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17. Mai 2021

 

Auf den Spuren der Fischotter

 

Deutsche Wildtier Stiftung: So wird man ein „Otter-Spotter“

 

Hamburg. Niemand weiß genau, wie viele Fischotter es in Deutschland gibt. Fest steht: Der Bestand ist bundesweit gefährdet. Otternachweise sind sehr selten. Wer einen Fischotter in freier Wildbahn zu Gesicht bekommt, kann sich glücklich schätzen. Doch wie erkennt man eine Otterspur? Das ist keine leichte Aufgabe, denn je nach Gangart hinterlässt ein Otter unterschiedliche Trittbilder. Bis zu 20 verschiedene Abdrücke sind bekannt. Wie man dem scheuen Wassermarder auf die Spur kommt, erklärt Michael Tetzlaff, Wildtier-Experte der Deutschen Wildtier Stiftung in Klepelshagen.

 

„Wer Fischotterspuren entdecken möchte, muss dort suchen, wo der Otter sich wohlfühlt“, sagt Tetzlaff. Otter brauchen Gewässer mit hoher Wasserqualität und Uferränder, die mit Gras, Schilf und Gehölzen bewachsen sind. Seichte Stellen an Flussufern, Bachläufen, Teichen und Wassergräben sind für Otter perfekt. An Nord- oder Ostsee dagegen sind die Säugetiere kaum noch zu entdecken.

 

Der Fischotter gräbt am Uferrand unter Wasser seinen Bau. Er liebt Schlupfmöglichkeiten im Wurzelwerk, in Totholz und Schilfröhricht, die er als Ruheplatz nutzt. Wissenschaftler weisen Otter vor allem durch dessen Hinterlassenschaften entlang der Gewässerufer nach. „Man kann ein Ottervorkommen vor allem unter Brücken bestätigen, aber nur wenn dort Uferstreifen zwischen den Brückenpfeilern vorhanden sind“, erläutert Tetzlaff. „Hier markieren Fischotter mit einem Analdrüsensekret ihr Revier.“ Der Duft dieser Ausscheidung gilt als unverwechselbar. Er wird als blumig-süßlich mit einer tranigen Note beschrieben. Manchmal findet man aber auch Losung, die durch den ebenfalls typischen Geruch und die Reste von Fischen und anderen Wirbeltieren dem Otter zuzuordnen sind.

 

"Das ideale Wetter für Otter-Spotter ist nassfeucht. Dann lassen sich die Otterspuren in der Erde gut erkennen“, sagt Michael Tetzlaff. Der Fußabdruck eines Otters – das sogenannte Trittsiegel – ist je nach Größe des Tieres etwa sieben Zentimeter lang und an der breitesten Stelle in der Mitte rund 5,5 cm breit. Die „Brante“ - so nennen Experten die Pfote -  hat neben einem Ballen an der „Ferse“ einen größeren Mittelballen. Otterspuren sind breit und nahezu quadratisch. Manchmal erkennt man sogar die Abdrücke der Schwimmhäute, die zwischen den Zehen liegen. Auch das Nachschleifen der Rute ist häufig auf dem Boden erkennbar und ist charakteristisch für Fischotter.

 

Wer als Otter-Spotter unterwegs ist, sollte Lupe, Zollstock und ein Smartphone für den Fotonachweis bereithalten. Tetzlaffs Tipp: "Im Internet lassen sich die gefundenen Abdrücke vergleichen und besser identifizieren". Die Tageszeit ist für einen Otter-Ausflug nicht entscheidend. Bei Sturm verkriechen sich Otter allerdings meist in ihren Unterschlupf. „Man sollte allein auf die Suche gehen, denn Otter sind scheu und verstecken sich sofort, wenn sie Menschen wittern“, rät der Wildtierexperte der Deutschen Wildtier Stiftung.

 

Otternachweise sind für den Natur- und Artenschutz wertvoll, um die Verbreitungsentwicklung des Tier des Jahres 2021 zu dokumentieren. „Wir sind auf Sichtungen von Artenschützern und Wildtierfreunden angewiesen“, betont Tetzlaff. Auch für die Beurteilung des Zustands eines Gewässers sind die Beobachtungen sinnvoll: „Wo sie auftauchen, ist die Wasserqualität noch in Ordnung.“ Otter-Sichtungen können auf der Internetseite der „Aktion Fischotterschutz e. V.“ unter www.otterspotter.de eingegeben und erfasst werden.

