Aktuell Informativ Meinungsbildend NATUR UND UMWELT
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12. November 2020  | BUND-Kommentar

 

Zwischenlager Biblis weiter auf dem Prüfstand 

 

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hat online Stellung genommen zu einer Studie im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zur Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle sowie dem Eilantrag des BUND Landesverbands Hessen gegen die Rückführung von Castoren aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield (Großbritannien) ins Zwischenlager Biblis. Dazu erklärt Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND: 

 

„Wir begrüßen die Beteuerungen des BASE, bei der Lagerung hochradioaktiver Abfälle die Sicherheit an erste Stelle zu setzen. Nicht weniger sollten die Bürgerinnen und Bürger vom zuständigen Bundesamt erwarten dürfen. Dennoch müssen wir leider festhalten, dass deutsche Zwischenlager nach unseren Erkenntnissen sicherheitstechnisch unzureichend sind. 

So gelten im Zwischenlager Biblis für die rückgeführten Behälter mit Atommüll aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield weniger strenge Anforderungen an den Verschluss der Behälter als an die Behälter für bestrahlte Brennelemente aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Biblis. Zudem fehlt eine ‚Heiße Zelle‘ zur Reparatur bei Undichtigkeiten des Primärdeckels. Unter diesen Umständen dürften undichte Behälter aber nicht abtransportiert werden. Eine Sackgasse für den Atommüll. Dies entspricht nicht der laut Atomgesetz vorgeschriebenen ausreichenden Vorsorge. 

 

Irreführend ist auch die Darstellung des BASE, der hessische Verwaltungsgerichtshof habe seine Rechtsauffassung bestätigt: so als ginge es um die Genehmigung des Standorts Biblis. Tatsächlich wurde lediglich ein Eilverfahren gegen den Sofortvollzug abgelehnt und somit die Einlagerung der Castoren nicht gestoppt. Die Klage des BUND gegen unsichere Einlagerungsbedingungen hatte das Gericht gar nicht verhandelt. 

Gerade mit Blick auf das laufende Suchverfahren für ein tiefengeologisches Lager für hochradioaktive Abfälle ist das eine schwerwiegende Verfehlung. Denn im Zuge des Suchprozesses sind alle atomrechtlichen Entscheidungen und Handlungen der bundeseigenen Gesellschaften und Behörden wichtige Gradmesser für Vorsorge und Glaubwürdigkeit. Das BASE hat hier wieder einmal eine Chance vertan.“ 

 

Hintergrund:
Der BUND Landesverband Hessen hat eine umfangreiche Liste mit sicherheitstechnischen Kritikpunkten zur Zwischenlagerung vorgelegt und Klage gegen die Einlagerung eingereicht. Für eingelagerte Castoren gibt es kein belastbares Reparaturkonzept. Gemäß Ausführungen in der Genehmigung, kann es bereits bei der Einlagerung zu einer Undichtigkeit des Primärdeckels kommen. Dann soll der darüber liegende Sekundärdeckel mit Fügedeckel als sekundäre Barriere aufgebracht werden. Bei besagtem Behältertyp CASTOR® HAW 28M, ist ein Fügedeckel aber nur während der Zwischenlagerung zulässig. Laut Zulassung müssten Fügedeckel und Sekundärdeckel bei einem Abtransport entfernt und die Dichtheit des Primärdeckelsystems wiederhergestellt werden. Für diese saubere Reparatur bedarf es allerdings einer sogenannten „Heißen Zelle“, einem Raum, in dem die Behälter mit ihrem hochradioaktiven Inhalt möglichst sicher bearbeitet werden können. Diese ist am Standort Biblis nicht vorhanden.

Wie eine kürzlich veröffentlichte Studie im Auftrag des BUND zeigt, weisen die deutschen Zwischenlager weiterhin erhebliche Unsicherheiten auf. So wurde dem Zwischenlager Brunsbüttel bereits vor sieben Jahren die Genehmigung juristisch aberkannt, dennoch wurde auch nach 2013 die weitere Einlagerung genehmigt – auf Basis politischer Weisungen. Anstatt dieser planlosen Herangehensweise fordert der BUND schon lange ein belastbares Zwischenlagerkonzept – transparent erarbeitet und mit Beteiligung der Öffentlichkeit. 

 

Im Eilverfahren gegen den Sofortvollzug konnten die Richter des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs nach eigener Aussage aufgrund unvollständig eingereichter Unterlagen nicht beurteilen, ob die nach Stand von Wissenschaft und Technik erforderliche Vorsorge gegen Schäden gewährleistet sei. Dennoch wurde wegen eines angeblich drohenden „Millionenschadens“ ein erneutes Verschieben des Castor-Transports abgelehnt – trotz der gesetzlich gebotenen Vorsorge gegen Atomgefahren.

 

Weitere Informationen: 

Quelle: BUND

Ausstellung 

Rhönschaf | Foto: Sabrina Mey

Rhönschaf-Ausstellung 

Ganz schön, Schaf!

