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21. März 2019

 

Weltwassertag: Nordsee-Flussmündungen besser schützen

 

Berlin. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und seine Landesverbände Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein begrüßen die diesjährige Wahl des „Nordseeästuars“ zum Gewässertyp des Jahres, den das Umweltbundesamt immer zum Weltwassertag am 22. März kürt.

 

Damit fiel die Wahl auf den hochsensiblen und ökologisch wertvollen Lebensraum von Flussmündungen, die durch das Wechselspiel von Ebbe und Flut und die Mischung von Süß- und Salzwasser geprägt sind. Aber: „In diesen Gewässern wird der in der Wasserrahmenrichtlinie geforderte ‘gute Zustand‘ flächendeckend verfehlt“, so Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND. Er fordert daher einen besseren Schutz der Mündungen von Elbe, Ems und Weser.

 

„Die Wahl des Nordseeästuars zum Gewässertyp des Jahres verdeutlicht dessen ökologische Bedeutung und Schutzwürdigkeit“, betont Manfred Braasch, Geschäftsführer des BUND Hamburg. „Tatsächlich ist die ökologische Situation aller drei Flussmündungen in Norddeutschland dramatisch schlecht.“ Elbe, Ems und Weser seien massiv beeinträchtigt durch Vertiefungen, Hafenbauten und die Vernichtung der Auenlebensräume infolge des Deichbaus. Braasch: „Flussvertiefungen sind aber gerade aus heutiger Sicht weder ökologisch noch ökonomisch vertretbar. Erfahrungsgemäß fallen die ökologischen Folgen deutlich größer aus als von Projektplanern prognostiziert. Und die Kosten für diese Bauvorhaben geraten zu Lasten der Steuerzahler schnell aus dem Ruder, obwohl die Alternativen in Form einer norddeutschen Hafenkooperation auf der Hand liegen.“

 

Anhand bisheriger Ausbau- und Unterhaltungsmaßnahmen an der Elbe wird besonders deutlich, womit bei weiteren Flussvertiefungen zu rechnen ist: „Durch die Begradigung kann die Flut fast ungebremst und damit viel schneller in die Flussmündung einströmen. Dadurch gelangen große Mengen von Sedimenten und Schlick in die Unterläufe, was zu starker Trübung, Sauerstoffmangel und letztlich Fischsterben führt“, sagt Susanne Gerstner, Geschäftsführerin des BUND Niedersachsen. Insbesondere im Sommer sinke bei hohen Temperaturen der Sauerstoffgehalt so enorm, dass sich tote Zonen im Fluss bilden. Dies ließe sich schon jetzt jedes Jahr an Elbe und Ems beobachten. Gerstner betont weiter: „Die Unterems ist heute über weite Strecken ein nahezu lebloses Gewässer. Ein mehrere 100 Millionen Euro schweres, über 35 Jahre laufendes Sanierungspaket musste geschnürt werden, um die europäischen Natur- und Gewässerschutzziele zu erreichen. Vorbeugen ist besser und kostengünstiger als reparieren. Deshalb dürfen sich die an der Ems durch übermäßigen Ausbau gemachten Fehler an Weser und Elbe nicht wiederholen.“

 

Aber auch der Neubau von Hafenanlagen zerstört Lebensraum in den empfindlichen Flussmündungen. Das Land Bremen plant beispielsweise, den Offshore Terminal Bremerhaven (OTB) in einem europäischen Naturschutz- und Vogelrastgebiet in der Weser zu bauen. Dabei ist die Weser bereits heute einer der am stärksten ausgebauten Flüsse Europas. Von den ehemals ausgeprägten Auenbereichen mit Nebenarmen, Flachwasserzonen, Brackwasserwatten, Röhricht- und Vogelrastgebieten sind nur noch Relikte vorhanden. „Diese sind aus ökologischer Sicht immer noch sehr wertvoll und besonders schutzbedürftig“, sagt Martin Rode, Geschäftsführer des BUND Bremen. „Daher lehnen wir den Bau des OTB ab, zumal ein Bedarf für den Neubau nicht plausibel nachgewiesen werden konnte.“ Gemäß der europäischen Gesetzgebung sei die Politik eigentlich verpflichtet, den ökologischen Zustand der Flüsse nachhaltig zu verbessern. „Wir erleben derzeit aber das Gegenteil“, so Rode. „Mit den geplanten Flussausbauten verschlechtert sich der Zustand unserer Flüsse zunehmend.“

