Aktuell Informativ Meinungsbildend NATUR UND UMWELT
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9. März 2022

 

Vortragsreihe „In der Rhön, für die Rhön“ / Nächster Termin: 24. März
 
Schutz für bedrohten Bodenbrüter und rasanten Akrobaten: Wachtelkönig und Mauersegler wird in der Rhön geholfen
 
Rhön – Der eine lebt gut versteckt in den Wiesen der Rhön, der andere ist an lauen Sommerabenden vor allem im Stadtgebiet nicht zu überhören: Wach-telkönig (Crex crex) und Mauersegler (Apus apus) sind zwei der Arten, die in den vergangenen Jahren im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön besonders im Fokus standen. Warum und mit welchem Erfolg, erklärten die Verantwortlichen bei einem Vortrag der Reihe „In der Rhön, für die Rhön“. Das Interesse war groß: 120 Teil-nehmende verfolgten die Vorträge online.
 
Mit der Auszeichnung der Rhön als UNESCO-Biosphärenreservat ist eine besondere Verant-wortung für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten verbunden – auch für die Vogelwelt. Eine Grundlage ist das europaweite Schutzgebietsnetz Natura 2000 und die damit verbundene Ausweisung von Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH) und Vogelschutzgebieten (VSG). An dem Vortragsabend stand das VSG Hessische Rhön im Landkreis Fulda im Fokus. Besonders stark bedroht sind die Bodenbrüter im Offenland – unter anderem der Wachtelkönig, für dessen Erhalt die Rhön eine bedeutende Region ist. Das hatte zuletzt ein Monitoring im Jahr 2021 gezeigt: Allein auf hessischer Seite wurden 20 Reviere gezählt – das entspricht zwei Dritteln aller Reviere in Hessen. „Nimmt man Thüringen und die Lange Rhön in Bayern dazu – hier ist der Wachtelkönig noch weiter verbreitet – ergibt sich für die gesamte Rhön eine bundesweite Bedeutung“, betonte Stefan Stübing vom Büro für faunistische Fachfragen.
 
„Der Wachtelkönig ist ein Extrembeispiel, das zeigt, wie viel Aufwand manchmal nötig ist, um eine Art zu erhalten“, sagte Stübing. Spezialisiert ist der Bodenbrüter auf offene Grünlandty-pen. Das Biosphärenreservat mit magerem Berggrünland und Borstgrasrasen biete da beste Voraussetzungen. Allerdings waren im Jahr 2017 in ganz Hessen nur noch drei Rufer gezählt worden. Zu schaffen macht dem Vogel der gravierende Lebensraumverlust, bedingt durch Trockenlegung, Nährstoffeintrag, aber auch Tötung bei der Mahd. „Ohne eine Zusammenar-beit mit der Landwirtschaft ist der Wachtelkönig also nicht zu retten“, betonte Stübing. Deshalb unternimmt der Landkreis Fulda auf Grundlage eines Artenhilfskonzepts besondere Anstren-
gungen zum Schutz des Bodenbrüters. Ab Anfang Juni bis Mitte Juli werden zunächst die ru-fenden Wachtelkönige erfasst. Wenn Brutstandorte und -status möglichst genau feststehen, wird der wahrscheinliche Brutbereich eingegrenzt. Dann kommt der Fachdienst Natur und Landschaft ins Spiel: Er nimmt Kontakt zu den Flächenbewirtschaftern auf, um eventuell Ver-schiebungen der Mahd- oder Beweidungstermine auszumachen. Da sich der Wachtelkönig bei der Jungenaufzucht Zeit lässt oder auch ein zweites Mal brütet, kann die Bewirtschaftung manchmal erst Ende September wiederaufgenommen werden. Für Ertragsverluste erhalten die Landwirtinnen und Landwirte Ausgleichszahlungen aus Naturschutzmitteln. Zu den Maßnahmen gehören auch das Stehenlassen von Schonflächen und die Teilnutzung von Schlägen.
 
Seit dem Jahr 2018 hat der Landkreis Fulda bisher mit 32 Landwirtinnen und Landwirten im Schutz für den Wachtelkönig zusammengearbeitet. 2021 konnten 18 der 20 Reviere geschützt werden. Bei einer Kartierung von Bruterfolgen im Herbst zeigte sich dann anhand des Nach-weises von flüggen Jungvögeln: Die Maßnahmen haben gefruchtet.
 
