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07. April 2026 | Internationaler Tag des Bibers

 

Ureinwohner der Auen


Main-Kinzig-Kreis. In wenigen Wochen kommt eine neue Generation junger Biber zur Welt. Was die Tiere im hessischen Main-Kinzig-Kreis erwartet, ist allerdings alles andere als ein sorgenfreies Leben, berichtet die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA).


Der Eurasische Biber (Castor fiber) ist der größte europäische Nager. Mit bis zu 30 kg Körpergewicht und einer Körperlänge von 80 bis 130 cm ist er ein Tier, das seinen Lebensraum aktiv gestaltet, Burgen und Dämme baut und in der Lage ist, Wasser anzustauen. „Das macht er nicht, um uns zu ärgern, sondern weil es in seiner Natur liegt“, so die Vorsitzende der GNA, Susanne Hufmann.


Biber waren seit dem 19. Jahrhundert in Hessen ausgerottet, bis sie Ende der 1980er Jahre im hessischen Spessart wiederangesiedelt wurden. An Sinn und Jossa setzte man damals 18 „Elbebiber“ aus. Deren Ansiedelung glückte sofort. „Seitdem ist der Main-Kinzig-Kreis das Hauptausbreitungsgebiet für Hessen und Bayern. Mit der erfolgreichen Wiederansiedlung begannen aber auch die Konflikte mit den neuen Bewohnern der Auen – uns Menschen.“


Von Beruf Holzfäller und Wasserbauingenieur
Aus Ästen und Zweigen, die bis zu einem Meter lang sein können, bauen die an das Leben an Wasser bestens angepassten Säugetiere Dämme, die sie mit Schlamm und Pflanzenteilen abdichten. Sie stauen kleine Bäche und Gräben auf, bis ein „Bibersee“ entsteht.


Erst ab einer Wassertiefe von 80 cm und mehr beginnt der Burgenbau. Denn der Eingang muss unter Wasser liegen, um bei Gefahr schnell abtauchen zu können. Da Gewässer im Winter nicht bis zum Grund zufrieren, erreichen Biber auch dann noch ihre Nahrungsvorräte. In der Zeit, in der die Natur nichts Frisches zu bieten hat, sind sie auf Baumrinden angewiesen. In der kalten Jahreszeit fällen sie vor allem Gehölze – am Gewässer meist Weiden – um nicht zu verhungern.

 

Bemerkenswerte Lebensweise
Biber halten keinen Winterschlaf, sind dämmerungs- und nachtaktiv und ernähren sich ausschließlich vegetarisch. Sie leben monogam und in Familienverbänden. Die Elterntiere bewohnen mit den letzten beiden Jungtiergenerationen ein Revier, das sie mit einem körpereigenen Sekret markieren.


Geschlechter äußerlich kaum zu unterscheiden
Mit 25.000 Haaren pro Quadratzentimeter ist das braune Fell besonders dicht. Nur der breite, abgeplattete Schwanz, Kelle genannt, ist mit einer lederartigen Haut bedeckt und unbehaart. Die Schneidezähne sind groß, scharf und wachsen ein Leben lang nach! Biber haben kleine Vorderpfoten, mit denen sie ihre Bauwerke errichten, aber große Hinterfüße mit Schwimmhäuten, die als Paddel dienen.

 

Spuren der tierischen Landschaftsgestalter sind im Kinzigtal nicht zu übersehen
„Ebenso wenig und immer mehr sind aber auch die Spuren von Eingriffen und Verfolgung durch den Menschen nicht zu übersehen“, kritisiert Günter Könitzer in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender der GNA. Dazu zählt der engagierte Artenschützer vor allem das Einreißen von Dämmen, das Ablassen von Biberseen oder Störungen am Bau. „Was die wenigsten wissen ist, dass Wildtiere in Deutschland nach dem Bundesnaturschutzgesetz grundsätzlich streng geschützt sind. Das gilt auch für den Biber.“


Gegen Vorurteile hilft nur sachliche Information
Auch europaweit steht der Biber unter Schutz. Grundlage dafür ist die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union. Jede Art von Nachstellung oder die Zerstörung seiner Lebensstätten ist verboten. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen, Bußgelder oder Ersatzleistungen für entstandene Schäden in zerstörten Biberlebensräumen.

