Aktuell Informativ Meinungsbildend NATUR & UMWELT
Aktuell                                                 Informativ                                                                                            Meinungsbildend                                   NATUR & UMWELT

16. Dezember 2025 | Luchsbericht 2024/25

 

Erneut Luchsnachwuchs im Reinhardswald

 

Luchsvorkommen in Nordhessen bleibt stabil

 

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hat den gemein-samen Luchsbericht mit dem Arbeitskreis (AK) Hessenluchs veröffentlicht. Erneut konnten Luchse in Nordhessen nachgewiesen werden.

 

Auch in diesem Jahr hat es in Hessen wieder Luchsnachwuchs gegeben. Im Reinhardswald sind zwei junge Luchse unterwegs. Darüber hinaus wurden insgesamt neun selbständige, also min-destens einjährige, Luchse eindeutig identifiziert. Das Hauptstreifgebiet der meisten Tiere lag – wie bereits im Vorjahr – in Niedersachsen, mindestens zwei haben sich jedoch dauerhaft in Hessen niedergelassen. Luchse galten in Hessen 150 Jahre lang als ausgerottet, erst seit 15 Jahren sind einzelne Tiere wieder bei uns sesshaft geworden.

 

Umweltstaatssekretär Michael Ruhl sagte dazu: „Die Rückkehr des Luchses ist ein Langzeit-projekt, der erneute Nachweis in Hessen ein Erfolg für den Naturschutz, der nur durch Verbes-serungen der Biotopstruktur möglich wurde. Ich danke allen Beteiligten für Ihre Arbeit am Luchs-bericht, der wertvolle Erkenntnisse liefert.“

 

Nachweise ausschließlich aus Nord- und Nordosthessen

 

Von den insgesamt 118 ausgewerteten Luchsbeobachtungen und Meldungen, konnten 102 als sichere Nachweise bestätigt werden. Der weit überwiegende Anteil dieser Nachweise geht auf das Fotofallen-Monitoring des HLNUG zurück, welches im vergangenen Jahr systematisch erweitert wurde. Mittlerweile sind hierfür rund 30 Kamerafallen an 20 Standorten im Einsatz. Ergänzt wird das systematische Monitoring durch die Zufallshinweise, die beim AK Hessenluchs gemeldet werden. 

 

Die meisten der gesicherten Nachweise (Nachweise der Kategorie C1) stammen aus Nord- und Nordosthessen, was vor allem auf die räumliche Nähe zum Harzer Luchsvorkommen auf nieder-sächsischer Seite zurückzuführen ist. Im Harz startete bereits im Jahr 2000 ein Wiederansied-lungsprojekt der größten europäischen Katze, sodass sich die Art dort mittlerweile wieder etablie-ren konnte und sich von dort aus, wenn auch sehr langsam, ausbreitet. Um diese Ausbreitung zu verfolgen, startete im Frühjahr 2024 der Nationalpark Harz in Kooperation mit der Universität Göttingen und dem HLNUG ein grenzüberschreitendes Luchsprojekt, welches durch das seit Oktober 2024 fortgesetzte Monitoring des HLNUG bis heute andauert.

 

Reinhardswald: Erneut Luchsmutter mit Jungtieren fotografiert

 

Wie bereits in den Jahren zuvor konnte eine Luchsmutter mit Jungtieren mehrfach im Reinhardswald (Landkreis Kassel) fotografiert werden. „Da der erste Nachweis dieses Weibchens mit Jungtieren im September 2024 in Hessen gelang, wird diese Reproduktion gemäß den Bundesmonitoring-Standards für Hessen gewertet. Die wiederholten Nachweise von Jungtieren im nordhessischen Monitoringgebiet des HLNUG als auch eine gewisse Fluktuation weiterer Luchsindividuen dort, lassen hoffen, dass sich in Nordhessen wieder eine kleine Teilpopulation der „Harzluchse“ etabliert“, erklärt HLNUG-Präsident Prof. Dr. Schmid.

