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28. Mai 2020

 

WWF warnt vor giftigem Gold im Portfolio

 

WWF fordert „Vorfahrt für Recyclinggold“ bei Goldhändlern und Fonds

 

Goldbergbau gefährdet weltweit Menschen und Natur

 

Berlin: Die Covid-19-Pandemie sorgt weltweit für einen Anstieg der Nachfrage nach Gold als Investment. Nicht nur die Zentralbanken kaufen mehr, auch in Deutschland sind insbesondere goldgestützte, börsengehandelte Fonds beliebt. Doch die Goldgewinnung geht weltweit oft mit Ausbeutung und massiver Umweltzerstörung einher, so die Naturschutzorganisation WWF. In der Amazonasregion gefährden zum Beispiel Quecksilbereinträge aus dem Goldbergbau akut die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen. Mindestens 1,5 Millionen Menschen am Amazonas sind laut WWF bereits gesundheitlich betroffen. Die Vergiftung kann tödlich sein. Die Vergiftungssymptome umfassen Muskelschäden, Nierenerkrankungen, Lähmungen, kognitive und motorische Verzögerungen oder Psychosen. „Wir fordern Goldhändler und Anbieter goldgestützter Fonds auf, Recyclinggold Vorfahrt zu gewähren und Kunden lückenlos Aufschluss zu geben über die Herkunft des gehandelten Goldes. Sonst haben Anleger keine Chance, giftiges Gold aus ihren Portfolios rauszuhalten“, so WWF-Rohstoffexperte Tobias Kind.

 

„Recyclinggold, also wiederverwertetes Altgold, hat den gleichen Wert wie neu abgebautes Gold, aber es belastet die Umwelt weitaus weniger. Der ökologische Fußabdruck des Goldes sinkt mit jeder Wiederverwertung“, so Kind. Anleger mit Interesse an Gold und Käufer von Goldschmuck ruft der WWF auf, gezielt nach Recyclinggold oder wenigstens zertifiziertem Gold zu fragen. Zertifizierungssysteme wie Fairmined geben im Kleinbergbau die Möglichkeit, quecksilberfreie Abbautechniken zu fördern. Für Großbergbauunternehmen setzen Zertifizierungssysteme wie IRMA wichtige Umwelt- und Sozialstandards. „Eine erhöhte Nachfrage erzeugt bei Banken, Händlern und Juwelieren Druck, ihre Lieferketten sauber zu halten“, so Kind.

 

Freiwillige Zertifizierungssysteme allein werden den Goldbergbau nicht maßgeblich sozialer und umweltfreundlicher machen, dazu braucht es aus laut Tobias Kind den „massiven Druck des Marktes“. Der WWF-Rohstoffexperte kritisiert daher, dass Wirtschafts- und Industrieverbände die Covid-19-Pandemie nutzten, um aktuell deutsche und europäische Bemühungen um ein Lieferkettengesetz auszubremsen: „Wir brauchen verbindliche Regelungen für Waren und Rohstoffe importierende Unternehmen, die sie dazu zwingen, Verantwortung für die gesamte Lieferkette zu übernehmen. Die Goldproduktion lässt sich zum Beispiel derzeit oft nur bis zu den weiterverarbeitenden Schmelzereien nachvollziehen. Danach ist Schluss. Das geht nicht.“

 

Hintergrund Goldproduktion und die Folgen:

Jährlich werden weltweit rund 3300 Tonnen Gold aus Erzen gewonnen. Der Abbau des Edelmetalls sorgt für erhebliche Umweltschäden. Beispielsweise wird Wald für die Minen und Transportwege zerstört. Der Einsatz von Blausäuresalzen gefährdet Gewässer und Böden. Schätzungsweise 20 bis 30 Millionen Menschen arbeiten weltweit im kleinhandwerklichen Goldminensektor, der etwa 25 Prozent der weltweiten Goldproduktion ausmacht. Die Arbeitsbedingungen sind häufig ausbeuterisch und gesundheitsgefährdend, viele Menschen arbeiten in illegalen Minen. Allein in Südafrika sollen rund 30.000 illegale Minenarbeiter im Einsatz sein.

