaben zu den Beobachtungen sind dabei von großer Bedeutung. Unser Meldeformular sollte daher vollständig ausgefüllt werden“, so Seidel. „Da Zecken oft erst einige Zeit nach einem Spaziergang oder einer Reise entdeckt werden, kann es sein, dass der Fundort nicht mit dem Ort übereinstimmt, an dem die Zecke gelebt hat. Diese Angaben sind wichtig, wenn Zeckenarten in Gegenden gefunden werden, in denen es sie vorher noch nicht gab.“
Zecken melden: https://nabu-naturgucker-beobachtungen.de/zecken
Quelle: NABU Niedersachsen
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