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11. Februar 2021

 

Winterspaß für Menschen – Winterruhe für Wildtiere
 

Wildtierfreundlich im Schnee unterwegs

 

Feldberg – Die Fasnachtstage stehen vor der Tür. Ohne Umzüge und Veranstaltungen sind sie für viele Menschen eine gute Gelegenheit, die winterliche Natur des Schwarzwaldes als Ausgleich zum Corona-Alltag für Bewegung und Erholung zu nutzen. Loipen, Winterwanderwege und Rodelhänge sind aufgrund der geschlossenen Liftanlagen gut besucht, aber auch abseits der Wege herrscht vielerorts ein reges Treiben. Für die Wildtiere im Schwarzwald bedeutet das eine große Beunruhigung. Wie aber kann man guten Gewissens in den Winterlandschaften Spaß haben, ohne Wildtiere zu stören?

 

Wenn man als Wildtier den Winter überleben will, muss man sich ganz schön was einfallen lassen. Die Nahrung für Reh, Auerhuhn, Gämse und Co. ist knapp, das Wetter mehr als ungemütlich. Viele Wildtiere haben deshalb außergewöhnliche Fähigkeiten oder besondere Strategien entwickelt. Welche das sind, dazu gibt die Initiative „bewusstWild“ Einblicke.

Der Fuchs zum Beispiel hat eine sehr feine Nase; auch durch eine 30 cm tiefe Schneeschicht kann er eine Maus riechen. „Die würden wir noch nicht einmal wahrnehmen, wenn wir nach einer wilden Rodelfahrt mit dem Schlitten umkippen und Kopf voraus im Schnee landen“, lacht Mirjam Willert, Projektmanagerin von „bewusstWild“. Sie ist Mitarbeiterin beim Naturpark Südschwarzwald, der zusammen mit dem Verein Auerhuhn im Schwarzwald die Trägerschaft dieser Initiative bildet. „bewusstWild“ gibt spannende Einblicke, wie Wildtiere über den Winter kommen.

 

Ein weiteres beeindruckendes Beispiel ist der winterliche Ruhemodus der Rothirsche. Ihre Körpertemperatur wird aktiv heruntergefahren, der Herzschlag verlangsamt sich, Organe wie Magen, Niere, Leber und sogar das Herz schrumpfen. Alles, um Energie zu sparen. In diesem Ausnahmezustand verharren die Hirsche oft bewegungslos an einer geschützten Stelle.

„Auch das Auerhuhn schützt sich auf eine besondere Art vor der Kälte: Es gräbt Löcher oder Höhlen in den Schnee und ruht sich dort aus“, ergänzt Silja Ramlow, Geschäftsführerin des Vereins Auerhuhn im Schwarzwald. Die Tiere haben gefiederte Füße, die im Winter Hornstifte aufweisen; damit laufen sie auf dem Schnee wie auf „Schneeschuhen“. Im Winter ernähren sich Auerhühner vor allem von Nadeln der Kiefer, Tanne und Fichte – einer kargen Kost. „Zur energiezehrenden Balz im Frühjahr werden die restlichen Energiereserven des Winters mobilisiert“, erläutert Ramlow weiter.

 

Die Energiereserven der Wildtiere im Winter sind also gering. Jede Flucht verbraucht kostbare Energie, die das Wildtier nur schwer wieder auffüllen kann. Es ist geschwächt, und im schlimmsten Fall bedeutet eine Flucht den Tod des Tieres. „Wenn uns bewusst ist, wie erstaunlich die Überlebensstrategien der Tiere sind und wenn wir gleichzeitig wissen, dass jede zusätzliche Beunruhigung eben dieses Überleben gefährdet, dann wächst in vielen Winterbegeisterten vielleicht der Wunsch, wildtierfreundlich im Schnee unterwegs zu sein“, hoffen die Verantwortlichen der Initiative „bewusstWild“.

 

Worauf muss man also achten? Tiere können sich an die von Menschen genutzten Wege gewöhnen; deshalb sollte man die Wege nicht verlassen. Für einen Winterspaziergang gibt es gewalzte Wege, für Langläufer markierte Loipen, für eine Schneeschuh-Wanderung oder Skitour die dafür ausgewiesenen Bereiche. Wo es keine markierten Routen gibt, sollten Freiflächen vorgezogen werden. Wälder und Waldränder sind Rückzugsorte für die Wildtiere und somit besonders sensible Bereiche. Für Hunde gilt es, an der Leine zu bleiben – auch der besterzogene Hund kann Feldhase und andere Wildtiere ganz plötzlich wittern und aufscheuchen.

Außerdem empfiehlt die Initiative „bewusstWild“, im Winter nur tagsüber unterwegs zu sein. Bei Anbruch der Dämmerung und in der Nacht werden viele Wildtiere aktiv und gehen auf Nahrungssuche, welche auch ohne Störungen beschwerlich genug ist. Sportlich betätigen kann man sich nach Feierabend auf den beleuchteten Nachtloipen (http://www.loipenportal.de/schwarzwald). Ausflüge mit Stirnlampen oder Fackeln sollten im Winter ganz vermieden werden oder wenn, dann nur in unmittelbarer Siedlungsnähe stattfinden.