 

 

Quelle: Deutsche Wildtier Stiftung
 

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TV-Tipps

ZDFinfo-Dokumentation 

Die sieben geheimen Atompläne der DDR | 14. Juni  | 20.15 Uhr 

© ZDF/Kristof Kannegießer

Die Doku unternimmt eine Zeitreise in die Ära des Wettrüstens und die An-fänge der Atomenergie. In Deutschland startete der Wettlauf um das erste Kernkraftwerk. Für Ost und West sollte es der Aufbruch in ein neues Zeitalter sein und für die DDR die Lösung ihres Energieproblems darstellen. Filmautor Matthias Hoferichter geht der Frage nach, welche geheimen Pläne die DDR in der Atomforschung verfolgte und welche Auswirkungen sie bis heute hat. Dafür beleuchtet er auch die ehema-ligen Kernkraftwerke Lubmin und Stendal und das Endlager Morsleben.

© ZDF/Kristof Kannegießer

Gesprächspartner*innen sind unter anderem der Wirtschaftshistoriker Rainer Karlsch, der damalige Bundes-umweltminister Klaus Töpfer, Marlies Philipp aus dem früheren Werkstoff-prüflabor des KKW Lubmin, der Experimentalphysiker Horst-Dieter Giera, der ehemalige Leiter des Strahlenschutz Endlagers Morsleben Hartmut Schulze, Dieter Zeppe vom Amt Atomsicherheit und Strahlenschutz der DDR und der damalige leitende Bauingenieur des KKW Stendal Horst Paulus. 

Ab 10. Juni in der ZDFinfo-Mediathek 

© ZDF/Kristof Kannegießer

Servus TV Deutschland

Orang-Utans – Alarmstufe Rot

in der Reihe Terra Mater
Mittwoch, 7. Juli, 20:15 Uhr
Orang-Utan Weibchen hinter Gittern im Pata Zoo in Bangkok, Thailand © Terra Mater / Aaron Gekoski

Das lustige Selfie mit einem niedlichen Orang-Utan, ein scheinbar harmloses Erinnerungsfoto an den Südostasien-Urlaub. Was die wenigsten ahnen: Dahinter steckt oft ein knallhartes Geschäftsmodell krimineller Tier-
händler und unsägliches Leid für die Menschenaffen. Der renommierte Umweltfotograf Aaron Gekoski begibt sich für diese bewegende “Terra Mater“-Dokumentation auf die Spur der illegalen Netzwerke. Mehr Infos

Wunderwelt Wiese
Fotowettbewerb des LIFE-Projekts gestartet – Mitmachen lohnt sich
 
Was lebt auf und von der Wiese? Mit diesem Thema sollen sich Hobby- und Profifotografen ab sofort für den Foto-wettbewerb „WiesenLEBEN“ des LIFE-Projekts Rhöner Bergwiesen auseinan-dersetzen. Gesucht werden Aufnahmen von großen und kleinen tierischen Be-wohnern, von Blumen, Blüten, Kräutern und Gräsern, die alle zusammen einen ganz eigenen Mikrokosmos bilden.
Küchenschellen Nüsttal © Kristine Schmitt
Teilnahmebedingungen und weitere Hinweise für die Teilnahme abrufbar unter www.rhoener-bergwiesen.de.
Expedition Erdreich
© BMBF/ExpeditionErdreich
 
Deutschland buddelt – mit Teebeuteln den Boden erforschen
 
Expedition Erdreich ist die bundesweite Citizen-Science-Aktion im Wissen-schaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie. Jeder und jede kann sich daran beteili-gen, um Daten über die Bodengesund-heit und den Zustand der Böden zu sammeln – ganz einfach mit Tee-beuteln. Grundlage für die Aktion
ist der sogenannte Tea-Bag-Index, der die Zersetzungsrate der Teebeutel im Boden beschreibt. Zusammen mit einigen weiteren Angaben können die Bürgerwissenschaftler/-innen so mehr
über die wichtigsten Bodeneigen-schaften herausfinden und dazu bei-tragen, unsere Böden in Zukunft gewinnbringender und nachhaltiger zu nutzen. Start der Aktion ist im April 2021. Weitere Informationen gibt es unter expedition-erdreich.de.

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Aktualisiert am:

14. Juni 2021

 

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