Erste großflächige Mauersegler-Erfassung im ländlichen Raum
Der zweite Vortrag widmete sich einem Flugakrobaten, der zwar nicht als gefährdet gilt, dessen Lebensräume aber nach und nach schwinden. Der Mauersegler läutet hierzulande den Sommer ein. Die schrillen Rufe sind vor allem in den Abendstunden zu hören, wenn sie um die Häuser „segeln“. Da Städte das Hauptverbreitungsgebiet darstellen, konzentrieren sich bisherige Stu-dien vor allem auf Stadtgebiete. Wie es im ländlichen Raum des Landkreises Fulda um den Mauersegler bestellt ist, hatte Marlene Klisa im Rahmen ihrer Masterarbeit im Jahr 2020 un-tersucht – unterstützt von rund 20 Ehrenamtlichen.
 
So konnten 198 von 294 Ortslagen erfasst werden. Ergebnis: In 82 Dörfern, verteilt über den gesamten Landkreis, wurden Mauersegler gesichtet, in 42 davon wurden insgesamt 146 Brut-plätze nachgewiesen. Je größer das Dorf, desto wahrscheinlicher auch die Anwesenheit von Mauerseglern. Die Umgebung der Ortslagen, also ob sich in der direkten Nähe Wald, Wiese und Weidefläche oder Ackerland befindet, schien nicht ausschlaggebend zu sein. „Das könnte daran liegen, dass Mauersegler sehr mobil sind. Ihre Streifzüge bringen sie auf Nahrungssuche sieben bis acht Kilometer, bei schlechtem Wetter auch mal bis zu 50 Kilometer weit“, erklärte Klisa. Als dritte Variable hatte sie die Gebäude- und Fassadenarten der Brutplatz-Standorte genauer untersucht. Neben dem schwindenden Nahrungsangebot durch das Insektensterben stellen Sanierungsarbeiten an Gebäuden sowie Neubauten eine der größten Gefahren dar.
 
Denn: Der Felsenbrüter braucht Dächer und winzige Gebäudenischen und -löcher für den Nest-bau. In ihrer Untersuchung stellte Klisa fest, dass Kirchen im Vergleich zu anderen Gebäude-typen signifikant bevorzugt werden. Und: Wenn Nistkästen vorhanden waren, wurden diese auch gern angenommen. „In einigen Dörfern haben wir zwar Mauersegler gesichtet, aber keine Brutplätze festgestellt. Hier kann man also die Population ganz einfach stärken, indem man mit Nistkästen nachhilft.“
 
Die Vortragsreihe wird von der Bayerischen Verwaltung des Biosphärenreservats organisiert.
Die Aufzeichnung des Vortrags finden Sie auf www.biosphaerenreservat-rhoen.de.
 
Vortrag am 24. März: Umweltkommunikation – aber richtig! Beim nächsten Termin der Reihe „In der Rhön, für die Rhön“ am Donnerstag, 24. März, 19.30 bis 21 Uhr, geht es um das Thema Umweltkommunikation. Die beiden Psychologin-nen Luisa von Seggern (Psychologists for Future) und Katharina Thümer (Bayerische Ver-waltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön) stellen Forschungsergebnisse und Modelle aus dem Bereich der Umweltpsychologie vor. Die Umweltpsychologie ist eine Teildisziplin der Psychologie und beschäftigt sich unter anderem mit der Fragestellung, wie Themen aus Klima- und Umweltschutz bestmöglich kommuniziert werden können. Die kostenfreie Online-Veranstaltung findet auf der Plattform „edudip“ statt. Eine Anmeldung ist erforderlich, den Link Anmeldelink finden Sie auf www.biosphaerenreservat-rhoen.de. Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und später auf der Homepage des Biosphärenreservats veröffentlicht.
 
Quelle: UNESCO-Biosphärenreservat Rhön | Life Projekt „grassland birds“ | Verwaltung Hessen
 

Globaler Klimastreik 

Breites Bündnis fordert heute Kehrtwende in der Klimapolitik

 

Deutschlandweit wurden bereits mehr als 250 Demos und Aktionen angemel-det, größere Demonstrationen werden unter anderem in Berlin, Hamburg und Köln stattfinden. 

Infos & Demos: klima-streik.org
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Naturdoku-Highlights bei ServusTV Deutschland 

© Terra_Mater_NatGeo_Ryan_Sheets
Mittwoch, 28. Sept. | 20:15 Uhr  Yellowstone – Winterwildnis (2/2)
Terra Mater | Dokumentation
 
Der zweite Teil der Dokumentation zeigt, wie sich Dickhornschaf, Wolf, Bison, Biber und Flussotter den Herausforderungen und Härten der Natur von den ersten trüben Herbst-tagen bis zu den letzten eiskalten Winterwochen stellen müssen.
© Kingdom Films / Smithsonian Network / Vanessa Venter
Mittwoch, 5. Oktober | 20:15 Uhr: Terra Mater: Die Raubtier-Challenge – Smarte Köpfe auf vier Pfoten (1/2)
Dokumentation
 