 

In Brasilien zerstört unregulierter Goldbergbau das Land Indigener. Ein seit Februar auf dem Tisch liegender Entwurf zur Regulierung des Goldbergbaus in Indigenen Gebieten wird von Kritikern weiterer Beschleuniger denn Bremse der fortschreitenden Zerstörung gesehen. Denn die häufig illegal operierenden „Garimpeiros“, Goldbergbauern in kleinen Strukturen, könnten so neben großen Bergbaufirmen die Lizenz zum „legalen“ Angriff auf die Indigenen Gebiete bekommen. Insbesondere im Kleinbergbau kommt immer noch hoch giftiges Quecksilber zum Einsatz, um Gold aus dem Gestein zu waschen. In der Amazonasregion sorgt diese Praxis für eine steigende Quecksilberbelastung in Wasser, Boden, Pflanzen und Tieren. Quecksilber baut sich nicht ab und über Fische gelangt es zum Beispiel auch in den Körper von Menschen im Amazonas-Flussgebiet.

 

Die Amazonasregion ist ein Hot-Spot der Biodiversität. Bisher konnten hier über 40.000 Pflanzenarten, 427 Säugetierarten (darunter Jaguar, Ozelot, Riesenotter und Flussdelfin), 1.294 Vogelarten (darunter Kaiseradler, Tukane, Aras und Kolibris) sowie über 3.000 verschiedene Fischarten identifiziert werden. Dabei sind viele Gebiete im Regenwald von Amazonien noch nahezu unerforscht. Amazonien ist zugleich ein Lebensraum für Menschen: Rund 320 unterschiedliche indigene Bevölkerungsgruppen leben hier, häufig noch auf traditionelle Art und Weise.

 

Quelle: WWF

 

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Saatkugeln für die Blütenvielfalt
 
Das Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen unterstützt die blühende Vielfalt und bietet Saatkugeln zur kostenlosen Abholung an.
(c) Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen
Haben Sie noch ein wenig Platz im Garten oder auf dem Balkon? Frühlingszeit ist Blütenzeit! Insekten, zu denen auch Bienen und Hummeln gehören, fliegen von Blüte zu Blüte und sammeln Pollen und Nektar. Dabei bestäuben sie durch ihre Berührungen das weibliche Blütenorgan mit Pollen und sichern so die Vermehrung der Pflanzen. Insekten sind daher für unsere Ökosysteme unverzichtbar und ein vielfältiges Blütenangebot ist die Lebens- und Nahrungsgrundlage für viele Insektenarten.
 
Aufgrund der aktuellen Corona-Situation können die Samenkugeln - solange der Vorrat reicht - im Foyer des Biosphärenreservatsamtes am Circus 1 in Putbus abgeholt werden.

Stellenangebote

(c) Nadine Reichert

Der Umwelt auf der Spur

Freiwilliges Ökologisches Jahr im Biosphärenreservat Bliesgau

Am 1. September beginnt das Frei-willige ökologische Jahr im Saarland.
In der Geschäftsstelle des Biosphären-zweckverbands Bliesgau erhalten junge Menschen die Möglichkeit, sich für Umwelt, Naturschutz & Nachhaltigkeit zu engagieren.

Mehr Informationen
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TV - Tipps

Hüter der Natur

Mittwoch, 28. April um 20:15 Uhr bei ServusTV Deutschland: Terra Mater: Hüter der Natur – Australien (1/3)

© Shutterstock

Australien ist der trockenste Kontinent der Erde und doch von einer vielfältigen Landschaft geprägt, die den Lebensraum für eine einzigartige Artenvielfalt darstellt. Doch in den letzten zwei Jahrhunderten wurden Ressourcen und Tierwelt bedrohlich ausgebeutet. Mit einer der höchsten Abholzungsquoten weltweit, einem dramatischen Säugetiersterben und den zunehmend schwindenden Riff- systemen braucht Australiens Natur dringend Rettung.

 

Mittwoch, 05. Mai um 20:15 Uhr ServusTV Deutschland: Terra Mater: Hüter der Natur – Indonesien (2/3) 

© Shutterstock

Die Regenwälder Indonesiens werden immer wieder als Beispiel für unglaublichen Artenreichtum genannt – doch genau diese Biodiversität wird einigen Inseln zum Ver- hängnis. Immer größere Teile von Borneos Wäldern werden abgeholzt, um Platz für lukrative Palmölplantagen zu schaffen. Immer mehr Lebensraum verschwindet – doch es gibt Hoffnung.