Ole Eggers, Geschäftsführer des BUND Schleswig-Holstein, ergänzt: „Deshalb brauchen wir jetzt dringend ein durchdachtes und in sich schlüssiges Hafenkonzept der norddeutschen Küstenländer, bei dem die Möglichkeiten des bestehenden Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven konsequent genutzt werden. Dadurch ließen sich die Ästuare von Elbe, Ems und Weser entlasten. Weitere Flussausbauten wie Vertiefungen würden überflüssig.“

 

Quelle: BUND 

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Wilde Mädchen – 
auf in den Wald

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Rund um das Erleben des wilden Waldes dreht sich alles bei der Ferienfreizeit des NABU Hessen für Mädchen von 8 bis 12 Jahren in der Nationalparkregion Kellerwald-Edersee. Eine Woche lang erkunden Mädchen den Wald mit allen Sinnen, schnitzen Messer, Löffel und kunstvoll verzierte Wanderstöcke und lernen, wie man mit einfachen Hilfsmitteln Feuer macht.

Auf dem abenteuerlichen Programm stehen auch die Spurensuche, das Beobachten wilder Tiere und eine Biwaknacht im Wald. Der Teilnahme-beirag beläuft sich auf 160,- € incl. Unterkunft und Vollver-pflegung in der Jugendherberge. Schlafsack, Isomatte und alles weitere Ausrüstungsmaterial für die Nacht im Wald wird zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen gibt es auf  www.jugendburg-hessenstein.de oder per Telefon 06455-759 00 90.

Nationalpark-Haus Wangerooge

Programm
7_2019 (1).pdf
PDF-Dokument [3.2 MB]

Outdoor-Erste-Hilfe

für Schutzgebietsbetreuung, Naturführungen und (Jugend-)Gruppenleitung

29. - 30. Juni 2019, Reinheim

17. - 18. August 2019, Wetzlar

Programm & Anmeldung
N082_2019_Outdoor_1_Hilfe_Reinheim.pdf
PDF-Dokument [158.2 KB]
Programm & Anmeldung
N096_2019_Outdoor_1_Hilfe_WZ.pdf
PDF-Dokument [207.6 KB]

Mein Schwarm: Die Biene

Der Dschungel summt: Die Biosphäre Potsdam macht in diesem Sommer mit einer Ausstellung auf die enorme Wichtigkeit der summenden Insekten für unsere Umwelt aufmerksam.    

Vom 20. Mai – 15. September 2019 können Gäste auf ihrer Expedition durch den Dschungel die faszinierende Welt der Bienen erleben. Die Ausstel-lung informiert über den Rückgang der weltweiten Bienenpopulation und gibt wichtige Hinweise zum notwendigen Schutz der Bienen.

 

Weitere Highlights

Bienen-Expedition durch die Tropen

Alle Gäste können auf Ihrer Reise durch den Dschungel Informationstafeln und Forscherkisten im Tropengarten entdecken. Diese vermitteln auf spielerische Art Wissenswertes zu heimischen und tropischen Bienen und deren Lebensraum.

 

Bienen-Erlebnisführung

Bei den Führungen kommen die Besucher zusammen mit dem Imker Ulrich Beckmann in Berührung mit den kleinen Wundertieren und lernen ein echtes Bienenvolk kennen. Die Erleb-nisführungen sind für Tagesbesucher sowie für Gruppen und Schulklassen buchbar. Voranmeldung erforderlich.

 

Wanderausstellung „Bienen – Die Bestäuber der Welt“

Die Fotoausstellung des Fotografen-paares Heidi und Hans-Jürgen Koch begeistert mit ihren Bildern, die allen Gästen einzigartige Einblicke in das Leben der Honigbiene gewähren. 

4. Bundesfachtagung Naturschutzrecht

Naturschutzrecht im Kontext von Klimawandel und Energiewende

Wann: 26./27. September 2019
Wo: Universität Kassel, Institut für Musik, Musiksaal (UG), Möncheberg-str. 1, 34125 Kassel

Programm & Anmeldung
BFTProgramm2019_fin.pdf
PDF-Dokument [479.2 KB]

Naturpark Schwalm-Nette

Informationen zu den aktuellen Veranstaltungen und zur Anmeldung finden Sie hier.

Naturpark Spessart

Informationen zu den aktuellen Veranstaltungen und zur Anmeldung finden Sie hier.

NP Unteres Odertal

Veranstaltungskalender 2019

JAHRESPROGRAMM
Veranstaltungskalender 2019.pdf
PDF-Dokument [6.9 MB]

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Letzte Aktualisierung:

14. Juni 2019

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