Ein Rhönschaf mit Sonnenbrille, eine grasende Herde in der goldenen Herbstsonne, die zaghafte Begegnung eines Rhönschafs und einer Ziege:

20 Motive rund um den wolligen Sympathieträger aus dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön sind bis zum 14. November in einer Fotoausstellung  zu sehen. Die Aufnahme stammen aus einem Fotowettbewerb, den die Hess. Verwaltung des UNESCO-Biosphären-reservats Rhön, der Verein Natur und Lebensraum Rhön und die Rhön GmbH im Jahr 2019 anlässlich der Rhönschaf-Genießerwochen ausgerufen hatten.  

 

Das Bruder-Franz-Haus (Kreuzberg 1, 97653 Bischofsheim in der Rhön)  hat im Oktober täglich von 10 bis 12 sowie von 13 bis 18 Uhr geöffnet, im Nov. täglich von 10 bis 12 sowie von 13 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei. 

Fraßbilder | Foto: Tom Kretschmer

27. Kunstausstellung

NATUR – MENSCH

Die Ausstellung ist traditionell dem Thema und positiven Spannungsfeld von Natur und Mensch gewidmet. Sie greift damit das besondere Anliegen der beiden Veranstalter Nationalpark Harz und Stadt Braunlage auf, die Menschen sowohl für den allgemeinen Umwelt- und Naturschutz als auch für die Wie-deranreicherung menschlicher Lebens-räume mit mehr Natur zu gewinnen. 

 

45 Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie und Bildhauerei und Skulptur wird die diesjährige Ausstel-lung unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies vom 19.9. bis 31.10.2021 in Sankt Andreasberg zeigen. Sie findet  in den Räumen der Rathaus-Scheune, im anliegenden Rathaus und im Atrium der Andreaskirche in der Oberharzer Bergstadt und Nationalparkgemeinde Sankt Andreasberg statt. Sie ist täglich von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen.

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Oberhausener Gasometer 

Das zerbrechliche Paradies 

Brände, Überflutungen, Dürre – in den vergangenen Dekaden hat sich die Häufigkeit von Umweltkatastrophen stark erhöht.  Doch die zerstörerische Kraft der Natur ist für den Menschen nicht neu. Zu den dramatischsten Szenarien der Weltgeschichte zählt sicherlich der Ausbruch des Vesuvs 
79 n. Chr., bei dem das antike Pompeji vollkommen unter Asche und Lava-brocken verschwand. Die verschüttete Stadt, die Opfer und das erfahrene Leid gerieten in Vergessenheit.

 

Die neue Ausstellung ist ab dem
1. Oktober dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 18 Uhr - an Feiertagen und in den NRW-Ferien auch montags - geöffnet. Tickets können über den Online-Shop bestellt oder direkt vor Ort an der Tageskasse erworben werden. 
Weitere Infos gibt es unter www.gasometer.de

Praktikum

Von der Uni ins UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Foto: Mechthild Winheim

In diesem Jahr absolvieren junge Menschen das Umweltpraktikum der Commerzbank beim Verein Natur- und Lebensraum Rhön e.V. Sie unterstüt-zen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins und der Hessischen Biosphärenreservatsverwaltung bei den unterschiedlichsten Projekten – zum Beispiel beim Erstellen der neuen Ausstellung. Auch 2022 sind wieder zwei Praktikumsplätze zu vergeben.

Mehr Informationen
Umweltpraktikum Rhön.pdf
PDF-Dokument [231.4 KB]

Fortbildung

Baumwartausbildung im Biosphärenreservat Rhön 

Erster Termin ist am 19. November 2021, die Abschlussprüfung ist für November 2023 geplant. Das erste Jahr bietet eine intensive Einführung
in Schnitt und Pflege von Streuobst-bäumen, das zweite Jahr dient zur Vertiefung und Erweiterung des Wissens. Die Ausbildung umfasst neun Wochenendmodule über zwei Vegeta-tionsperioden mit insgesamt 135 Stunden. Mit erfolgreich abgeschlos-sener Prüfung erhalten die Teilnehmen-den ein Zertifikat.

Mehr Informationen
PM Ausbildung Baumwartinnen und Baumwart[...]
PDF-Dokument [221.4 KB]

NAJU Hessen

Wandertouren leiten  | Mit Gruppen sicher unterwegs

20. - 24. Oktober Sachsen

Mehr Informationen

Veranstaltungen 

Naturpark Schwalm-Nette

Herbstferienprogramm im Naturschutzhof

Naturschutzhof Nettetal

Das detaillierte Programm hängt auf dem Naturschutzhof, Sassenfeld 200 in Lobberich aus und ist online einsehbar unter www.nabu-krefeld-viersen.de.
Eine Anmeldung mit Angabe von Namen, Alter, Telefonnummer und eventuellen Allergien ist erforderlich an freiwillige@nabu-krefeld-viersen.de 

Stiftung Zollverein 

Internationaler Kongress

„Industrielles Welterbe. Chance und Verantwortung“

14./15. Oktober 2021 Essen

 

Die Teilnahme am Kongress ist kostenlos. Die Anmeldung steht allen Interessierten frei und kann ab sofort über ein Online-Formular erfolgen.