 

„So weit sollte man es erst gar nicht kommen lassen“, meint Könitzer. Schließlich gibt es immer Lösungen. Praktikabel wäre zum Beispiel die Anlage von zehn Meter breiten Uferrandstreifen auf beiden Seiten eines Gewässers, die zeitweilige Überschwemmungen problemlos überstehen. Kommunen könnten hierfür die Pacht betroffener landwirtschaftlicher Flächen reduzieren oder ganz erlassen. So profitieren Landwirte, Kommunen und die Natur gleichermaßen.


Fleißiger Biber hilft zum Nulltarif
Auen sind ihr natürlicher Lebensraum. Sie besiedeln fließende und stehende Gewässer und bevorzugen Ufer mit dichter Kraut- und Weichholzvegetation. Durch ihre Bautätigkeit schaffen sie mit großer Kreativität und Ausdauer Kleingewässer, Totholzstrukturen und ganze Feuchtgebiete.

 

Fast über Nacht und ganz ohne Baugenehmigung entstehen Lebensräume, die vielen seltenen und bedrohten Tier- und Pflanzenarten zugutekommen. „Da wo viel Geld und Energie für Renaturierungen und den Erhalt der Biodiversität aufgewendet werden müsste, hilft uns der alteingesessene Auenbewohner zum Nulltarif. Das ist ein großer Gewinn für die Biodiversität und natürlich für uns!“, so Könitzer abschließend.


Neues Faltblatt: Den Biber hautnah erleben!
Die GNA erklärt anschaulich, wie der Biber lebt und welche Bedeutung er für unsere Natur hat. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen und mehr Verständnis für den geschützten Auenbewohner zu schaffen. Das Faltblatt ist kostenlos erhältlich unter 06184 – 99 33 797 oder per E-Mail an gna.aue@web.de. Auf Wunsch können auch mehrere Exemplare angefordert werden.


Naturschutz aktiv unterstützen

Die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA e. V.) engagiert sich für den Schutz von Natur und Artenvielfalt – und alle können dabei helfen: Spenden unterstützen konkrete Naturschutzprojekte und sind steuerlich absetzbar. Die Bankverbindung lautet: Raiffeisenbank Rodenbach, IBAN: DE75 5066 3699 0001 0708 00. Mehr Informationen zu Projekten, Aktionen und Veranstaltungen unter www.gna-aue.de. Oder den kostenlosen Newsletter abonnieren über gna.aue@web.de (jederzeit an- und abmeldbar).

 

Quelle: Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung e. V. (GNA)

Kostenloses Online-Webinar

„Ressourcenleicht Leben 2045: Ressourcenkon-sumziele gesellschaftlich gestalten“

Dienstag, 14. April 2026,

11:00 – 12:00 Uhr

Beim WWF-Projekt „Ressourcenleicht Leben 2045“ wurden gemeinsam mit Bürger:innen Zukunftsbilder und Personas für ein gutes Leben mit halbiertem Ressourcenverbrauch entwickelt und durch eine repräsentative Umfrage ergänzt. 


Im Webinar werden die zentralen Ergebnisse des Projekts gemeinsam mit Partnern aus dem Wuppertal Institut, dem Öko-Institut, Politics for Tomorrow und Ellery Studio vorgestellt und diskutiert, welche Schritte wir jetzt gehen müssen, um den Ressourcenverbrauch zu halbieren.

 

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist bis zum 13. April 2026 hier erforderlich.

Pflanzwettbewerb

Deutschland summt!

Die gemeinnützige Stiftung für Mensch und Umwelt veranstaltet zum 11. Mal den "Deutschland summt!"-Pflanzwettbewerb. Menschen in ganz Deutschland sind eingeladen, ihre Flächen naturnah zu gestalten und Lebensräume für Wildbienen und andere Insekten zu schaffen.

 

Beiträge können bis spätestens 31. Juli 2026 auf der Wettbe­werbsplattform hochgeladen werden:

https://wettbewerb.wir-tun-was-fuer-bienen.de

Gewünscht ist eine Kurzbeschreibung der Aktion mit Vorher-Nachher-Fotos der neu gestalteten Fläche mit heimischen Blüh­pflanzen und Gartenstrukturen. Egal, ob die Fläche zwei oder 5.000 m² groß ist, öffentlich oder privat – für alle Interessierten gibt es eine passende Kategorie.

