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29. November 2019 


Europas Flüsse sind verdammt: über 8.700 neue Wasserkraftwerke geplant

 

++ Neue Studie zeigt Ausmaß des Wasserkraft-Irrsinns in ganz Europa ++ Besonders auf dem Balkan sind die Auswirkungen auf Biodiversität und Gesellschaft verheerend ++

Radolfzell, Wien. Die erste europaweite Bestandsaufnahme bestehender und geplanter Wasserkraftwerke zeigt den immensen Druck, unter dem die Flüsse des gesamten Kontinents stehen. Zu den bisher schon bestehenden 21.387 Wasserkraftwerken sollen hauptsächlich in den Alpen und auf dem Balkan weitere 8.779 hinzukommen. Teils unberührte Flüsse – insbesondere auf dem Balkan – würden dadurch zerstört. Über ein Viertel dieser geplanten Kraftwerke (2.500) sind zudem in Schutzgebieten vorgesehen, der Großteil in Nationalparks und Natura 2000-Gebieten.

 

Die Studie wurde von den Organisationen EuroNatur, Riverwatch, WWF und GEOTA in Auftrag gegeben. Ihre Ergebnisse zeigen das Versagen der Regierungen innerhalb und außerhalb der EU, Flüsse und die biologische Vielfalt zu schützen, und belegen die offensichtliche Missachtung der EU-Wasserschutzgesetze, insbesondere der Wasserrahmenrichtlinie.

 

„Wir stehen vor dem Ende frei fließender Flüsse in Europa und vor einem Kollaps der Artenvielfalt, wenn wir diesen Wasserkraftwahn nicht aufhalten. Die EU-Kommission unter der Leitung von Ursula von der Leyen sowie die Regierungen der Länder müssen diesen Ausbau stoppen. Sie müssen vor allem die Subventionen für Wasserkraft beenden und den Schutz der Flüsse verbessern. Es ist völlig inakzeptabel, dass wir mit unserer Stromrechnung Wasserkraftinvestoren finanzieren und damit die Zerstörung von Europas Lebensadern bezahlen“, sagt Ulrich Eichelmann von Riverwatch.

 

„Die meisten geplanten Wasserkraftprojekte – weit mehr als 3.000 – sollen auf dem Balkan entstehen. Die Flüsse dort sind größtenteils noch intakt, manche sogar in unberührtem Zustand. Sie sind ein europäischer Schatz, den wir uns nicht leisten können, zu verlieren. Wir drängen darauf, dass die Europäische Union diese Entwicklungen im Rahmen der Beitrittsverhandlungen thematisiert und auf die Einhaltung der Naturschutzgesetze pocht. Auf dem Balkan wird zudem übermäßig viel in Wasserkraft investiert, aber das Potenzial für Solarenergie – eine wirklich erneuerbare Energiequelle – nicht genutzt“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur.

 

Staudämme für Wasserkraft zerstören Flüsse und ihre Umgebung und tragen erheblich zum Verlust der Artenvielfalt bei. Sie verändern den natürlichen Fluss, blockieren die Fischwanderung – was sich auf die Fischbestände und das Überleben gefährdeter Arten auswirkt – und fangen Sedimente ab, die Flussufer und Deltas vor Überschwemmungen und dem Anstieg des Meeresspiegels schützen. Der lokalen Bevölkerung wird zudem buchstäblich das Wasser abgegraben. Überdies erzeugen über 90 Prozent der geplanten Wasserkraftwerke nur geringe Mengen an Strom (weniger als 10 MW), sind also sogenannte Kleinwasserkraftwerke, die bei wenig wirtschaftlichem Nutzen große Schäden an der Natur anrichten.

Steven Weiss, Assoc. Univ.-Prof. Uni Graz, betont die verheerenden Effekte von Wasserkraft: „Auf der Grundlage meiner detaillierteren Balkanstudie sowie der Roten Liste der IUCN können wir vorhersagen, dass mindestens 20 und möglicherweise bis zu 30 Süßwasserfischarten aussterben würden, wenn alle diese Pläne ausgeführt würden. Darüber hinaus würde ein großer Prozentsatz (> 95 Prozent) der südeuropäischen Fischfauna in eine IUCN-Bedrohungskategorie eingestuft. Wir müssen verstehen, dass die ohnehin hohe Nachfrage nach Wasserressourcen, insbesondere in Südeuropa, durch eine solche großflächige Nutzung der Wasserkraft noch verstärkt wird, was zu einer tödlichen Kombination für die Artenvielfalt des Süßwassers wird."

 

Um dem Verlust der biologischen Vielfalt in Flüssen und Seen entgegenzuwirken, fordern wir von allen europäischen Ländern und der EU:
• einen „Blue New Deal“ für Europas Flüsse
• den Subventionsstopp für Wasserkraft
• einen besseren Schutz der wertvollsten Flussabschnitte
• ein neues europaweites Fluss-Renaturierungsprogramm

 

Hintergrundinformationen:

Quelle: Gemeinsame Presseinformation von EuroNatur und Riverwatch

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