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24. Juni 2020 | Arten-Hotspot

 

Bedrohte Vielfalt: BUND fordert besseren Schutz für alte Buchenwälder

 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sorgt sich zum Tag der Buchenwälder am 25. Juni um diese bedrohten, für Deutschland jedoch typischen Lebensräume. „Bund und Länder müssen endlich ihre internationale Verantwortung für diese wertvollen Lebensräume ernst nehmen und besonders alte Buchenwälder besser schützen“, fordert der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. „In Deutschland stünden von Natur aus besonders viele Rotbuchenwälder, damit haben wir eine internationale Verantwortung für den Erhalt dieser vielfältigen Lebensräume – gerade in Zeiten des Artensterbens und des Klimawandels.“ Die unterschiedlichen Buchenwälder beherbergen eine enorme biologische Vielfalt – bis zu 11.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. „Alte, naturnahe Buchenwälder von über 180 Jahren zählen zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen der Erde“, erklärt Bandt weiter. „Dabei sind sie wahre Hotspots der Artenvielfalt, die wir dringend erhalten müssen.“

 

Der Verantwortung für die Buchenwälder werden Bund und Länder bislang jedoch nicht gerecht – seit Jahren werden vielerorts zu viele Bäume in zu kurzen Zeitabständen gefällt. „Wir fordern von der öffentlichen Hand einen verantwortungsvolleren Umgang mit den ihnen anvertrauten Buchenwäldern“, so der BUND-Vorsitzende. Infolge jahrzehntelanger intensiver Forstwirtschaft sind viele Buchenwälder so stark aufgelichtet worden, dass sie besonders anfällig für die Folgen der Klimakrise sind. Bandt weiter: „Das Waldsterben ist von Menschenhand gemacht. Sei es der Trockenstress in Folge der Klimakrise oder die Stickstoffemissionen aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft, den Wäldern geht es so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht. In Dürrezeiten verdursten die Bäume regelrecht.“ Nur jede sechste Buche ist laut aktuellem Waldzustandsbericht noch gesund. Die Bundesregierung muss jetzt schnell effektive Klimaschutzmaßnahmen ergreifen sowie Schadstoffemissionen wirksam reduzieren. Ein schonenderer Umgang mit den Wäldern ist längst überfällig, fügt Bandt an: „Bund, Länder und Kommunen müssen einer verkehrten Forstwirtschaft, die die Wälder durch zu starke Eingriffe schwächt und alte Waldbestände systematisch vernichtet, ein Ende bereiten. Die ökologische Waldwende ist überfällig. Wer in Zeiten der Klimakrise Buchenwälder, die über 100 Jahre gewachsen sind, massiv auflichtet, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, diese Wälder zu zerstören.“ 

 

Nach Auffassung des BUND müssen mindestens 10 Prozent der Wälder dauerhaft ihrer natürlichen Entwicklung überlassen werden. Denn eine intakte Waldwildnis ist ein essentieller Baustein für den Schutz der biologischen Vielfalt. Mit Blick auf den Anteil von Naturwäldern in Deutschland ergänzt Bandt: „Nur 2,8 Prozent Naturwälder ist ein absolutes Armutszeugnis. Deutschland kann sich im globalen Kontext nur dann glaubwürdig für den Erhalt von Regenwäldern einsetzen, wenn es seine Verantwortung für den Schutz der heimischen Buchenwälder ernst nimmt und Waldwildnis eine echte Chance gibt.“ 

 

Gerade bei der Ausweisung von Naturwäldern und dem Schutz von alten Buchenwäldern kommt den Bundesländern eine besondere Aufgabe zu. Der BUND-Vorsitzende fordert: „Insbesondere die Länder müssen in den wenigen noch verbliebenen großflächigen Laubmischwäldern endlich dauerhaft auch größere Wälder unter Schutz stellen, vor allem in Bayern durch einen Nationalpark Steigerwald und Teile des Hochspessarts. Wir fordern die Bundesregierung auf, ein Programm zur Sicherung von Naturwäldern auf den Weg zu bringen, in das Bund, Länder und Kommunen einbezogen werden. Wildnisfonds und Waldklimafonds bieten hier Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung.“

 

