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29. Juni 2021

 

Trauerspiel Fischereikontrolle
 

EU-Rat will effektive Kontrolle der europäischen Fangflotte verhindern

Berlin/Luxemburg: Europa kontrolliert seine Fischereiflotte nicht wirksam. Obwohl bereits jeder zweite kommerziell genutzte Fischbestand in EU-Gewässern als überfischt gilt und die Überfischung im Nordostatlantik wieder angestiegen ist, wird die Wirksamkeit des Systems nach Wunsch der Fischereiminister:innen in der laufenden Reform der sogenannten Fischereikontroll-verordnung nicht im dringend erforderlichen Maß verbessert werden, kritisiert der WWF.

Die Fischereiminister:innen haben heute beschlossen, dass über 96 Prozent der EU-Flotte von Kamerakontrollen an Bord ausgeschlossen bleiben sollen Die Pflicht, Fänge und Beifänge mit Kameras oder Sensoren zu erfassen, soll nur für weniger als vier Prozent der Fangschiffe gelten, solche, die über 24 Meter lang sind. Das bedeutet auf fast 80.000 kleineren Fangschiffen werden eventuelle Verstöße gegen die Anlandeverpflichtung weder erfasst noch sind sie rechtssicher nachweisbar. Einen transparenteren Umgang mit Fischereidaten soll es ebenso wenig geben. Die vollständige und digitale Rückverfolgbarkeit von Fisch und Meeresfrüchten bis zum Fangschiff wird nach Vorstellung des EU-Rates ebenso ausbleiben. An manchen Stellen fällt der Ratsvorschlag sogar hinter die geltende Verordnung zurück und droht neue Schlupflöcher zu schaffen.
 
„Das Ambitionsniveau des EU-Rates ist erschütternd niedrig. Das ist ein Trauerspiel, denn mit dieser Einschränkung bleibt ein großes Hindernis für nachhaltige Fischerei bestehen: Beifang und damit das erhöhte Risiko für illegale Rückwürfe von Fisch besteht gerade bei den Fischereien, die von zehntausenden kleineren Fangschiffen betrieben werden. Kameramonitoring ist das einzige wirksame und verfügbare Instrument das Fischereimanagement zu verbessern, dafür müssen aber auch die Risikofischereien erfasst werden. Das sieht der Ratsvorschlag nicht vor. Die EU muss dafür sorgen, dass die Meere nicht länger als rechtsfreier Raum wahrgenommen werden“, fordert Christoph Heinrich, Naturschutzvorstand des WWF Deutschland.  Das Argument die vorgeschlagene Regelung würde das Gros der Fänge abdecken, hält der WWF für irreführend. Der entscheidende Faktor sei nicht das Fangvolumen, sondern das Risiko von Fischbeifängen.
Zudem müsse die EU mehr tun, um den Beifang empfindlicher oder bedrohter Arten zu erfassen und zu stoppen. Tausende Delfine, Meeresschildkröten, verschiedene Hai- und Rochenarten sowie diverse Seevogelarten verenden Jahr für Jahr in Europas Fischernetzen. „Um gezielte Schutzmaßnahmen für bedrohte Arten vorzunehmen, braucht es wissenschaftliche Daten aus der elektronischen Fernüberwachung der Schiffe als Basis“, so Heinrich weiter. Der heute abgestimmte Ratsvorschlag sieht das nicht vor. „Hier muss im Rahmen der Triloge unbedingt nachgebessert werden. Wir erwarten von der Bundesregierung, sich in den kommenden Verhandlungen nachdrücklich dafür einzusetzen, dass auch der Beifang von Schweinswalen in der Stellnetzfischerei endlich belastbar erfasst wird. Die allgemeinen Pflichten zur Dokumentation in Fischereilogbüchern reichen dafür nicht aus.“
 
Der WWF vermisst außerdem einen starken Impuls für den Schutz der Verbraucher:innen vor Fischprodukten aus illegaler Fischerei. Die neue Kontrollverordnung wird auch die Transparenz von Lieferketten und Rückverfolgbarkeit sämtlicher Produkte aus Fisch und Meeresfrüchten, auf dem EU-Markt regeln – dies beeinhaltet Importe, Konserven, Wildfang, und Zuchtfisch. „Die Verbraucher:innen müssen sich auf das Kontrollsystem verlassen können. Als weltgrößter Markt für Fisch und Meeresfrüchte muss die EU auf ein zeitgemäßes digitales Rückverfolg-barkeitssystem setzen statt wie bisher weitgehend papierbasiert zu arbeiten“, fordert WWF Naturschutzvorstand Christoph Heinrich.

