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12. November 2020

 

Brandheiß: Mit tropischer Grillkohle den Regenwald verheizen

 

Europäische Marktanalyse: Fast die Hälfte der Grillkohle enthält Tropenholz/ Strenge Kontrollen gefordert

 

Berlin: Mit Herbstgrillen gegen den Corona-Blues ankämpfen? Dabei ist vermutlich den wenigsten Verbrauchern bewusst, dass sie damit zu massiver Regenwaldzerstörung beitragen könnten.

 

Bei einer aktuellen Untersuchung von WWF und dem Von Thünen-Institut kam heraus, dass von 150 getesteten Grillkohleprodukten aus elf europäischen Ländern 67 Holz aus subtropischen und tropischen Regionen enthielten, was einem Anteil von 46% entspricht. Nur bezogen auf die neun teilnehmenden EU-Mitgliedsstaaten sind es sogar 54%. Besonders dramatisch sind dabei die Ergebnisse für Belgien mit einem 91% Anteil von Tropenholz in den getesteten Produkten, Polen mit 70%, Spanien mit 66% und Italien mit 65%. Die Studie wurde vorab als wissenschaftliche Publikation (Haagt et al. 2020) im „IAWA Journal“ (International Association of Wood Anatomists) und in „Nature“ veröffentlicht. Der WWF kritisiert massive Gesetzeslücken, die den Import von Grillkohle aus Hochrisikoländern zulassen, die für illegale Rodungen und Raubbau bekannt sind.

 

„Unser Marktcheck bestätigt abermals, dass die Produktion von Grillkohle systematisch mit illegalem Handel und Raubbau verbunden ist – und viele Verbraucher ahnungslos bei der Zerstörung tropischer Wälder „mithelfen“. Mit einem Anteil von bis zu 30% trägt der illegale Holzhandel erheblich zur Entwaldung weltweit und damit zu einem beschleunigten Klimawandel und Artensterben bei“, sagt Holzexperte Johannes Zahnen vom WWF Deutschland. „Oft ist der illegale Holzhandel in der Hand organisierter Kriminalität und sogar terroristische Gruppen wie Al-Shabaab finanzieren sich aus dem illegalen Grillkohlehandel.“

 

Falsche Angaben auf den Verpackungen führen zu Verbrauchertäuschung. Damit einhergehend steigt die Wahrscheinlichkeit illegaler Herkünfte: Bei gut einem Viertel aller Proben wurde die Holzart auf der Verpackung genannt – die Hälfte der Angaben war jedoch falsch oder unvollständig. Bezogen auf die EU-Länder ergab sich das gleiche Bild: Auf 20% der Verpackungen war die Holzart deklariert, aber bei fast der Hälfte falsch oder unvollständig. Damit haben Konsumenten bei 90% der getesteten Produkte gar keine Möglichkeit, sich gegen Raubbau zu entscheiden.

 

In Deutschland und der Schweiz, wo bereits regelmäßig Marktchecks stattgefunden haben, sind im Verhältnis zu den Vorjahren leichte Verbesserungen in Bezug auf Deklaration der Holzart und Herkunft festzustellen. Doch der WWF befürchtet, dass die Hersteller aufgrund des öffentlichen Drucks kritische Ware in andere EU-Länder verschoben haben. So zeigt die aktuelle Marktanalyse, dass in Polen 7 von 10 Produkten auf Holz aus subtropischen und tropischen Regionen basieren – obwohl das Land Grillkohle in relevanten Mengen produziert. Immerhin 37% der deutschen Grillkohle stammt aus Polen. Und beispielsweise verkauft die polnische Firma Dancoal jetzt in Polen und der Tschechischen Republik je drei Tropenholz-Produkte und in Dänemark zwei. In Deutschland wurde die Tropenholzgrillkohle der Firma nicht mehr gefunden, nachdem sie im Nachgang des früheren WWF-Marktchecks 2018 ihr FSC-Zertifikat verloren hatte.

 

In der Studie wurden 23 in Deutschland gekaufte Produkte getestet, von denen der WWF nur wenige uneingeschränkt empfehlen kann, wie z.B. ein Naturland-zertifiziertes Produkt mit vorbildlicher und korrekter Holzartendeklaration. Dennoch schneidet Deutschland im europäischen Vergleich besser ab: 15 Produkte sind FSC-zertifiziert, 6 Produkte enthielten Tropenholz, aber vier davon mit korrekten Angaben gemäß FSC-Zertifikat. Die Angabe „Buchenholz“ war bei allen deutschen Produkten nicht oder nur teilweise zutreffend.

 

Es geht dem WWF jedoch nicht um Tropenholz „ja oder nein“, sondern darum, Ware aus Risikoländern für Raubbau und Illegalität auszuschließen. „Auch Holz aus der Ukraine landet oft auf den deutschen Grills. Dafür werden direkt vor unserer Haustür die letzten Urwälder abgeholzt. Ohne strenge Kontrollen und spürbare Strafen bekommt die Branche das Problem offensichtlich nicht in den Griff,“ so Johannes Zahnen. Er sieht die Politik in der Pflicht, dass alle Holz- und Papierprodukte von der Europäischen Holzhandelsverordnung (EUTR), die seit 2013 in Kraft ist, erfasst und dann auch kontrolliert werden. Grillkohle ist davon wie eine Reihe anderer Produkte unverständlicherweise bisher ausgenommen. Verbrauchern empfiehlt er neben dem Naturland-Siegel das FSC-Siegel als erste Orientierung. Das biete zwar keine endgültige Sicherheit, aber eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Holzkohle aus verantwortungsbewusster Waldwirtschaft stammt.