Gerade vor dem Hintergrund der Klimakrise fordert der BUND eine sofortige Abkehr von der Nadelholz-Wirtschaft. Der Umbau der Wälder hin zu Laubmischwäldern kann nur gelingen, wenn die natürliche Verjüngung von Laubbäumen eine Chance hat und kleine Buchen aufwachsen können, ohne vom Wild abgefressen zu werden. Dazu Olaf Bandt abschließend: „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel beim Wildtiermanagement und ein waldfreundliches Bundesjagdgesetz. Nur so ist eine Verjüngung aller standortheimischen Baumarten ohne Schutzmaßnahmen möglich.“

 

Zum Erhalt der Buchenwälder und ihrer Artenvielfalt fordert der BUND im Rahmen einer Ökologischen Waldwende konkret:

 

Klima schützen und Stickstoffemissionen reduzieren
→ effektive Klimaschutzmaßnahmen ergreifen: Maßnahmen zur absoluten Energieeinsparung, ein schneller Ausstieg aus fossilen Energien, allen voran der Kohleverstromung und eine schnellstmögliche Umstellung des Energiesystems auf 100 Prozent erneuerbare Energien
→ Schadstoffemissionen aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft wirksam reduzieren: fossile Feuerungen in Energiewirtschaft, Industrie und Haushalten dauerhaft reduzieren, Mobilitätssektor umbauen, Agrarwende einleiten, mit einem Umbau der Nutztierhaltung und einer Halbierung der Nutztierbestände bis 2050 

 

Schonender Umgang und ökologisch verträgliche Waldbewirtschaftung
→ ökologische Mindeststandards in den Waldgesetzen von Bund und Ländern festschreiben
→ flächige Auflichtungen (Großschirmschläge) in Buchenwäldern verbieten, damit mehr Feuchtigkeit im Wald verbleibt und dieser sich besser selbst stabilisieren kann
→ den Anteil der Buchenwälder mit einem Alter über 180 Jahre in den öffentlichen Wäldern massiv erhöhen, ebenso wie den Anteil von Biotopholz in öffentlichen Wäldern, insbesondere dicke Stämme; private Waldbesitzer sollen hierfür finanziellen Ausgleich erhalten

 

Schutz von Naturwäldern und Waldwildnis
→ mindestens 10 Prozent der Wälder dauerhaft ihrer natürlichen Entwicklung überlassen
→ in den wenigen verbliebenen großflächigen Laubmischwäldern der Länder endlich dauerhaft auch größere Wälder unter Schutz stellen
→ Programm zur Sicherung von Naturwäldern auf den Weg bringen, in das Bund, Länder und Kommunen einbezogen werden

 

Waldumbau durch Naturverjüngung unterstützen, Jagdgesetz waldfreundlich gestalten
→ im neuen Bundesjagdgesetz sicherstellen, dass das Wildtiermanagement die natürliche Verjüngung und Wiederbewaldung durch Laubbäume und Tanne ohne Zaun oder andere Schutzmaßnahmen zulässt
→ die Ausgestaltung der Jagd verbindlich an den Erfolg des Waldumbaus und der Wiederbewaldung mit Laubbäumen knüpfen
→ als objektive Grundlage bei der Festsetzung des Abschusses von Wild sind verpflichtende, periodische und öffentlich zugängliche Vegetationsgutachten heranzuziehen, die revierweise Auskunft über die Zukunftsfähigkeit der nächsten Waldgeneration geben

 

Hintergrund: Die „BUND-Forderungen zu Deutschlands Wäldern in der Klimakrise “ finden Sie unter: www.bund.net/waldkrise

 

Erläuterungen: Buchenwälder - deutsche Verantwortungsart Rotbuche
Deutschland ist von Natur aus ein Land der Buchen- und Buchenmischwälder und trägt mit einem Viertel des natürlichen Verbreitungsgebietes weltweit die größte Verantwortung aller Länder für den Erhalt der Europäischen Rotbuche (lat. Fagus sylvatica). 

Von Natur aus wären 67 Prozent der Landfläche Deutschlands von Buchenwäldern bedeckt, tatsächlich sind sie jedoch nur noch auf rund acht Prozent des ursprünglichen Verbreitungsareals zu finden (rund 1.680.000 Hektar, etwa 15,2 Prozent der hiesigen Waldfläche). Mit 54 Prozent dominieren Nadelholzbäume die deutschen Wälder, obgleich diese von Natur aus zu über 83 Prozent aus Laubmischwäldern bestehen würden. Für die biologische Vielfalt wichtige Waldentwicklungsphasen wie die Alters- und Zerfallsphasen kommen in den Wäldern hierzulande kaum vor. So liegt der Anteil von Wäldern mit einem Alter von über 160 Jahren bei drei Prozent, 14 Prozent sind älter als 120 Jahre. Bei den ökologisch besonders bedeutsamen Buchenwäldern sind in Deutschland lediglich acht Prozent 160 Jahre oder mehr Jahre alt.