Wenn diese Punkte beachtet werden, bleibt die Natur für die Wildtiere Lebensraum und für uns Menschen Erholungsraum, in dem wir Gäste sind.

 

Alle Informationen rund um die Initiative finden Sie unter www.bewusstwild.de.

 

Dieses Projekt wird vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg unterstützt.

 

Quelle: Naturpark Südschwarzwald e. V.

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Mehr InformationenWeitere Auskünfte erteilen die Akademie Burg Fürsteneck unter  06672-92020 und der Verein Natur- und Lebensraum Rhön unter 06681-9174524.

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TV-Tipps

ZDFinfo-Dokumentation 

Die sieben geheimen Atompläne der DDR | 14. Juni  | 20.15 Uhr 

© ZDF/Kristof Kannegießer

Die Doku unternimmt eine Zeitreise in die Ära des Wettrüstens und die An-fänge der Atomenergie. In Deutschland startete der Wettlauf um das erste Kernkraftwerk. Für Ost und West sollte es der Aufbruch in ein neues Zeitalter sein und für die DDR die Lösung ihres Energieproblems darstellen. Filmautor Matthias Hoferichter geht der Frage nach, welche geheimen Pläne die DDR in der Atomforschung verfolgte und welche Auswirkungen sie bis heute hat. Dafür beleuchtet er auch die ehema-ligen Kernkraftwerke Lubmin und Stendal und das Endlager Morsleben.

© ZDF/Kristof Kannegießer

Gesprächspartner*innen sind unter anderem der Wirtschaftshistoriker Rainer Karlsch, der damalige Bundes-umweltminister Klaus Töpfer, Marlies Philipp aus dem früheren Werkstoff-prüflabor des KKW Lubmin, der Experimentalphysiker Horst-Dieter Giera, der ehemalige Leiter des Strahlenschutz Endlagers Morsleben Hartmut Schulze, Dieter Zeppe vom Amt Atomsicherheit und Strahlenschutz der DDR und der damalige leitende Bauingenieur des KKW Stendal Horst Paulus. 

Ab 10. Juni in der ZDFinfo-Mediathek 

© ZDF/Kristof Kannegießer

Servus TV Deutschland

Orang-Utans – Alarmstufe Rot

in der Reihe Terra Mater
Mittwoch, 7. Juli, 20:15 Uhr
Orang-Utan Weibchen hinter Gittern im Pata Zoo in Bangkok, Thailand © Terra Mater / Aaron Gekoski

Das lustige Selfie mit einem niedlichen Orang-Utan, ein scheinbar harmloses Erinnerungsfoto an den Südostasien-Urlaub. Was die wenigsten ahnen: Dahinter steckt oft ein knallhartes Geschäftsmodell krimineller Tier-
händler und unsägliches Leid für die Menschenaffen. Der renommierte Umweltfotograf Aaron Gekoski begibt sich für diese bewegende “Terra Mater“-Dokumentation auf die Spur der illegalen Netzwerke. Mehr Infos

Wunderwelt Wiese
Fotowettbewerb des LIFE-Projekts gestartet – Mitmachen lohnt sich
 
Was lebt auf und von der Wiese? Mit diesem Thema sollen sich Hobby- und Profifotografen ab sofort für den Foto-wettbewerb „WiesenLEBEN“ des LIFE-Projekts Rhöner Bergwiesen auseinan-dersetzen. Gesucht werden Aufnahmen von großen und kleinen tierischen Be-wohnern, von Blumen, Blüten, Kräutern und Gräsern, die alle zusammen einen ganz eigenen Mikrokosmos bilden.
Küchenschellen Nüsttal © Kristine Schmitt
Teilnahmebedingungen und weitere Hinweise für die Teilnahme abrufbar unter www.rhoener-bergwiesen.de.
Expedition Erdreich
© BMBF/ExpeditionErdreich
 
Deutschland buddelt – mit Teebeuteln den Boden erforschen
 
Expedition Erdreich ist die bundesweite Citizen-Science-Aktion im Wissen-schaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie. Jeder und jede kann sich daran beteili-gen, um Daten über die Bodengesund-heit und den Zustand der Böden zu sammeln – ganz einfach mit Tee-beuteln. Grundlage für die Aktion
ist der sogenannte Tea-Bag-Index, der die Zersetzungsrate der Teebeutel im Boden beschreibt. Zusammen mit einigen weiteren Angaben können die Bürgerwissenschaftler/-innen so mehr
über die wichtigsten Bodeneigen-schaften herausfinden und dazu bei-tragen, unsere Böden in Zukunft gewinnbringender und nachhaltiger zu nutzen. Start der Aktion ist im April 2021. Weitere Informationen gibt es unter expedition-erdreich.de.

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Aktualisiert am:

14. Juni 2021

 

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