Aktuell Informativ Meinungsbildend NATUR UND UMWELT
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3. Februar 2022

 


Alle 90 Sekunden für Europas Konsum gerodet:

Ein Fußballfeld

Fußballstadion in Berlin zeigt Dimension der Waldvernichtung / Umweltverbände fordern starkes EU-Gesetz gegen Naturzerstörung


Berlin: Alle 90 Sekunden verschwindet allein für EU-Importe wie Soja, Palmöl oder Kautschuk eine Waldfläche der Größe eines Fußballfeldes. Darauf hat das Bündnis Together4Forests heute mit einer Installation im Berliner Hans-Zoschke-Stadion hingewiesen. Die beteiligten Umweltorganisationen WWF Deutschland, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Germanwatch, ROBIN WOOD und OroVerde fordern die Bundesregierung auf, sich für ein wirksames EU-Gesetz zum Stopp der europäisch verantworteten globalen Naturzerstörung einzusetzen. Die Installation ist Teil einer europaweiten Aktion, an der Umweltschützer:innen aus 14 Ländern teilnehmen.
 
Im November 2021 hatte die EU-Kommission einen Gesetzentwurf veröffentlicht, der die Einfuhr und den Handel mit Rohstoffen und Produkten nur dann zulässt, wenn für sie kein Wald zerstört wurde. Der Gesetzentwurf hat allerdings noch gravierende Mängel, so die Umweltorganisationen. So will die EU-Kommission erst zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes prüfen, ob wertvolle Ökosysteme mit geringer oder keiner Bewaldung – wie Savannen, Grasland oder Feuchtgebiete – auch durch das Gesetz geschützt werden sollen.
 
Susanne Winter, Programmleiterin Wald beim WWF Deutschland, warnt deswegen vor Verlagerungseffekten: „Statt eines Fußballfeldes an Wald könnte dann alle 90 Sekunden ein Fußballfeld an Savanne, Grasland oder Moor zerstört werden. Für den Kampf gegen die Klimakrise wäre das fatal. Grasland und Savannen speichern pro Hektar genauso viel Kohlenstoff wie tropische Wälder. Die neue Bundesregierung hat sich den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben, ein EU-Gesetz mit Schlupflöchern in dieser Dimension ist damit nicht vereinbar. Noch kann Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir gegensteuern und zeigen, dass er es mit dem Schutz der Natur ernst meint.“
 
„Der Gesetzentwurf der EU-Kommission ist ein Meilenstein für den Schutz der Wälder, der erstmals illegaler und legaler Entwaldung einen Riegel vorschieben soll. Dieser Entwurf darf jetzt unter dem Beschuss von Wirtschaftsverbänden nicht zum stumpfen Schwert werden. Vereinfachte Sorgfaltspflichten oder Freifahrtscheine für bestimmte Regionen, die Schlupflöcher öffnen, darf es nicht geben. Nur mit starken Sanktions- und Kontrollmechanismen sowie einem Zugang der Betroffenen zu Gerichten wird sich die Waldzerstörung in unseren Lieferketten stoppen lassen. Das haben die Erfahrungen mit der Holzhandelsverordnung gezeigt“, so Peer Cyriacks, Leiter Naturschutz der DUH.
 
„Viele Rohstoffe fehlen im Lieferkettengesetz und müssen dort dringend ergänzt werden. Denn auch der Anbau von Mais, Zuckerrohr oder Kautschuk führt zu Entwaldung. Die Kautschukproduktion zum Beispiel wächst zurzeit besonders stark, dadurch sind artenreiche Regionen in Südostasien und im Süden Chinas akut gefährdet. Zudem gibt es Risiken durch indirekten Landnutzungswandel: Ölpalmen etwa werden vermehrt auf alten Kautschuk-Plantagen angebaut, neue Kautschuk-Plantagen werden dafür im Wald angelegt. So lässt sich die Waldzerstörung nicht stoppen“, sagt Fenna Otten, ROBIN WOOD-Tropenwaldreferentin.
 
Cornelia Heydenreich, Leiterin des Teams Unternehmensverantwortung bei der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, kommentiert: „Zahlreiche Fälle belegen, dass Entwaldung auch mit der Gefahr schwerster Menschenrechtsverletzungen einhergeht. Menschenrechte dürfen für die EU-Kommission nicht nur eine Nebenrolle spielen. Genau das ist aber in diesem Gesetzentwurf der Fall. Die EU sollte nicht allein auf die Einhaltung bestehender Gesetze in den Abbau- und Produktionsländern verweisen, sondern muss einfordern, dass die Unternehmen internationale menschenrechtliche Standards einhalten. Nur so werden insbesondere die Rechte indigener Gemeinschaften wirksam geschützt, deren Lebensgrundlagen durch Zerstörung von Ökosystemen bedroht sind. Die Bundesregierung muss sich hier für starken Menschenrechtsschutz einsetzen und gleichzeitig darauf drängen, dass die EU-Kommission mit dem ebenfalls angekündigten, aber immer wieder verschobenen, EU-Lieferkettengesetz endlich zügig umfassende Menschenrechtsregeln für globales Unternehmenshandeln vorlegt.“
 
Der Finanzsektor ist bisher nicht in die Sorgfaltspflicht einbezogen, kritisiert Lioba Schwarzer von OroVerde - Die Tropenwaldstiftung: „Dabei feuern Banken und Finanzdienstleister mit Kreditvergabe und Investitionen die globale Entwaldung und somit die Klimakrise mit an. Die EU-Kommission sieht diesen Bereich unter anderem durch die gerade entstehende EU-Taxonomie – ein Klassifizierungssystem zur Definition ökologisch nachhaltiger Geschäftsaktivitäten – abgedeckt. Dort werden aber Investitionen, die Entwaldung verursachen, nicht verboten, sondern lediglich als nicht nachhaltig eingestuft. Das ist ein enormer Unterschied und entscheidet mit darüber, ob wir die Entwaldung weltweit nun wirklich stoppen wollen oder nicht.“
  

