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6. Dezember 2018 | Biologische Vielfalt 

 

Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesamt für Naturschutz

 

Neue Lebensräume für die Barbe

 

Flüsse und Bäche in Niedersachsen sollen wieder lebenswerter für Fische werden, so zum Beispiel für die vielerorts in ihrem Bestand bedrohte Fischart Barbe.

 

Ein vom Bundesumweltministerium mit 1,3 Millionen Euro gefördertes Projekt will die Nebenflüsse der Aller wieder ihrem natürlichen Zustand näher bringen und damit „barbenfreundlicher“ machen – zum Beispiel durch Kiesbänke und strömungsarme Zonen. Es handelt sich dabei um das erste Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt zum Schutz einer Fischart. Inhaltlich wird das Vorhaben vom Bundesamt für Naturschutz begleitet.

 

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die Barbe steht stellvertretend für viele Arten, die unter Druck geraten, weil das Wasser, in dem sie leben, verunreinigt ist, weil ihre Lebensräume zerstört und ihre Wege versperrt werden. Wenn wir Flüsse und Bäche wieder ihrem natürlichen Zustand näher bringen, wie es in diesem Projekt geschieht, helfen wir nicht nur einer Art. Wir tragen dazu bei, zahlreichen Arten ihre natürlichen Lebensräume zurück zu geben.“ BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel ergänzt: „Die Barbe benötigt in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien jeweils unterschiedliche und spezifische Mikrolebensräume. Die Larven bevorzugen beispielsweise Gewässerbereiche mit geringen Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten, wie Kiesbänke, während sich die ausgewachsenen Tiere gerne auch in schnell fließenden Gewässerabschnitten aufhalten. Diese Vielfalt der Lebensraumstrukturen wird im Barben-Projekt mit vielfältigen Maßnahmen im und am Gewässer wieder erhöht. Außerdem kommt Deutschland so seiner besonderen internationalen Verantwortung zur Erhaltung dieser Art nach, die bei uns einen Verbreitungsschwerpunkt hat und in Niedersachsen in ihrem Bestand gefährdet ist.“ Im Projektgebiet, den Nebengewässern der Aller, sollen beispielsweise Kiesbänke, flach abfallende Gewässerabschnitte (sogenannte Rauschen) und strömungsarme Flachwasserzonen angelegt werden. Durch den Einbau von Totholz und neu zu schaffende, landwirtschaftlich ungenutzte Randstreifen wird die Eigendynamik der Flüsse zusätzlich gefördert. Die Entwicklung, Pflege und Erhaltung von barbenfreundlichen Gewässern wird in Kooperation mit den Gewässerunterhaltungsverbänden und den örtlichen Angelvereinen angestoßen.

 

Die Umsetzung der Maßnahmen wird von einer intensiven Kommunikations- und Bildungsarbeit begleitet, mit dem Ziel, das Bewusstsein für die heimischen Fischarten sowie für die Bedeutung und Entwicklung naturnaher Fließgewässer zu verbessern.

 

Das Projekt mit dem Titel „Artenvielfalt in der Aller – Neue Lebensräume für die Barbe. Erhaltung und Entwicklung der Barbenpopulation im südöstlichen Niedersachsen“ wird von Oktober 2018 bis September 2024 vom Verein „Aktion Fischotterschutz“ durchgeführt.

 

Neben der Förderung des Bundesumweltministeriums werden Drittmittel durch das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz bereitgestellt.

 

Projekt-Streckbrief unter: http://bit.ly/barbebfn

 

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.

 

Weitere Informationen zum Bundesprogramm:

www.biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm.html

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Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Wettbewerb

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