Löwen und Hyänen auf dem Prüfstand: Wer ist klüger, wer ist sozialer? Und wer erkennt schneller, dass Zusam-menarbeit der Schlüssel zum Erfolg sein kann? Mit Hilfe verschiedenster Experimente, analysieren „Löwen-flüsterer“ Kevin Richardson und inter-nationale Wissenschaftler das Verha-lten der Tiere in unterschiedlichen Situationen.
Mittwoch, 12. Oktober | 20:15 Uhr Terra Mater: Die Raubtier-Challenge – Gemeinsam zum Erfolg (2/2)
Dokumentation
 
Der zweite Teil der Raubtier-Doku handelt von der Cleverness und sozialen Fähigkeiten von Löwen und Hyänen. „Es geht nicht darum, wer hier gescheiter ist – ein Löwe, oder eine Hyäne. Es geht darum, dass beide auf ihre eigene Art und Weise clever sind“, so Wildtierexperte Richardson.

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Veranstaltungen

Fachtagung

Natur in der Stadt
Doppelte Innenentwicklung oder ein-fache Innenverdichtung? Harmoni-sierungsansätze insbesondere unter klimatischem Fokus

Im Fokus  stehen Beispiele aus der Praxis, die sowohl die Anforderungen des Natur- und Artenschutzes erfüllen als auch die ökologischen, stadtklima-tischen und gestalterischen Funktionen des Stadtgrüns sicherstellen.
 

28. September 2022 | Orangerie | Bessunger Str. 44 | 64285 Darmstadt.

 

Tagungsgebühr 80,00 € | Anmeldungen bis spätestens 14. September 2022
Programm & Anmeldung
Programm_Naturinder_Stadt_Darmstadt_28_0[...]
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Vorankündigung & Aufruf zu Beiträgen

56. Hessischer Floristentag

Dietzenbach

Tagung | 30. September 2022 

Exkursionen | 1. Oktober  2022 

 

Das Detailprogramm ist derzeit in der Entwicklung und bietet noch Raum für Vorträge. Die Veranstalter laden ein!
ANKÜNDIGUNG & Aufruf
N039 Floristentag 2022 _Ankündigung und [...]
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Buchtipps 

Verbreitungsatlas der Tagfalter und Widderchen Deutschlands

Wer Schmetterlinge schützen will, muss wissen, wo sie vorkommen. Die Fund-meldungen aus bestehenden Monito-ringprogrammen lagen bislang jedoch nur regional vor. Erstmals führt der Atlas die Verbreitungsdaten aller 184 heimischen Tagfalter- und der 24 Wid-derchenarten zu einem schlüssigen Bild ihrer Gesamtverbreitung zusammen und liefert so ein wirkungsvolles Instrument zu ihrem Schutz.

Ulmer Verlag, 2020. 432 Seiten, geb.
568  Farbfotos, 218 farbige Karten ISBN 978-3-8186-0557-5

Das Zeitalter der Städte

Die entscheidende Kraft im Anthropozän
S. Hirzel Verlag | Stuttgart | 344 Seiten ISBN 978-3-7776-3032-8

[Buchvorstellung]

Andreas Jaun

In der Stadt

Natur erleben – beobachten – verstehen | Naturführer-Reihe Band 5

Haupt Verlag | 1. Auflage 2012

ISBN 978-3-258-07718-5

[Buchvorstellung]

Stefan Ineichen, Bernhard
Klausnitzer, Max Ruckstuhl

Stadtfauna

600 Tierarten unserer Städte

Haupt Verlag | 1. Auflage 2012

ISBN 978-3-258-07723-9

[Buchvorstellung]

Rainer Nahrendorf

Eifel - Das bedrohte Orchideenparadies

Die Königinnen der Pflanzen sind auf dem Rückzug. Sie vertragen keine Düngung, sind auf magere Kalkböden oder Feuchtgebiete angewiesen, müs-sen Aufforstungen, neuen Baugebieten oder Steinbrüchen weichen.  

ISBN: 9783754169124 | 156 Seiten

Buchvorstellung.pdf
PDF-Dokument [221.9 KB]

Krautige Pflanzen
des Harz-Waldes

Schon früh wurde die heilende Wirkung vieler Kräuter erkannt. Die Pflanzen-medizin bestimmte über Jahrtausende die medizinischen Möglichkeiten der Menschen und noch heute werden zahlreiche Pflanzen und  Wirkstoffe zur medizinischen Behandlung eingesetzt.

Herausgeber: Verlag Sternal Media 

Softcover-Einband | 188 Seiten
Querformat von 17 x 22 cm
ISBN 978-3-7557-6138-9
23,99 Euro | E-Book  9,49 Euro

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Aktualisiert am:

23. September 2022

 

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