 

Für die Marktanalyse wurde eine Stichprobe von 150 Säcken mit Holzkohle und Holzkohlebriketts untersucht, die zwischen Oktober 2019 und April 2020 in elf europäischen Ländern erworben wurden (Belgien, Dänemark, Deutschland, Italien, Niederlande, Norwegen, Polen, Spanien, Tschechische Republik sowie Schweiz und Ukraine). Eingekauft wurde im Einzelhandel, in Baumärkten, an Tankstellen oder anderen typischen Orten, an denen Grillkohle angeboten wird. Aus jeder Packung wurden mindestens 30 Holzfragmente mikroskopisch untersucht, um die Zusammensetzung der darin enthaltenen Holzarten zu bestimmen.

 

Literatur:

Haag V, Zemke V, Lewandrowski TL, Zahnen J, Hirschberger P, Bick U, Koch G (2020) The European charcoal trade. IAWA J:in Press, DOI:10.1163/22941932-bja10017

 

WWF-Publikation: https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-EU-Marktanalyse-Grillkohle-2020.pdf

 

Quelle: WWF

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Freiwilligendienst im Partner-Biosphärenreservat in Peru

Foto: BIOAY SERNANP, Peru

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Ruderalvegetation, Säume und Äcker
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Wetzlar und Umgebung
Programm & Anmeldung
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Programm & Anmeldung
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Das lustige Selfie mit einem niedlichen Orang-Utan, ein scheinbar harmloses Erinnerungsfoto an den Südostasien-Urlaub. Was die wenigsten ahnen: Dahinter steckt oft ein knallhartes Geschäftsmodell krimineller Tier-
händler und unsägliches Leid für die Menschenaffen. Der renommierte Umweltfotograf Aaron Gekoski begibt sich für diese bewegende “Terra Mater“-Dokumentation auf die Spur der illegalen Netzwerke.
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Pandas hautnah

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© Terra Mater Factual Studios / Mark Fletcher Production / Jacky Poon

Pandas gelten als gefährdete Tierart und es gelingt ihnen nur selten, sich in Gefangenschaft natürlich fortzupflan-zen. Das Wolong Panda Zentrum hat ein innovatives Wiederansiedlungs-Programm entwickelt, bei dem Pandas im Zucht- und Forschungszentrum geboren werden, aber unter natürlichen Bedingungen und ohne engen Kontakt zum Menschen aufwachsen.

Deutsche TV-Premiere

Tierisch gute Eltern

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Mittwoch, 21. Juli um 20:15 Uhr

Dokumentation

© Terra Mater Factual Studios / Beverly Joubert

Familiengründung und Kindererziehung ist selbst für uns Menschen eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Die freie Natur fordert von ihren Bewohnern noch mehr. Sei es unter Wasser, in verbor-genen Felsspalten oder in den hohen Baumwipfeln der Urwaldriesen von Borneo.

Erstmals bei ServusTV

Wilde Tiere an der Leine

in der Reihe Terra Mater

Mittwoch, 28. Juli um 20:15 Uhr

Dokumentation

© Svenja und Ralph Schieke, MacroTele-Film / doclights / NDR Naturfilm

In Niedersachsen erstreckt sich die Leine durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Sie durchfließt Wiesen und Felder, Teiche und Wälder. Für zahl-reiche Tier- und Pflanzenarten bietet die Region wichtige Rückzugsgebiete. So begleitet der Dokumentarfilm Wild-schweinrotten durch ihr Revier und zeigt Feuersalamander während ihrer nächtlichen Wanderung an die Laich-gewässer sowie bei der Geburt ihres Nachwuchses.

Wunderwelt Wiese
Fotowettbewerb des LIFE-Projekts gestartet – Mitmachen lohnt sich
 
Was lebt auf und von der Wiese? Mit diesem Thema sollen sich Hobby- und Profifotografen ab sofort für den Foto-wettbewerb „WiesenLEBEN“ des LIFE-Projekts Rhöner Bergwiesen auseinan-dersetzen. Gesucht werden Aufnahmen von großen und kleinen tierischen Be-wohnern, von Blumen, Blüten, Kräutern und Gräsern, die alle zusammen einen ganz eigenen Mikrokosmos bilden.
Küchenschellen Nüsttal © Kristine Schmitt
Teilnahmebedingungen und weitere Hinweise für die Teilnahme abrufbar unter www.rhoener-bergwiesen.de.
Einsendeschluss: 30. September 2021
Expedition Erdreich
© BMBF/ExpeditionErdreich
 
Deutschland buddelt – mit Teebeuteln den Boden erforschen
 
Expedition Erdreich ist die bundesweite Citizen-Science-Aktion im Wissen-schaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie. Jeder und jede kann sich daran beteili-gen, um Daten über die Bodengesund-heit und den Zustand der Böden zu sammeln – ganz einfach mit Tee-beuteln. Grundlage für die Aktion
ist der sogenannte Tea-Bag-Index, der die Zersetzungsrate der Teebeutel im Boden beschreibt. Zusammen mit einigen weiteren Angaben können die Bürgerwissenschaftler/-innen so mehr
über die wichtigsten Bodeneigen-schaften herausfinden und dazu bei-tragen, unsere Böden in Zukunft gewinnbringender und nachhaltiger zu nutzen. Start der Aktion ist im April 2021. Weitere Informationen gibt es unter expedition-erdreich.de.

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