Aktuell Informativ Meinungsbildend NATUR UND UMWELT
AktuellInformativMeinungsbildend  NATUR UND UMWELT

26. März 2020 | Der Weißstorch

 

Eleganter Segelflieger und erbitterter Revierkämpfer

Rodenbach. Die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA) setzt sich seit langemfür den Erhalt großflächiger Feuchtwiesen und Auen ein. So auch indem 48 Hektar großen Naturschutz-gebiet Röhrig von Rodenbach. Hier wurden vor etlichen Jahren Maßnahmen zur Vergrößerung und Pflege  eines  Nahrungstümpels  durchgeführt  und  2012 einmarodesStorchennestin  Stand  gesetzt. Am 16. März 2020 unternahmen die Mitarbeiter*innender GNA eine Besichtigung der Flächen und beobachteten zahlreiche Weißstörche.

 

„Wow“, sagt die derzeitige Praktikantin, „Soetwas habe ich noch nie gesehen!“. Und auch die beiden erfahrenen  Naturschützer Susanne Hufmann  und Günter Könitzer  sind  beeindruckt von  dem  Schauspiel, das sich ihnen bietet.Um ein einziges Storchennest im Rodenbacher Naturschutzgebiet, das aber schon besetzt ist, kreisen mehr als zehn Weißstörche. Immer wieder fliegen die Kontrahenten das Männchen an und versuchen, es zu vertreiben. Dabei fahren sie im Flug ihre Füße aus und streifen es. Und immer wieder folgt darauf aufgeregt Geklapper des Nestverteidigers.

 

Die Weißstörche  sind  gerade  erst über  die Westroute  aus  Afrika zurückgekommen.  Sie  nutzen  dabei die Thermik, um im energiesparenden Segelflug weite Strecken bewältigen zu können. Täglich fliegen sie 150 bis 200km und erreichen über die Straße von Gibraltar Europa. Die Zugvögel sind  ihrem  Nistplatz  sehr  treu.  In  der  Regel treffen  sich Männchen  und  Weibchen,  die schon im Vorjahr erfolgreich zusammen brüteten, wieder am gleichen Nest. Es ist aber auch möglich, dass sich das Männchen, welches zuerst am Brutstandort eintrifft, mit einer neuen Weißstorch-Dame verpaart. Unter den Rückkehrer kann es während dieser Zeit heftige Revierkämpfe geben, die oft blutig -aber kaum tödlich- enden. Haben sich zwei Weißstörche gefunden, wird das Nest gemeinsam ausgebessert: Jedes Jahr wird eine neue Schicht aufgebaut, sodass solche Nester enorm hoch und bis zu 2 Tonnen schwer werden können!  Das  Paar  begrüßt  sich mit  lautem Geklapper,  weshalb  der  Weißstorch  auch als Klapperstorch bekannt ist. Klappern ist neben gelegentlichem Fauchen seine einzige Lautäußerung. Auch im Pappelwäldchen von Rodenbach konnte das GNA-Team fünf besetzte Storchennester zählen.Überall wurde fleißig Nistmaterial gesammelt und verbaut.Insgesamt gibt es derzeit 12 besetzte Nester allein in Niederrodenbach.

 

Weißstörche sind Nahrungsopportunisten.Das bedeutet, sie fressen,was sie gerade bekommen können. Zur Zeit  ihrer  Heimkehr  von  Februar  bis  März -heutzutage immer  öfter auch  schon im  Januar- finden  sie  noch keine  Frösche oder  andere  Amphibien,  weshalb  sie  sich mit  anderen  Kleintieren  wie Mäusen und Würmern zufriedengeben. Ein Weißstorch  benötigt  etwa  500g  Futter  täglich. Anders sieht  es  aus,  wenn Anfang  April die  Küken schlüpfen:  Ein  Storchenpaar  mit vier Küken  muss  täglich mehr  als  fünf Kilogramm Futter  ins  Nest  bringen,  um  diese  satt  zu  kriegen. Im  offenen  Feuchtland kommt es deshalb häufig vor, dass Störche auch Eier oder Küken seltener Wiesenbrüter wie dem Kiebitz erbeuten.Die Bestände der Weißstörche haben sich heutzutage wieder erholt, sodass besetzte Nester, wie auch hier  in  Rodenbach,  zum  Glück  keine  Seltenheit  mehr  sind.  Im  Jahr  1988  war  der  Tiefpunkt  der  Storchenpopulation  erreicht –in  einer  Bestandszählung wurden  bundesweit  wenigerals  3.000  Brutpaare gezählt. 2017 wurden in Deutschland wieder ca. 6.000 Brutpaare beobachtet (NABU). 

