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23. Juni 2021 

 

Klimaschutz nur mit Meeresnaturschutz – BUND fordert Grenze für naturverträglichen Ausbau der Offshore-Windenergie 

 

Berlin. Der Ausbau der Windenergie vor den deutschen Küsten muss naturverträglich erfolgen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hält einen Ausbau der Offshore-Windenergie auf 15 Gigawatt (GW) in den kommenden zehn Jahren für vertretbar, damit der Meeresschutz bei der Energiewende ausreichend berücksichtigt wird. „Klimaschutz nur mit Meeresnaturschutz“ heißt ein neues Hintergrundpapier, das der BUND dazu heute anlässlich der Öffentlichkeitsbeteiligung am zweiten Entwurf der Raumordnung in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone in Nord- und Ostsee veröffentlicht. 

 

Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Saubere, gesunde und artenreiche Meere sind für den Klimaschutz unverzichtbar, saubere und regenerative Energie zur Begrenzung des Klimawandels notwendig. Offshore-Windenergie muss beiden Zielen ausgewogen dienen. Der Ausbau der Offshore-Windenergie und der Meeres- und Küstennaturschutz mit den dazugehörigen Kabelanbindungen durch das Wattenmeer müssen in Einklang sein, wenn die europäischen Naturschutzziele wie etwa Natura 2000, die EU-Vogelschutzrichtlinie und die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie erreicht und das UNESCO-Naturerbe Wattenmeer langfristig geschützt werden sollen. Nur so lässt sich die biologische Vielfalt der Küstenregionen erhalten.“ 

 

Nach den Zustandsbewertungen von Nord- und Ostsee der Bundesregierung sind die deutschen Meere in keinem guten Zustand. Die Belastung in den Meeres- und Küstenökosystemen muss verringert werden. Heiner Baumgarten, Vorsitzender des BUND Niedersachsen: „Die Offshore-Windenergie darf einmalige Meeresschutzgebiete und Küsten-Nationalparks wie den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer nicht noch weiter belasten. Nach dem jetzigen Wissensstand und unter Berücksichtigung anderer mariner Nutzungen ist ein Offshore-Ausbau in Nord- und Ostsee bis maximal 15 GW bis 2030 noch vertretbar.“

 

Durch die Offshore-Windenergie werden Schifffahrt, militärische Übungsgebiete und Rohstoffgewinnung in die Meeresschutzgebiete gedrängt. See- und Zugvögel sowie Schweinswale verlieren dadurch ihren Lebensraum und ihre Nahrungsgebiete. Auch wenn Offshore-Windparks nur bis an die Grenzen der Schutzgebiete errichtet werden, wirken sie dennoch in sie hinein, die Schutzgebiete werden dadurch de facto verkleinert. Die jahrelangen Ausbautätigkeiten und Kabelverlegungsarbeiten können Tiere dauerhaft stören und vertreiben. Zudem verändern Offshore-Windanlagen unter anderem die Wassertemperatur und den Salzgehalt im Meer. 

 

Nadja Ziebarth, Leiterin des BUND-Meeresschutzbüros: „Die Windenergie auf dem Meer bis 2040 auf 40 GW ausbauen zu wollen, würde die Meere noch stärker schädigen. Gesunde Meere sind bedeutend, um die CO2-Pufferwirkung der Ökosysteme und damit die Klimawandelbremse der Nord- und Ostsee zu erhalten. 90 Prozent des CO2 wird weltweit in den Meeren gebunden.“ 

Dezentrale Bürgerenergie kann geringeren Windenergie-Ausbau auffangen. „Regional erzeugter Strom aus Wind und Sonne ist dreimal günstiger als Offshore-Strom“, so Werner Neumann, Sprecher des BUND-Bundesarbeitskreises Energie. „Statt einer teuren Monopolisierung der Energiewende durch Offshore-Windenergie und eines überdimensionierten Netzausbaus sollte eine dezentrale, erneuerbare Energieproduktion gestärkt werden – mit mehr Investitionen in Windparks an Land, Solaranlagen auf Dächern und Batteriespeichern, die von und mit den Bürger*innen realisiert werden. So unterstützt dezentraler Klimaschutz den Schutz von Meer und Küste.“ 

 