Mehr Informationen
210909_Welterbekongress_Programm.pdf
PDF-Dokument [948.8 KB]

Nationalpark Bayerischer Wald

Führung 

Was passiert mit Kadavern im Wald?

16. Oktober, 14 Uhr in der Nähe des Jugendwaldheims bei Glashütte

 

Feste Wanderschuhe und wetterfeste Kleidung ist notwendig. Aus organi-satorischen Gründen ist eine Anmel-dung beim Nationalpark-Führungs-service (0800 0776650) möglichst frühzeitig, spätestens jedoch einen Tag vorher, erforderlich. Die Teilnehmerzahl auf 20 Personen beschränkt. 

Naturerlebniszentrum

Blumberger Mühle

RUNDBRIEF_Okt_2021.pdf
PDF-Dokument [683.2 KB]

Brandenburgischen Akademie Schloss Criewen

Internationale Tagung

Renaturierung von Seen und Söllen, Tümpeln und Teichen und andere Amphibienschutz-maßnahmen

28. - 29. Oktober 2021 

Programm
Programm Renaturierung von Seen.pdf
PDF-Dokument [631.2 KB]
Anmeldung
Anmeldung Renaturierung von Seen.pdf
PDF-Dokument [346.0 KB]

Naturpark Schwarzwald

Naturpark-Vespertouren - Brotzeit ToGo

31. Oktober 2021

Mehr Informationen
2021_08_27 Naturparkinfo_Naturpark-Vespe[...]
Microsoft Word-Dokument [36.5 KB]

26. Weltklimakonferenz (COP26)

31.10 - 12.11.2021 im Glasgow

 

Alle öffentlichen BMU-Veranstaltungen hier  per Live-streams übertragen.

Naturpark Schwalm-Nette

Alle Termine auf einen Blick

Veranstaltungskalender für zweites Halbjahr 2021 kostenfrei verfügbar

Bestellungen für die Broschüre können
online im Shop über www.npsn.de, telefonisch unter 02162 81709-408 oder per E-Mail an info@npsn.de aufgegeben werden.

Urban Gardening mit Kids

Für Familien im urbanen Lebensraum ist es nicht immer einfach, sich den Traum vom Gärtnern zu erfüllen. Die Möglichkeiten sind begrenzt und nicht allen Eltern ist klar, wie sie das Thema "Gärtnern", an die Kinder heranführen. Damit diese Leidenschaft auch für Stadtfamilien entfacht werden kann, hat NeoAvantgarde ein frei verfügbares
E-Book entwickelt. "Urban Gardening mit Kids" lässt sich ohne Anmeldung ganz einfach downloaden.

Der Ratgeber umfasst die Themen:

Einführung ins Urban Gardening inklusive Praxistipps | 10 gute Gründe fürs Gärtnern in der Stadt mit Kindern Praktischer Jahreskalender mit Infos

über Aussaat, Ernte und Co.

TV-Tipps

Mittwoch, 20. Oktober | 20:15 Uhr

Die fabelhafte Welt der Schweine

Terra Mater | Dokumentation 

© Terra Mater / NI-SI-Networks / MattHamilton

Seit Jahrtausenden sind Schweine Teil unseres Lebens. Es leben 2 Milliarden Schweine auf unserem Planeten – auf jedem Kontinent außer der Antarktis. In Sibirien etwa trotzen Wollschweine Temperaturen von minus 50 Grad. Andere Schweine mögen’s lieber heiß, wie die Gruppe von verwilderten Haus-schweinen, die sich eine Insel auf den Bahamas zu eigen gemacht haben. Diese Doku folgt den borstigen Glücksymbolen von sonnigen Karibik-stränden bis in die Wildnis Afrikas und Südostasiens.

Expedition Erdreich
© BMBF/ExpeditionErdreich
 
Deutschland buddelt – mit Teebeuteln den Boden erforschen
 
Expedition Erdreich ist die bundesweite Citizen-Science-Aktion im Wissen-schaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie. Jeder und jede kann sich daran beteili-gen, um Daten über die Bodengesund-heit und den Zustand der Böden zu sammeln – ganz einfach mit Tee-beuteln. Grundlage für die Aktion
ist der sogenannte Tea-Bag-Index, der die Zersetzungsrate der Teebeutel im Boden beschreibt. Zusammen mit einigen weiteren Angaben können die Bürgerwissenschaftler/-innen so mehr
über die wichtigsten Bodeneigen-schaften herausfinden und dazu bei-tragen, unsere Böden in Zukunft gewinnbringender und nachhaltiger zu nutzen. Start der Aktion ist im April 2021. Weitere Informationen gibt es unter expedition-erdreich.de.

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Aktualisiert am:

15. Oktober 2021

 

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