 

Unverantwortlich ist aus Sicht des WWFs der Vorschlag der Fischereiminister:innen verarbeitete und konservierte Produkte wie. z.B. Thunfischdosen von der Kontrolle auszunehmen. „Damit würde ein riesiges Schlupfloch geschaffen und der Kampf gegen illegale Fischerei zurückgeworfen. Jeder sechste in die EU importierte Fisch würde gar nicht mehr erfasst. In den nun folgenden Verhandlungen müssen sich EU-Kommission und Europaparlament, aber auch Deutschland dafür stark machen, dass Meere und Ökosysteme endlich wirksam und transparent vor den Folgen unkontrollierter Fischerei geschützt werden“, kritisiert Heinrich.
 
Hintergrund:

 

 

 

Die sogenannte Fischerei-Kontrollverordnung entscheidet maßgeblich über das Gelingen der EU-Fischereipolitik. Sie legt die Instrumente fest, mit denen Fischereiaktivitäten der EU-Flotte und Fisch vom Netz bis zum Teller überwacht werden können, um Legalität zu gewährleisten. Das Gesetzespaket gilt für 10 Jahre und soll dazu dienen, illegale Fischerei zu unterbinden und so erschöpfte Fischbestände wiederaufzubauen.

 

 

 

Elektronische Fernüberwachung wurde weltweit erfolgreich getestet und wird von der Europäischen Fischereikontrollbehörde (EFCA) als bestes Mittel zur Kontrolle auf See empfohlen. Die flächendeckend mangelhafte Umsetzung der sogenannten Anlandeverpflichtung führt zu einer steigenden Überfischung und gefährdet so die Fischbestände, bedrohte Arten und Meeresökosysteme der EU.  

 

 

 

Der WWF fordert elektronische Fernüberwachung auf allen Fangschiffen über 12 m Länge mit einem hohen oder sehr hohen Risiko für illegale Rückwürfe, sowie auf kleineren Schiffen, bei denen die Gefahr für ungewollten Beifang empfindlicher Arten besteht. Die erfassten Daten sollten von der Fischereiwissenschaft zur Ermittlung von Bestandsgrößen und Höchstfang-mengen, sowie zum Monitoring empfindlicher Arten ausgewertet werden dürfen.

 

 

Quelle: WWF

Ausstellung 

Rhönschaf | Foto: Sabrina Mey

Rhönschaf-Ausstellung 

Ganz schön, Schaf!

Ein Rhönschaf mit Sonnenbrille, eine grasende Herde in der goldenen Herbstsonne, die zaghafte Begegnung eines Rhönschafs und einer Ziege:

20 Motive rund um den wolligen Sympathieträger aus dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön sind bis zum 14. November in einer Fotoausstellung  zu sehen. Die Aufnahme stammen aus einem Fotowettbewerb, den die Hess. Verwaltung des UNESCO-Biosphären-reservats Rhön, der Verein Natur und Lebensraum Rhön und die Rhön GmbH im Jahr 2019 anlässlich der Rhönschaf-Genießerwochen ausgerufen hatten.  

 

Das Bruder-Franz-Haus (Kreuzberg 1, 97653 Bischofsheim in der Rhön)  hat im Oktober täglich von 10 bis 12 sowie von 13 bis 18 Uhr geöffnet, im Nov. täglich von 10 bis 12 sowie von 13 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei. 

Fraßbilder | Foto: Tom Kretschmer

27. Kunstausstellung

NATUR – MENSCH

Die Ausstellung ist traditionell dem Thema und positiven Spannungsfeld von Natur und Mensch gewidmet. Sie greift damit das besondere Anliegen der beiden Veranstalter Nationalpark Harz und Stadt Braunlage auf, die Menschen sowohl für den allgemeinen Umwelt- und Naturschutz als auch für die Wie-deranreicherung menschlicher Lebens-räume mit mehr Natur zu gewinnen. 