Deshalb  ist  die  Freude,  auch  auf  Seiten  der  GNA,  umso  größer,  wenn  in  den  nächsten  Monaten  mit anzusehen ist, wie die Küken größer werden, ihre ersten Flugübungen unternehmen und dann im August  noch  vor  ihren  Eltern das  Nest  verlassen,um die  lange  Reise  Richtung  Afrika  anzutreten. „Allerdings  ist  anzumerken,  dass  in  der  Rodenbacher  Aue  und  Umgebung  derart  viele  Störche  gesichtet werden,  dass  man vielleicht  schon von  einer zu  großen  Population  sprechen muss.  All  diese  Störche sind auf Nahrung angewiesen, die sie vor allem aus der Aue  beziehen.“,berichtet Susanne Hufmann.

Darunter  sind viele gefährdete Amphibien wie  der  Laubfrosch  und  die  Gelbbauchunke.  Diesen  Arten wurde es in den letzten Jahren –unter anderem durch die Arbeit der GNA -überhaupt erst ermöglicht,sich wieder anzusiedeln.

 

Ihr Interesse an Weißstörchen ist geweckt?

Dann sind Sie -vorbehaltlich der weiteren Entwicklungen in der Corona-Krise -herzlich eingeladen zur Exkursion „Die Reise der Störche“ am Mittwoch, den 17. Juni von 18.00 bis 19.30 Uhr. Dort berichten Susanne Hufmannund Günter Könitzer über das außergewöhnliche Zugverhalten und das Familienleben in Rodenbacher Storchennestern. Treffpunkt ist der Parkplatz beim Landhof Schmidt in Niederrodenbach.Die GNA erhebt einen Kostenbeitrag von 4Euro pro Person, die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen ist kostenlos.

Die Einnahmen kommen ausschließlich den Auenschutzprojekten der GNA zu gute.

 

Nähere Informationen und ggf. Änderungen entnehmen Sie der Internetseite www.gna-aue.de.

 

Zur Unterstützung ihrer wichtigen Naturschutzarbeit bittet die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung um Spenden auf das Konto

IBAN: DE 75 5066 3699 0001 0708 00 bei der Raiffeisenbank Rodenbach (BIC: GENODEF1RDB). Als gemeinnützige Naturschutzorganisation ist die GNA zur Ausstellung von Spendenbescheinigungen zwecks Vorlage beim Finanzamt berechtigt.

 

 

Quelle: GNA

ANZEIGE

Ideale Osterlektüre

Wandern im Geiste und
lokalen Handel stärken
 
Derzeit sind Wanderreisen nicht mög-lich. „Im Geiste“ dagegen sind sie eine bunte Abwechslung im grauen Corona-Alltag. Wer dabei auf den schönsten Wegen Deutschlands wandeln will, sollte sich den Bildband „Wanderbares Deutschland“ besorgen. Das fulminante Werk mit packenden Fotos bietet neben tollen Beschreibungen der Wege auch jede Menge Informationen zum Thema Kulinarik. Das weckt Wandersehnsucht.
 

TV Tipps

© Terra Mater / Nat Geo / Herbert Oswald

Terra Mater: Giraffen - Giganten hautnah

8. April | 20:15 Uhr

ServusTV 

© Getty Images / 500px Prime / Yuri Golovkin

Deutsche TV - Premiere

Terra Mater: Der Plattensee - Ungarns Wasserwildnis

15. April | 20:15 Uhr

ServusTV

© Terra Mater / River Road Films / Jon Groves

Terra Mater: Die Prärie - Rückkehr der Wildnis

22. April | 20:15 Uhr

ServusTV

© Terra Mater / ThirteenWNET / Mark Carroll

Terra Mater: Wunderwesen Schmetterling 

29. April | 20:15 Uhr

ServusTV

Kino - Tipp

The Great Green Wall 

Anlässlich des 50. Jubiläum des Earth Days - Der Dokumentarfilm erzählt von einem der ehrgeizigsten Klimaprojekte der Welt: Quer über den afrikanischen Kontinent wird ein 8.000 Kilometer langer Gürtel aus Bäumen gepflanzt, der die Ausbreitung der Wüste aufhalten und Millionen von Menschen Nahrung, Arbeitsplätze und eine Zukunft bringen soll. 

The Great Green Wall setzt ein hoffnungsvolles Zeichen für Umwelt-rettung und gelebte Nachhaltigkeit.

Hier geht's zum Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=gCl05qDDacc

ANZEIGE

WERBUNG bei NATUR Online

50 € pro Monat

Vertragsdauer frei wählbar!