Vortragsreihe und Themenabende „Biosphäre“

UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Die Kernzone Rhönkopf – ungestörter Lebensraum mit zahlreichen Totholzstrukturen für viele Fledermausarten / © K. Marbach

21. April 2026, 18:00 – 19:30 Uhr

„Agroforst Pilotprojekte"

19. Mai 2026, 20:00 – 22:00 Uhr

Dokumentarfilm „Wie geht Natur!“,

Prof. Dr. Succow

23. Juni 2026, 18:00 – 19:30 Uhr

Online-Plattform Rhönflora

18. August 2026, 18:00 – 19:30 Uhr

„Unendliche Weiten, eine Reise in die Tiefen des Alls"

22. September 2026, 18:00 – 19:30 Uhr

„Geflügelte Vielfalt in Streuobstwiesen"

26. Oktober 2026, 18:00 – 19:30 Uhr

„Nachhaltigkeit in Zahlen - ein Quizabend zur Rhön"

Digitales Blühbarometer 2026

Die Blüte der japanischen Zier-kirsche ab sofort online verfolgen

Kirschblüte | Foto: SSG Sandra Moritz

Der Anblick der blühenden Kirsch-bäume im Schlossgarten Schwetzingen ist für viele Gäste ein wahres Frühlings-Highlight. Um die Entwicklung bis zur vollen zartrosa-weißen Blüte nicht zu verpassen, können Interessierte den Stand ab sofort im digitalen „Blühbaro-meter“ live mitverfolgen – und zum richtigen Zeitpunkt die Blütenpracht bei einem Besuch im Schlossgarten bestaunen. Das Barometer mit den aktuellen Aufnahmen ist zu finden unter www.schloss-schwetzingen.de.

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Jagdmesse Dortmund

Neue Gutachten zum Ausschluss von Trophäenjagdangeboten

 

Tier- und Artenschützer fordern Vermarktungsstopp tier- und artenschutzwidriger Jagdreisen

Am 27. Januar startete Europas größte Jagdmesse JAGD & HUND. Über 90 Aussteller boten dort Trophäenjagd auf Elefant, Nashorn, Löwe, Eisbär und viele weiteren Arten an. Dabei zeigen zwei neue Rechtsgutachten, dass ein Ausschluss tier- und artenschutz-widriger Messeangebote möglich ist.
21 Tier- und Artenschutzorganisationen fordern die Stadt auf, Anbieter von Trophäenjagdreisen endlich von der Messe zu verbannen. Pressemitteilung von Pro Wildlife vom 26. Januar 2026

Nationalpark Hainich

Das neue Veranstaltungsprogramm steht  im Zeichen des Jubiläums „15 Jahre Weltnaturerbe Buchenwälder“.

Mehr Infos zum Programm
260115_MITMACHEN.pdf
PDF-Dokument [234.0 KB]

Neue Veröffentlichung liefert Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmit-telindustrie. Der Konzernatlas beleuch-tet die Marktmacht der großen Konzer-ne vom Saatgut bis zum Supermarkt und zeigt auf, wie Politik und Bürger-*innen diese Macht begrenzen können - für eine umweltverträgliche, sozial gerechte und nachhaltige Ernährung.

Die Herausgeber Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre warnen: Wenige Konzerne setzen Preise durch – von Saatgut und Pestiziden bis zum Lebensmitteleinzel-handel – und beeinflussen politische Entscheidungen.

Wildnisbroschüre
 
„Vielfältig. Vertikal. Wild“
 
(c) NP Berchtesgaden
 
Der Reichtum an Tieren, Pflanzen,

Pilzen oder Flechten und auch die Vielfalt an Lebensräumen im National-park Berchtesgaden ist enorm: Aktuelle Forschungen haben unter anderem 13.544 Pilzarten, 1.100 Gefäßpflanzen, 100 Vogelarten und 16 Reptilien- und Amphibienarten für das Gebiet des Nationalparks nachgewiesen.

 

Die neue, kostenfreie Wildnisbroschüre  zeigt ausgewählte Besonderheiten der Fauna und Flora des Nationalparks, gegliedert nach den vier Hauptlebens-räumen: Wasser, Wald, Offenland und Fels. Das Heft ist hier zu bestellen.

Georg Bayerle
Der Alpen Appell

Warum die Berge nicht zum Funpark werden dürfen

Der Alpenkenner, Filmemacher und Journalist Georg Bayerle beobachtet die exzessive Erschließung und Ver-marktung der Bergwelt seit mehreren Jahrzehnten, privat wie beruflich. In seiner Streitschrift analysiert er scho-nungslos den Zustand eines immer fragiler werdenden Ökosystems, hinter-fragt die auf reiner Ausbeutung basie-rende Alpenökonomie – und er zeigt Wege für die Zukunft auf, wie wir das großartige Gebirge inmitten des Kon-tinents doch vor uns retten können.