Hintergrund:
Dass ein dezentraler Ausbau erneuerbarer Energien nicht nur aus Naturschutzsicht sinnvoll ist, sondern auch ökonomische und soziale Vorteile mit sich bringt, zeigt unter anderem eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Wird der Offshore-Anteil auf 15 Gigawatt begrenzt, werden erneuerbare Energien dezentral zugebaut. Die Kosten steigen dadurch nicht und die gesellschaftliche Akzeptanz für die Energiewende könnte verbessert werden, denn dezentrale erneuerbare Energien schaffen regionale Wertschöpfung und bieten sehr viel mehr Möglichkeiten zur Teilhabe, wie sich zum Beispiel bei gemeinsam betriebenen Dach-Photovoltaik-Anlagen zeigt. Wenn die Kosten für den Netzausbau und den Transport von Strom eingepreist würden, würde sich sogar ganz automatisch eine sehr viel gleichmäßigere regionale Verteilung von erneuerbaren Energien in Deutschland ergeben. Dies wird durch eine Studie von Prof. Lorenz Jarass bestätigt, die zeigt, dass der Stromnetzausbau deutlich gemindert werden kann, wenn eine Kosten-Nutzen-Analyse erfolgen würde, wie sie das EU-Recht vorsieht. 

Mehr Informationen:


BUND-Hintergrundpapier „Klimaschutz nur mit Meeresnaturschutz“: www.bund.net/meeresnaturschutz 

 

Quelle: BUND

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Mittwoch, 28. Sept. | 20:15 Uhr  Yellowstone – Winterwildnis (2/2)
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Der zweite Teil der Dokumentation zeigt, wie sich Dickhornschaf, Wolf, Bison, Biber und Flussotter den Herausforderungen und Härten der Natur von den ersten trüben Herbst-tagen bis zu den letzten eiskalten Winterwochen stellen müssen.
© Kingdom Films / Smithsonian Network / Vanessa Venter
Mittwoch, 5. Oktober | 20:15 Uhr: Terra Mater: Die Raubtier-Challenge – Smarte Köpfe auf vier Pfoten (1/2)
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Löwen und Hyänen auf dem Prüfstand: Wer ist klüger, wer ist sozialer? Und wer erkennt schneller, dass Zusam-menarbeit der Schlüssel zum Erfolg sein kann? Mit Hilfe verschiedenster Experimente, analysieren „Löwen-flüsterer“ Kevin Richardson und inter-nationale Wissenschaftler das Verha-lten der Tiere in unterschiedlichen Situationen.
Mittwoch, 12. Oktober | 20:15 Uhr Terra Mater: Die Raubtier-Challenge – Gemeinsam zum Erfolg (2/2)
Dokumentation
 
Der zweite Teil der Raubtier-Doku handelt von der Cleverness und sozialen Fähigkeiten von Löwen und Hyänen. „Es geht nicht darum, wer hier gescheiter ist – ein Löwe, oder eine Hyäne. Es geht darum, dass beide auf ihre eigene Art und Weise clever sind“, so Wildtierexperte Richardson.

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56. Hessischer Floristentag

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Tagung | 30. September 2022 

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Das Detailprogramm ist derzeit in der Entwicklung und bietet noch Raum für Vorträge. Die Veranstalter laden ein!
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Wer Schmetterlinge schützen will, muss wissen, wo sie vorkommen. Die Fund-meldungen aus bestehenden Monito-ringprogrammen lagen bislang jedoch nur regional vor. Erstmals führt der Atlas die Verbreitungsdaten aller 184 heimischen Tagfalter- und der 24 Wid-derchenarten zu einem schlüssigen Bild ihrer Gesamtverbreitung zusammen und liefert so ein wirkungsvolles Instrument zu ihrem Schutz.

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Das Zeitalter der Städte

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Natur erleben – beobachten – verstehen | Naturführer-Reihe Band 5

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Haupt Verlag | 1. Auflage 2012

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Die Königinnen der Pflanzen sind auf dem Rückzug. Sie vertragen keine Düngung, sind auf magere Kalkböden oder Feuchtgebiete angewiesen, müs-sen Aufforstungen, neuen Baugebieten oder Steinbrüchen weichen.  

ISBN: 9783754169124 | 156 Seiten

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des Harz-Waldes

Schon früh wurde die heilende Wirkung vieler Kräuter erkannt. Die Pflanzen-medizin bestimmte über Jahrtausende die medizinischen Möglichkeiten der Menschen und noch heute werden zahlreiche Pflanzen und  Wirkstoffe zur medizinischen Behandlung eingesetzt.

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Aktualisiert am:

23. September 2022

 

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