 

Ausbreitungstendenzen über das Kerngebiet hinaus

 

Bemerkenswert ist, dass aktuelle Nachweise nicht auf das Kerngebiet im Norden Hessens be-schränkt sind: Auch weiter südöstlich konnten Luchse über Fotofallen oder Zufallssichtungen dokumentiert werden. Diese Funde deuten darauf hin, dass einzelne Tiere größere Distanzen zurücklegen und sich die Art möglicherweise schrittweise nach Süden und Osten ausbreitet. „Vor dem Hintergrund des im letzten Jahr gestarteten Luchs-Wiederansiedlungsprojekts in Thüringen, aus dem Zuwanderungen aus östlicher Richtung zu erwarten sind, könnte sich so möglicherweise eine Vernetzung der Populationen Harz und Thüringen über Hessen entwickeln“, erklärt Josephin Bruhn, Naturschutzreferentin des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) und Mitautorin des Luchsberichtes. Geduld ist jedoch gefragt: „Luchsweibchen lassen sich nur in der Nähe anderer Luchse zur Fortpflanzung nieder, sodass sich die Populationen nur langsam ausbreiten“, betont Josephin Bruhn.

 

Die langsame Ausbreitung und die noch sehr geringe Individuenzahl machen das Vorkommen der Art in Hessen weiterhin sehr anfällig für Verkehrsunfälle oder Krankheiten.

 

Hintergrund

 

1833 soll im Odenwald der letzte hessische Luchs erlegt worden sein, danach war die Art hierzulande ausgerottet. 2011 wurde mit Fotofallen des BUND Hessen im Forstamt Melsungen erstmals wieder Reproduktion nachgewiesen. Durch die in den Jahren danach im Auftrag des HLNUG betreuten umfangreichen Fotofallenprojekte gelang die gute Dokumentation der Reproduktion der Luchse zwischen 2010 und 2015. 2016 konnte keine Reproduktion mehr festgestellt werden, da einige Tiere der Räude, eine durch Milben verursachte Hautkrankheit, zum Opfer fielen. Seit 2014 führt das HLNUG ein eigenes Fotofallenmonitoring zum Luchs durch, teilweise auch in Kooperation mit der Universität Göttingen und dem Nationalpark Harz.

 

Das HLNUG ist die zuständige Institution in Hessen für die Erfassung und das Monitoring von Arten, die der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) unterliegen. Hierzu zählt auch der Luchs, ebenso wie über 130 weitere in Hessen vorkommende streng geschützte Arten. Die in den Ländern nach festgelegten Monitoring-Standards erfassten Arten werden auf Bundesebene zusammengeführt und alle sechs Jahre der EU-Kommission gemeldet.

 

Der AK Hessenluchs konstituierte sich im Mai 2004 auf Initiative des Ökologischen Jagdvereins Hessen (ÖJV) und des BUND Hessen. Weitere tragende Organisationen sind die Arbeitsgemein-schaft Naturgemäße Waldwirtschaft Hessen (ANW), der Bund Deutscher Forstleute (BDF), die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), der Naturschutzbund Hessen (NABU) und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Hessen (SDW) sowie der Landesbetrieb HessenForst. Seit 2007 erstellt der Arbeitskreis Hessenluchs jährlich den Luchsbericht im Auftrag des Landes Hessen; der aktuelle Bericht entstand erstmalig in Zusammenarbeit mit dem HLNUG.

 

Quelle:

Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat

Neue Wildnisbroschüre
 
„Vielfältig. Vertikal. Wild“
 
(c) NP Berchtesgaden
 
Der Reichtum an Tieren, Pflanzen,

Pilzen oder Flechten und auch die Vielfalt an Lebensräumen im National-park Berchtesgaden ist enorm: Aktuelle Forschungen haben unter anderem 13.544 Pilzarten, 1.100 Gefäßpflanzen, 100 Vogelarten und 16 Reptilien- und Amphibienarten für das Gebiet des Nationalparks nachgewiesen.

 

Die neue, kostenfreie Wildnisbroschüre  zeigt ausgewählte Besonderheiten der Fauna und Flora des Nationalparks, gegliedert nach den vier Hauptlebens-räumen: Wasser, Wald, Offenland und Fels. Das Heft ist hier zu bestellen.

Internationaler Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2026“ 

Auf Entdeckungsreise in Europas Natur

„Gut gegähnt, Polarfuchs“ von Marcel Gerson, Siegerbild des EuroNatur-Fotowettbewerbs 2025.

Bereits zum 33. Mal laden die Natur-schutzstiftung EuroNatur und ihre Wett-bewerbspartner Hobby- und Profifoto-grafen dazu ein, die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt Europas sowie die schön-sten Landschaften des Kontinents in eindrucksvollen Bildern einzufangen.

„Gipfelstürmer“ von Melanie Weber, 9. Platz im diesjährigen Fotowettbewerb.