 

45 Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie und Bildhauerei und Skulptur wird die diesjährige Ausstel-lung unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies vom 19.9. bis 31.10.2021 in Sankt Andreasberg zeigen. Sie findet  in den Räumen der Rathaus-Scheune, im anliegenden Rathaus und im Atrium der Andreaskirche in der Oberharzer Bergstadt und Nationalparkgemeinde Sankt Andreasberg statt. Sie ist täglich von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen.

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Oberhausener Gasometer 

Das zerbrechliche Paradies 

Brände, Überflutungen, Dürre – in den vergangenen Dekaden hat sich die Häufigkeit von Umweltkatastrophen stark erhöht.  Doch die zerstörerische Kraft der Natur ist für den Menschen nicht neu. Zu den dramatischsten Szenarien der Weltgeschichte zählt sicherlich der Ausbruch des Vesuvs 
79 n. Chr., bei dem das antike Pompeji vollkommen unter Asche und Lava-brocken verschwand. Die verschüttete Stadt, die Opfer und das erfahrene Leid gerieten in Vergessenheit.

 

Die neue Ausstellung ist ab dem
1. Oktober dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 18 Uhr - an Feiertagen und in den NRW-Ferien auch montags - geöffnet. Tickets können über den Online-Shop bestellt oder direkt vor Ort an der Tageskasse erworben werden. 
Weitere Infos gibt es unter www.gasometer.de

Praktikum

Von der Uni ins UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Foto: Mechthild Winheim

In diesem Jahr absolvieren junge Menschen das Umweltpraktikum der Commerzbank beim Verein Natur- und Lebensraum Rhön e.V. Sie unterstüt-zen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins und der Hessischen Biosphärenreservatsverwaltung bei den unterschiedlichsten Projekten – zum Beispiel beim Erstellen der neuen Ausstellung. Auch 2022 sind wieder zwei Praktikumsplätze zu vergeben.

Mehr Informationen
Umweltpraktikum Rhön.pdf
PDF-Dokument [231.4 KB]

Fortbildung

Baumwartausbildung im Biosphärenreservat Rhön 

Erster Termin ist am 19. November 2021, die Abschlussprüfung ist für November 2023 geplant. Das erste Jahr bietet eine intensive Einführung
in Schnitt und Pflege von Streuobst-bäumen, das zweite Jahr dient zur Vertiefung und Erweiterung des Wissens. Die Ausbildung umfasst neun Wochenendmodule über zwei Vegeta-tionsperioden mit insgesamt 135 Stunden. Mit erfolgreich abgeschlos-sener Prüfung erhalten die Teilnehmen-den ein Zertifikat.

Mehr Informationen
PM Ausbildung Baumwartinnen und Baumwart[...]
PDF-Dokument [221.4 KB]

NAJU Hessen

Wandertouren leiten  | Mit Gruppen sicher unterwegs

20. - 24. Oktober Sachsen

Mehr Informationen

Veranstaltungen 

Naturpark Schwalm-Nette

Herbstferienprogramm im Naturschutzhof

Naturschutzhof Nettetal

Das detaillierte Programm hängt auf dem Naturschutzhof, Sassenfeld 200 in Lobberich aus und ist online einsehbar unter www.nabu-krefeld-viersen.de.
Eine Anmeldung mit Angabe von Namen, Alter, Telefonnummer und eventuellen Allergien ist erforderlich an freiwillige@nabu-krefeld-viersen.de 

Stiftung Zollverein 

Internationaler Kongress

„Industrielles Welterbe. Chance und Verantwortung“

14./15. Oktober 2021 Essen

 

Die Teilnahme am Kongress ist kostenlos. Die Anmeldung steht allen Interessierten frei und kann ab sofort über ein Online-Formular erfolgen.

Mehr Informationen
210909_Welterbekongress_Programm.pdf
PDF-Dokument [948.8 KB]

Nationalpark Bayerischer Wald

Führung 

Was passiert mit Kadavern im Wald?

16. Oktober, 14 Uhr in der Nähe des Jugendwaldheims bei Glashütte

 

Feste Wanderschuhe und wetterfeste Kleidung ist notwendig. Aus organi-satorischen Gründen ist eine Anmel-dung beim Nationalpark-Führungs-service (0800 0776650) möglichst frühzeitig, spätestens jedoch einen Tag vorher, erforderlich. Die Teilnehmerzahl auf 20 Personen beschränkt. 