  Analyse des EU-Gesetzesentwurfs: https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Wald/WWF-Schnell-Analyse-Verordnungsentwurf-Waldschutz.pdf
 
  Webseite des Bündnisses Together4Forests: https://together4forests.eu
 
 
 
 
Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung von WWF, DUH, ROBIN WOOD,
Germanwatch und OroVerde
 

Globaler Klimastreik 

Breites Bündnis fordert heute Kehrtwende in der Klimapolitik

 

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Infos & Demos: klima-streik.org
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Regelmäßige Kurzbeiträge zu wichtigen Nachhaltigkeitsthemen unserer Zeit. 

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Weil viele heimische Wildpflanzen nicht auffällig blühen, sind sie fast in Verges-senheit geraten – zu Unrecht! Flächen-verlust, Herbizide und Überdüngung machen ihnen zu schaffen. Umso schöner, wenn wir ihnen zum Come-back verhelfen  – mit Naturgärten. 

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Mittwoch, 28. Sept. | 20:15 Uhr  Yellowstone – Winterwildnis (2/2)
Terra Mater | Dokumentation
 
Der zweite Teil der Dokumentation zeigt, wie sich Dickhornschaf, Wolf, Bison, Biber und Flussotter den Herausforderungen und Härten der Natur von den ersten trüben Herbst-tagen bis zu den letzten eiskalten Winterwochen stellen müssen.
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Mittwoch, 5. Oktober | 20:15 Uhr: Terra Mater: Die Raubtier-Challenge – Smarte Köpfe auf vier Pfoten (1/2)
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Löwen und Hyänen auf dem Prüfstand: Wer ist klüger, wer ist sozialer? Und wer erkennt schneller, dass Zusam-menarbeit der Schlüssel zum Erfolg sein kann? Mit Hilfe verschiedenster Experimente, analysieren „Löwen-flüsterer“ Kevin Richardson und inter-nationale Wissenschaftler das Verha-lten der Tiere in unterschiedlichen Situationen.
Mittwoch, 12. Oktober | 20:15 Uhr Terra Mater: Die Raubtier-Challenge – Gemeinsam zum Erfolg (2/2)
Dokumentation
 
Der zweite Teil der Raubtier-Doku handelt von der Cleverness und sozialen Fähigkeiten von Löwen und Hyänen. „Es geht nicht darum, wer hier gescheiter ist – ein Löwe, oder eine Hyäne. Es geht darum, dass beide auf ihre eigene Art und Weise clever sind“, so Wildtierexperte Richardson.

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Natur in der Stadt
Doppelte Innenentwicklung oder ein-fache Innenverdichtung? Harmoni-sierungsansätze insbesondere unter klimatischem Fokus

Im Fokus  stehen Beispiele aus der Praxis, die sowohl die Anforderungen des Natur- und Artenschutzes erfüllen als auch die ökologischen, stadtklima-tischen und gestalterischen Funktionen des Stadtgrüns sicherstellen.
 

28. September 2022 | Orangerie | Bessunger Str. 44 | 64285 Darmstadt.

 

Tagungsgebühr 80,00 € | Anmeldungen bis spätestens 14. September 2022
Programm & Anmeldung
Programm_Naturinder_Stadt_Darmstadt_28_0[...]
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Vorankündigung & Aufruf zu Beiträgen

56. Hessischer Floristentag

Dietzenbach

Tagung | 30. September 2022 

Exkursionen | 1. Oktober  2022 

 

Das Detailprogramm ist derzeit in der Entwicklung und bietet noch Raum für Vorträge. Die Veranstalter laden ein!
ANKÜNDIGUNG & Aufruf
N039 Floristentag 2022 _Ankündigung und [...]
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Wer Schmetterlinge schützen will, muss wissen, wo sie vorkommen. Die Fund-meldungen aus bestehenden Monito-ringprogrammen lagen bislang jedoch nur regional vor. Erstmals führt der Atlas die Verbreitungsdaten aller 184 heimischen Tagfalter- und der 24 Wid-derchenarten zu einem schlüssigen Bild ihrer Gesamtverbreitung zusammen und liefert so ein wirkungsvolles Instrument zu ihrem Schutz.

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Das Zeitalter der Städte

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S. Hirzel Verlag | Stuttgart | 344 Seiten ISBN 978-3-7776-3032-8

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Natur erleben – beobachten – verstehen | Naturführer-Reihe Band 5

Haupt Verlag | 1. Auflage 2012

ISBN 978-3-258-07718-5

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Stefan Ineichen, Bernhard
Klausnitzer, Max Ruckstuhl

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600 Tierarten unserer Städte

Haupt Verlag | 1. Auflage 2012

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Eifel - Das bedrohte Orchideenparadies

Die Königinnen der Pflanzen sind auf dem Rückzug. Sie vertragen keine Düngung, sind auf magere Kalkböden oder Feuchtgebiete angewiesen, müs-sen Aufforstungen, neuen Baugebieten oder Steinbrüchen weichen.  

ISBN: 9783754169124 | 156 Seiten

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Softcover-Einband | 188 Seiten
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23,99 Euro | E-Book  9,49 Euro

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Aktualisiert am:

23. September 2022

 

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