Eine Fachjury kürt die ausdrucksstärk-sten Motive. Die besten Aufnahmen zieren den EuroNatur-Wandkalender

und werden mit Geldpreisen prämiert. Die Gewinnerfotos werden zudem im EuroNatur-Magazin und in der Zeit-schrift „natur" sowie auf den Internet-seiten der Veranstalter veröffentlicht. 

Einsendeschluss ist der 31. März 2026. Nähere Informationen zum Wettbewerb sind hier zu finden.

Neues Buch

Georg Bayerle
Der Alpen Appell

Warum die Berge nicht zum Funpark werden dürfen

Der Alpenkenner, Filmemacher und Journalist Georg Bayerle beobachtet die exzessive Erschließung und Ver-marktung der Bergwelt seit mehreren Jahrzehnten, privat wie beruflich. In seiner Streitschrift analysiert er scho-nungslos den Zustand eines immer fragiler werdenden Ökosystems, hinter-fragt die auf reiner Ausbeutung basie-rende Alpenökonomie – und er zeigt Wege für die Zukunft auf, wie wir das großartige Gebirge inmitten des Kon-tinents doch vor uns retten können.

Ein Plädoyer zum Schutze eines unersetzlichen Lebens- und Erholungs-raumes vor unserer Haustüre!

160 Seiten, Zweifarbdruck, 16 Fotos; 11,5 x 20,5 cm, Klappenbroschur; Tyrolia-Verlag, Innsbruck Wien 2025; ISBN 978-3-7022-4260-2, € 20,-
Auch als E-Book erhältlich,
ISBN 978-3-7022-4290-9, € 16,99

Neue Reisebroschüre 

Nachhaltig erleben, staunen und mitmachen!

© NNL

Die Broschüre lädt dazu ein, Deutsch-lands Naturparadiese zu entdecken. Auf 28 Seiten bündelt sie nachhaltige Naturerlebnis-Angebote in Nationalpar-ken, Naturparken und Biosphärenreser-vaten. Neben Inspiration für Ausflüge und Urlaubsreisen bietet die Broschüre auch Möglichkeiten zum Mitmachen: Ob im Programm „Ehrensache Natur“, als Fördermitglied oder durch einen Spendenbeitrag – jedes Engagement für eine intakte Natur, ein gesundes Klima und den Erhalt der biologischen Vielfalt ist willkommen. [>>>mehr]

Spendenaufruf

NATUR Online bittet um Spenden!

Ihre Spenden helfen dabei, unsere Redaktion bei ihrer wichtigen Arbeit für NATUR Online zu unterstützen und die Infrastruktur zum Betrieb zu erhalten.

Nur durch Spenden bleiben wir unab-hängig und in weiten Teilen werbefrei. Spenden an die gemeinnützige GNA können Sie steuerlich geltend machen. 

Wie das geht? Ganz einfach. Einen Betrag überweisen, Spendenbeschei-nigung anfordern und dem Finanzamt vorlegen. Herzlichen  DANK! 

Bankverbindung

Spendenkonto der GNA e.V.

Raiffeisenbank Rodenbach

Stichwort: NATUR Online

 

IBAN DE75 5066 3699 0001 0708 00 BIC   GENODEF1RDB

Sonderbericht

Copyright: Moholoholo Wildlife Rehabilitation Center

Südafrika im Mai 2025

Massenvergiftung Weißrückengeier

Ein besonderer Bericht von ELISABETH ZOJA

[>>>Zum Bericht]

Ausstellung

Grafik: VISUAL SPACE AGENCY & STUDIO BENS

 

Natur und deutsche Geschichte

Glaube – Biologie – Macht

 

Neue Ausstellung
ab dem 14. November 2025 im
Deutschen Historischen Museum

Was ist gemeint, wenn von „Natur“ die Rede ist? Auf diese Frage sind in der deutschen Geschichte sehr unter-schiedliche Antworten gegeben worden. Regierungen sowie religiöse und politi-sche Bewegungen haben den Begriff der Natur definiert – und für sich bean-sprucht. In einer neuen Ausstellung zeigt das Deutsche Historische Mu-seum, wie unterschiedlich „Natur“ zu verschiedenen Zeiten im Spannungs-feld von Glaube, Biologie und Macht verstanden und politisch eingesetzt wurde. Der schillernde und vielseitige Begriff der „Natur“ wird in seiner histori-schen Breite und Tiefe ausgelotet.