Ein Plädoyer zum Schutze eines unersetzlichen Lebens- und Erholungs-raumes vor unserer Haustüre!

160 Seiten, Zweifarbdruck, 16 Fotos; 11,5 x 20,5 cm, Klappenbroschur; Tyrolia-Verlag, Innsbruck Wien 2025; ISBN 978-3-7022-4260-2, € 20,-
Auch als E-Book erhältlich,
ISBN 978-3-7022-4290-9, € 16,99

Nachhaltig erleben, staunen und mitmachen!

© NNL

Die Broschüre lädt dazu ein, Deutsch-lands Naturparadiese zu entdecken. Auf 28 Seiten bündelt sie nachhaltige Naturerlebnis-Angebote in Nationalpar-ken, Naturparken und Biosphärenreser-vaten. Neben Inspiration für Ausflüge und Urlaubsreisen bietet die Broschüre auch Möglichkeiten zum Mitmachen: Ob im Programm „Ehrensache Natur“, als Fördermitglied oder durch einen Spendenbeitrag – jedes Engagement für eine intakte Natur, ein gesundes Klima und den Erhalt der biologischen Vielfalt ist willkommen. [>>>mehr]

Spendenaufruf

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Ausstellung

Grafik: VISUAL SPACE AGENCY & STUDIO BENS

 

Natur und deutsche Geschichte

Glaube – Biologie – Macht

 

Neue Ausstellung
bis zum 07. Juni 2026 im
Deutschen Historischen Museum

Was ist gemeint, wenn von „Natur“ die Rede ist? Auf diese Frage sind in der deutschen Geschichte sehr unter-schiedliche Antworten gegeben worden. Regierungen sowie religiöse und politi-sche Bewegungen haben den Begriff der Natur definiert – und für sich bean-sprucht. In einer neuen Ausstellung zeigt das Deutsche Historische Mu-seum, wie unterschiedlich „Natur“ zu verschiedenen Zeiten im Spannungs-feld von Glaube, Biologie und Macht verstanden und politisch eingesetzt wurde. Der schillernde und vielseitige Begriff der „Natur“ wird in seiner histori-schen Breite und Tiefe ausgelotet.

 

Begleitend zur Ausstellung lädt das Museum von März bis Mai 2026 zur neuen Veranstaltungsreihe „DHM außer Haus“ ein:

Sonntag, 19. April 2026, 14.00 Uhr

bei den Überresten der NS-Autobahn bei Gräfendorf, mit Martin Baumert und Nils Franke

Sonntag, 10. Mai 2026, 14.00 Uhr

bei der Bergbaufolgelandschaft am Senftenberger See, mit Martin Baumert und Elke Löwe

Sonntag, 31. Mai 2026, 14.00 Uhr

bei den Weinbauern der Anti-Atomkraftproteste in Wyhl, mit Bernd Nössler und Julia Voss

 

Mehr Informationen beim DHM

NATUR Online  Kolumne

Beiträge zu Nachhaltigkeitsthemen

aus der Redaktion

AKTUELLER  BEITRAG

Burgenbaumeister im Anmarsch

WEITERE THEMEN

Ohne Wasser geht es nicht

Es gibt kaum noch Dunkelheit

Ein Plädoyer für den Maulwurf

Kein Torf in den Topf

Steine blühen nicht


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NATUR Online   Tipp

Der neue Podcast der Deutschen Umwelthilfe (DUH) , der Natur-schutz zum Erlebnis macht

Veranstaltung 2026

Grenzenlos wandern

Der 123. Deutsche Wandertag findet vom 24. bis 27. September 2026 unter dem Motto „bewegt verbunden – Gemeinsam durch das Erzgebirge“ in Oberwiesenthal statt. Erstmals wird das traditionsreiche Großereignis eng mit der internationalen EURORANDO verknüpft, die bereits ab dem 20. September Wanderfreundinnen und -freunde aus ganz Europa ins deutsche und tschechische Erzgebirge führt.

Wer sich für den Deutschen Wandertag interessiert, findet nicht nur ein Wan-derfest, sondern auch eine Plattform für Vernetzung, Ehrenamt und Nachhaltig-keit. Der DWV lädt Vereine und andere Unterstützer ein, sich einzubringen und das Ereignis aktiv mitzugestalten.

www.wanderverband.de

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Aktualisiert am 07. April 2026

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