 

Mittwoch, 12. Mai um 20:15 Uhr ServusTV Deutschland: Terra Mater: Hüter der Natur – Afrika (3/3) 

© Shutterstock

Ob illegale Jagd auf Tiere für Trophäen oder Wunderheilmittel, die voranschrei-tende Wüstenbildung aufgrund unregulier-ter Abholzungen, oder der Abbau von Gold und anderen Edelmetallen – der afrikanische Kontinent steht vor jeder Menge Probleme. Doch wo es Probleme gibt, da gibt es auch Lösungen.

Fortbildung

Artenkenner Käfer

18. April 2021 | NAH | Ortenberg
9:00 - 16:30 Uhr
 
Dieses Seminar bietet Einsteigern einen Überblick über die typischen Merkmale, die Ökologie und das Vor- kommen von Käfern. Sie erhalten Informationen über den aktuellen Erfassungsstand der hessischen Käfer- fauna und lernen Bestimmungs- schlüssel und Nachweismethoden kennen. In Kleingruppen mache Sie erste Erfahrungen in der Bestimmung häufig auftretender Käferarten.
Programm und Anmeldung
N077_2021_Artenkenner Käfer.pdf
PDF-Dokument [175.5 KB]
NZH_DS-Info_Teilnehmer_02-2021.pdf
PDF-Dokument [104.1 KB]

Live-Stream Wattenmeer & Harz Volkshochschule Langenhagen organisiert Hybrid-Veranstaltung zum Klimawandel

Themenschwerpunkt ist der Klima-wandel in Niedersachsen. Die Arktis ist 2020 so langsam und so wenig zuge-froren wie noch nie. Die Temp.  sind dort durchschnittlich 3 Grad wärmer als früher. Der Klimawandel zeigt sich am Nordpol besonders deutlich – doch die Arktis ist weit weg und auf das alltäg-liche Leben hatte der Klimawandel bislang kaum Einfluss. Doch das ändert sich gerade. Im Vortrag präsentieren die Referenten, wie sich der Klimawan-del aktuell an unserer Küste und in unseren Wäldern zeigt und wichtige Lebensräume verändert. 

(c) Peter H und Pixaline

Dr. Matthias Mertzen aus dem National-park-Haus Wurster Nordseeküste und Jens Halves aus dem Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus berichten, wie stark sich der Klimawandel im Wattenmeer und im Harz schon aus-wirkt und was getan wird, um ihn zu verlangsamen. Abschließend disku-tieren sie, was jede bzw. jeder Einzelne von uns tun kann. Die Veranstaltung ist kostenfrei. 

 

Anmeldung auf der Webseite www.vhs-langenhagen.de sowie telefonisch unter 0511 7307 9710 oder per E-Mail an info@vhs-langenhagen.de.

Wildbienen-Artenkenntnis für alle" am 30. April 2021 

Dieses Seminar bietet Einsteigern einen Überblick über die typischen Merkmale, die Ökologie und das Vorkommen von Wildbienen. Sie erhalten Informationen über den aktuellen Erfassungsstand der hessischen Wildbienenfauna und lernen Bestimmungsschlüssel und Nachweismethoden kennen.

Programm & Anmeldung
N174-2021_Artenkenner Wildbienen1.pdf
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Info Teilnehmer
NZH_DS-Info_Teilnehmer_02-2021.pdf
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Wie sich die Welt verändert  

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Begegnungen am Grünen Band

Das Grüne Band reicht vom Dreiländereck bei Hof bis zur Ostsee. Es ist ein Mahnmal und Friedensprojekt. Der Dreiklang aus Naturschutz, Grenzgeschichte und Kultur macht es einzigartig. Dort wo sich zu Zeiten des Kalten Krieges feindliche Armeen aufgerüstet gegenüberstanden, darf sich seit dem Herbst 1989 die Natur entfalten. So wurde aus dem ehemaligen Todesstreifen eine Lebenslinie. 

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Blumberger Mühle 2 | 16278 Angermünde

Naturschutz-Akademie Hessen

Trotz anhaltender Hygienevorschriften und gewisser Beschränkungen aufgrund des Coronavirus bietet die NAH in Wetzlar einige interessante Veranstaltungen an.

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Weitere Informationen 
http://www.na-hessen.de

(c) Kees van Surksum | Kurverwaltung Wangerooge

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Bei zahlreichen spannenden Veranstaltungen lässt sich die Insel Wangerooge unter naturkundlichen Aspekten entdecken.

Das Programm ist in gedruckter Form oder auf www.nationalparkhaus-wangerooge.de als PDF erhältlich.

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