 

Quelle: BUND

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TV Tipp

Die Gier nach Lachs – Wie ein Fisch den Planeten zerstört

Weltweit steht der Lachs auf der Beliebtheitsskala ganz oben und ist in jedem Discounter zu finden. Doch die Gier nach Lachs hat weit mehr Schattenseiten als bisher bekannt. 

Lokale Fischarten werden von der Lachszucht bedroht. Copyright: ZDF/Jan Pollack

Der Film von Albert Knechtel wirft einen kritischen Blick auf die Lachsindustrie und fragt, wo die Grenze des ökolo-gisch und ethisch Vertretbaren liegt. Der Film schildert den Teufelskreis globaler Eingriffe der Lachsindustrie in Naturkreisläufe – von gigantischen Zuchtbetrieben in Norwegen bis zu abgeholzten Regenwaldflächen im Amazonasgebiet.

ZDFinfo, Samstag, 3. Oktober 2020, 20.15 Uhr

NEUER BUCHTIPP

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Rezension von Corinna Schulze, Sept. 2020

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Naturdoku-Highlights bei ServusTV

Grand Prismatic Thermalquelle (c) Terra Mater / NatGeo / Steve Rogers / Brainfarm Digital Cinema

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Terra Mater: Yellowstone

Der Yellowstone Nationalpark mit seinen heißen Quellen und Geysiren und seiner großartigen Wildnis fordert von seinen Bewohnern ein Leben am Limit. Die zweiteilige Dokumentation, die in Koproduktion mit National Geographic realisiert wurde, entführt die Zuschauer in die atem-beraubende Naturlandschaft des ältesten und bekanntesten amerikanischen Nationalparks.

Kinostart

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Der musikalische Dokumentarfilm
wird am 24. Oktober 2020 zum Tag der Vereinten Nationen in ausgewählten Kinos starten.
THE GREAT GREEN WALL begleitet die charismatische Sängerin Inna Modja auf ihrer Reise entlang Afrikas „Grüner Mauer“, einem Landstreifen quer über den Kontinent, der Stück für Stück mit Bäumen bepflanzt werden soll. Die Jugend Filmjury der FBW empfiehlt den Film mit folgender Begründung: „Der Dokumentarfilm erzählt nicht nur vordergründig von dem visionären Kampf gegen die Wüsten-bildung in Afrika, um den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken, sondern stellt gleichzeitig die vielfältige und lebensfrohe Kultur Afrikas mit all ihren Schattenseiten dar. Die Proble-matik wird wundervoll dargestellt, ge-stützt durch charakteristische Land-schaftsaufnahmen und spannende Porträts. Die variierenden Blickwinkel werden nicht nur durch gelungene Kameraführung, sondern auch durch die authentische Erzählung und zusätz-liche Archivaufnahmen kreiert“.
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Rezensionen

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Rezension von Corinna Schulze, Juni 2020

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#NaturparkLust - Ferien-Erlebnisse vor der Haustür

 

Für Erholungs- und Abenteuer-suchende, die die bevorstehenden Ferienwochen noch nicht verplant haben oder zu Hause bleiben möchten, bieten Naturparke spannende Aus-flugstipps. Hier gibt es beste Voraus-setzungen für einen nachhaltigen und naturerlebnisorientierten (Kurz-)Urlaub in der Heimat, sodass Natur-Entdecker voll auf ihre Kosten kommen.