Mehr Informationen beim DHM

NATUR Online  Kolumne

Beiträge zu Nachhaltigkeitsthemen

aus der Redaktion

AKTUELLER  BEITRAG

Burgenbaumeister im Anmarsch

WEITERE THEMEN

Ohne Wasser geht es nicht

Es gibt kaum noch Dunkelheit

Ein Plädoyer für den Maulwurf

Kein Torf in den Topf

Steine blühen nicht


[>>>weiterlesen]

NATUR Online   Tipp

Der neue Podcast der Deutschen Umwelthilfe (DUH) , der Natur-schutz zum Erlebnis macht

Veranstaltung 2026

Grenzenlos wandern

Der 123. Deutsche Wandertag findet vom 24. bis 27. September 2026 unter dem Motto „bewegt verbunden – Gemeinsam durch das Erzgebirge“ in Oberwiesenthal statt. Erstmals wird das traditionsreiche Großereignis eng mit der internationalen EURORANDO verknüpft, die bereits ab dem 20. September Wanderfreundinnen und -freunde aus ganz Europa ins deutsche und tschechische Erzgebirge führt.

Wer sich für den Deutschen Wandertag interessiert, findet nicht nur ein Wan-derfest, sondern auch eine Plattform für Vernetzung, Ehrenamt und Nachhaltig-keit. Der DWV lädt Vereine und andere Unterstützer ein, sich einzubringen und das Ereignis aktiv mitzugestalten.

www.wanderverband.de

Jetzt da | Kurzprogramm zum
38. Deutscher Naturschutztag

NATUR  MENSCH  ZUKUNFT
10. bis 14. März 2026 in Berlin
Freie Universität Berlin-Dahlem


Das ist der DNT: über 100 Fachvor-träge, Exkursionen (Berlin & Branden-burger Umland), Barcamps, Fach-Ausstellung, Berufsfeldforum Natur-schutz, Landesempfang, Lange Nacht des Naturschutzes und und und...

Informieren - Vernetzen - Mitgestalten!

Aktuelle Infos 

Anmeldungen ab Mitte November 2025

Programm & Anmeldung
DNT2026_Kurzprogramm.pdf
PDF-Dokument [367.2 KB]

NATUR Online  Reklame

Erfolgreich werben mit NATUR Online

[>>>weiterlesen]

 

FREIANZEIGE Alzheimer Forschung Initiative e.V.
FREIANZEIGE

Seminar- und Gästehaus Südfrankreich

Horizons Séranne bietet sanften Touris-mus, der Treffen und Austausch schafft und zu lebendigen Diskussionen über Europa und seine politischen Inhalte beiträgt. Die Bildungsangebote richten sich an Interes-sierte, die das europäische Natur- und Kulturerbe verstehen und die fremde Land-schaften bereisen wollen. www.seranne.de

 

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Schalten Sie Anzeigen, präsentieren Sie Ihr Unternehmen, Produkt oder Buch in einem redaktionellen Um-feld aktueller Nachrichten [>>>mehr].

Bei Interesse genügt eine kurze Mail: anzeigen@natur-online.info.

NATUR Online 
Charity-Shopping

Wenn schon Einkaufen, dann gleich Gutes tun. Zum Beispiel  Projekte in der Umweltbildung oder im Natur- und Artenschutz unterstützen. Hier geht es lang.

NATUR Online 

In eigener Sache

Wir sind nur so gut wie Sie

Übersenden Sie uns Ihre Pressemittei-lungen. Steigern Sie Ihre Sichtbarkeit und Reichweite mit NATUR Online. 

Wir freuen uns über jede qualifizierte Meldung zu unseren Themenbereichen.

Redaktion NATUR Online

Mühlstraße 11 | D - 63517 Rodenbach
Telefon: 06184 –  99 33 797

magazin@natur-online.info

Spenden erwünscht

NATUR Online wird von der GNA e.V. herausgegeben. Dazu benötigen wir Ihre Unterstützung u.a. in Form von Spenden. Spenden an die gemein-nützige GNA sind steuerlich absetzbar. 

 

Raiffeisenbank Rodenbach

IBAN DE75 5066 3699 0001 0708 00
BIC    GENODEF1RDB

Stichwort: NATUR Online

Hinweis: Soweit nicht anders angege-ben, verwenden wir pixabay.com Fotos.

Aktualisiert am 19. Dezember 2025

Besucher:innen

06/11/2025

Druckversion | Sitemap
© Copyright 2013 - 2025 Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung e.V.

E-Mail