Naturerlebniszentrum

Blumberger Mühle

RUNDBRIEF_Okt_2021.pdf
PDF-Dokument [683.2 KB]

Brandenburgischen Akademie Schloss Criewen

Internationale Tagung

Renaturierung von Seen und Söllen, Tümpeln und Teichen und andere Amphibienschutz-maßnahmen

28. - 29. Oktober 2021 

Programm
Programm Renaturierung von Seen.pdf
PDF-Dokument [631.2 KB]
Anmeldung
Anmeldung Renaturierung von Seen.pdf
PDF-Dokument [346.0 KB]

Naturpark Schwarzwald

Naturpark-Vespertouren - Brotzeit ToGo

31. Oktober 2021

Mehr Informationen
2021_08_27 Naturparkinfo_Naturpark-Vespe[...]
Microsoft Word-Dokument [36.5 KB]

26. Weltklimakonferenz (COP26)

31.10 - 12.11.2021 im Glasgow

 

Alle öffentlichen BMU-Veranstaltungen hier  per Live-streams übertragen.

Naturpark Schwalm-Nette

Alle Termine auf einen Blick

Veranstaltungskalender für zweites Halbjahr 2021 kostenfrei verfügbar

Bestellungen für die Broschüre können
online im Shop über www.npsn.de, telefonisch unter 02162 81709-408 oder per E-Mail an info@npsn.de aufgegeben werden.

Urban Gardening mit Kids

Für Familien im urbanen Lebensraum ist es nicht immer einfach, sich den Traum vom Gärtnern zu erfüllen. Die Möglichkeiten sind begrenzt und nicht allen Eltern ist klar, wie sie das Thema "Gärtnern", an die Kinder heranführen. Damit diese Leidenschaft auch für Stadtfamilien entfacht werden kann, hat NeoAvantgarde ein frei verfügbares
E-Book entwickelt. "Urban Gardening mit Kids" lässt sich ohne Anmeldung ganz einfach downloaden.

Der Ratgeber umfasst die Themen:

Einführung ins Urban Gardening inklusive Praxistipps | 10 gute Gründe fürs Gärtnern in der Stadt mit Kindern Praktischer Jahreskalender mit Infos

über Aussaat, Ernte und Co.

TV-Tipps

Mittwoch, 20. Oktober | 20:15 Uhr

Die fabelhafte Welt der Schweine

Terra Mater | Dokumentation 

© Terra Mater / NI-SI-Networks / MattHamilton

Seit Jahrtausenden sind Schweine Teil unseres Lebens. Es leben 2 Milliarden Schweine auf unserem Planeten – auf jedem Kontinent außer der Antarktis. In Sibirien etwa trotzen Wollschweine Temperaturen von minus 50 Grad. Andere Schweine mögen’s lieber heiß, wie die Gruppe von verwilderten Haus-schweinen, die sich eine Insel auf den Bahamas zu eigen gemacht haben. Diese Doku folgt den borstigen Glücksymbolen von sonnigen Karibik-stränden bis in die Wildnis Afrikas und Südostasiens.

Expedition Erdreich
© BMBF/ExpeditionErdreich
 
Deutschland buddelt – mit Teebeuteln den Boden erforschen
 
Expedition Erdreich ist die bundesweite Citizen-Science-Aktion im Wissen-schaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie. Jeder und jede kann sich daran beteili-gen, um Daten über die Bodengesund-heit und den Zustand der Böden zu sammeln – ganz einfach mit Tee-beuteln. Grundlage für die Aktion
ist der sogenannte Tea-Bag-Index, der die Zersetzungsrate der Teebeutel im Boden beschreibt. Zusammen mit einigen weiteren Angaben können die Bürgerwissenschaftler/-innen so mehr
über die wichtigsten Bodeneigen-schaften herausfinden und dazu bei-tragen, unsere Böden in Zukunft gewinnbringender und nachhaltiger zu nutzen. Start der Aktion ist im April 2021. Weitere Informationen gibt es unter expedition-erdreich.de.

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Aktualisiert am:

15. Oktober 2021

 

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