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Nah dran – Der Nationalpark Harz ist eines von 22 „Fahrtzielen Natur“

 

Urlaub in Deutschland liegt im Trend. Das Buch lädt ein, die heimischen Naturschätze umwelt- und klima-schonend zu entdecken. Die Porträts werden ergänzt durch Informationen zur nachhaltigen Anreise und der Mobilität vor Ort, die eine komfortable Reiseplanung ermöglichen. Zusätzlich bietet ein herausnehmbarer Faltplan eine Übersicht aller deutschen Fahrtziel Natur-Gebiete. [>>>mehr]

Wandern im Geiste und
lokalen Handel stärken
 
Derzeit sind Wanderreisen nicht mög-lich. „Im Geiste“ dagegen sind sie eine bunte Abwechslung im grauen Corona-Alltag. Wer dabei auf den schönsten Wegen Deutschlands wandeln will, sollte sich den Bildband „Wanderbares Deutschland“ besorgen. Das fulminante Werk mit packenden Fotos bietet neben tollen Beschreibungen der Wege auch jede Menge Informationen zum Thema Kulinarik. Das weckt Wandersehnsucht.
 

Veranstaltungen

Naturschutz-Akademie Hessen

Trotz anhaltender Hygienevorschriften und gewisser Beschränkungen aufgrund des Coronavirus bietet die NAH in Wetzlar einige interessante Veranstaltungen an.

Datenschutz-Info.pdf
PDF-Dokument [89.3 KB]

Weitere Informationen 
http://www.na-hessen.de

Botanische Exkursionen 

Von Mai - Oktober 2020 in ausge-wählte (Schutz-)Gebiete Hessens

Kostenfrei für alle Interessierten. Anmeldung erforderlich. 

Anmeldung botanische Exkursion.pdf
PDF-Dokument [308.9 KB]

15. Kranichwoche 

Nationalpark Unteres Odertal

2. - 11. Oktober 2020 

 
123 Veranstaltungen locken in den Nationalpark Hainich
 
MITMACHEN bei geführten Themen-wanderungen, Forschertagen, Kinder-veranstaltungen, meditativen Exkur-sionen und vielem mehr
Mehr Informationen
Pressemitteilung Hainich.pdf
PDF-Dokument [142.7 KB]

Echte Gastlichkeit im Naturpark Südschwarzwald

Mit der VHS Geschichte, Kultur und Natur erleben

 

(c) Kees van Surksum | Kurverwaltung Wangerooge

Nationalpark-Haus Wangerooge 

Bei zahlreichen spannenden Veranstaltungen lässt sich die Insel Wangerooge unter naturkundlichen Aspekten entdecken.

Das Programm ist in gedruckter Form oder auf www.nationalparkhaus-wangerooge.de als PDF erhältlich.

Wattwanderungen August 2020
07_2020 WW.pdf
PDF-Dokument [940.7 KB]
Programm August 2020
08_2020.pdf
PDF-Dokument [1.6 MB]

Fotoaktion mit attraktiven Preisen - Juli bis Ende September

#Wattbesünners – Wattenmeer entdecken

Sie sind knallgelb und zeigen mit Pfeilen in alle Richtungen – einige Aufmerksame haben die #WattBesünners-Wegweiser schon in der Wattenmeerregion auf Wangerooge vor der Tür des Nationalpark-Hauses entdeckt. An 15 ausgewählten Standorten machen die Wegweiser als Zeichen der digitalen Sommer-Marketingkampagne www.Wattenmeer-entdecken.de darauf aufmerksam, dass es im und am UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer viele einzigartige Orte zu entdecken gibt. Wer an den Standorten ein Foto macht und es in sozialen Medien mit #WattBesünners verbreitet, hat bei einer Fotoaktion die Chance auf attraktive Preise.

Naturpark Spessart

Länderübergreifendes Veranstal-tungsprogramm 2020 online unter www.naturpark-spessart.de

Waldwildnis im Nationalpark Harz | Foto Oliver Kox

Nationalpark Harz

1000 Termine & Veranstaltungen 

Das Naturerlebnis-Programm 2020
des Nationalparks Harz ist zu finden unter  www.nationalpark-harz.de 

 

Für Naturbegeisterte gibt es  mit  den Nationalpark-Rangern, Förstern und  Mitarbeitern der Nationalparkhäuser zu allen Jahreszeiten viel zu entdecken. Auerhuhn- und Borkenkäfer-Sprech-stunde, Luchsfütterungen, Fledermaus-Exkursion, Vorträge, z.B. zum Vogel des Jahres, Tierspurensuche oder ein Naturerlebnis für die ganze Familie.

Naturpark Schwalm-Nette

Informationen zu den aktuellen Veranstaltungen und zur Anmeldung finden Sie hier.

Biosphärengebiet Schwäbische Alb

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