 

Sprechen Sie uns an!

ANZEIGE

Veranstaltungen

Tagung "Luchsspur 15" 

6. Juni 2020 in Wetzlar 

Eine Fortbildung für hessische Luchsbeauftragte, die für alle Interessierten geöffnet ist.

Anmeldung Luchsspuren 15.pdf
PDF-Dokument [149.4 KB]
Datenschutz-Info.pdf
PDF-Dokument [89.3 KB]

Informationen zu weiteren Veranstaltungsangebot der NAH finden Sie über http://www.na-hessen.de.

 

Botanische Exkursionen 

Von Mai - Oktober 2020 in ausge-wählte (Schutz-)Gebiete Hessens

Kostenfrei für alle Interessierten. Anmeldung erforderlich. 

Anmeldung botanische Exkursion.pdf
PDF-Dokument [308.9 KB]

15. Kranichwoche 

Nationalpark Unteres Odertal

2. - 11. Oktober 2020 

 
123 Veranstaltungen locken in den Nationalpark Hainich
 
MITMACHEN bei geführten Themen-wanderungen, Forschertagen, Kinder-veranstaltungen, meditativen Exkur-sionen und vielem mehr
Mehr Informationen
Pressemitteilung Hainich.pdf
PDF-Dokument [142.7 KB]

Echte Gastlichkeit im Naturpark Südschwarzwald

Mit der VHS Geschichte, Kultur und Natur erleben

 

(c) Kees van Surksum | Kurverwaltung Wangerooge

Nationalpark-Haus Wangerooge 

Programm 2020 ist da! Bei zahlreichen spannenden Veranstaltungen lässt sich die Insel Wangerooge unter natur-kundlichen Aspekten entdecken.

Das Programm ist  in gedruckter Form oder auf www.nationalparkhaus-wangerooge.de als PDF erhältlich.

Naturpark Spessart

Länderübergreifendes Veranstal-tungsprogramm 2020 ab sofort kostenlos erhältlich oder online unter www.naturpark-spessart.de

Waldwildnis im Nationalpark Harz | Foto Oliver Kox

Nationalpark Harz

1000 Termine & Veranstaltungen 

Das Naturerlebnis-Programm 2020
des Nationalparks Harz ab sofort unter  www.nationalpark-harz.de 

 

Für Naturbegeisterte gibt es  mit  den Nationalpark-Rangern, Förstern und  Mitarbeitern der Nationalparkhäuser zu allen Jahreszeiten viel zu entdecken. Auerhuhn- und Borkenkäfer-Sprech-stunde, Luchsfütterungen, Fledermaus-Exkursion, Vorträge, z.B. zum Vogel des Jahres, Tierspurensuche oder ein Naturerlebnis für die ganze Familie.

Naturpark Schwalm-Nette

Informationen zu den aktuellen Veranstaltungen und zur Anmeldung finden Sie hier.

Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Informationen zu den aktuellen Veranstaltungen und zur Anmeldung finden Sie hier.

Mit WaldWissen raus in den Wald
Die Wald-Exkursion auf Europas größtes Vulkan-massiv, den Vogelsberg
Windkraft – Wasser - Wiederbewaldung
 
21. - 23. Mai 2020, Vogelsberg
Der Vogelsberg ist nicht nur ein er-loschener Vulkan. Er ist auch ein besonderer Lebensraum und ein großes zusammenhängendes Wald-gebiet. Doch dieser Naturraum ist auch geprägt von menschlichen Eingriffen in den Wald durch Windräder und Was-sergewinnungsanlagen für die Rhein-Main-Region. Und auch hier, in der Idylle, ist der Klimawandel angekom-men und hinterlässt gravierende Waldschäden. Naturschutz spielt eine große Rolle auf dem Vulkan, genauso wie der sanfte Tourismus.
Programm & Anmeldung
N044_2020_WaldWissenExkursion Vogelsber[...]
PDF-Dokument [173.6 KB]

NATUR Online 

Redaktion NATUR Online

Mühlstraße 11 | D - 63517 Rodenbach
Telefon: 06184 –  99 33 797

magazin@natur-online.info

Spenden erwünscht

NATUR Online wird von der GNA e.V. herausgegeben. Dazu benötigen wir Ihre Unterstützung u.a. in Form von Spenden. Spenden an die gemein-nützige GNA sind steuerlich absetzbar. 

Raiffeisenbank Rodenbach

IBAN DE75 5066 3699 0001 0708 00
BIC    GENODEF1RDB

Stichwort: NATUR Online

Herzlichen Dank!

Hinweis in eigener Sache:

Soweit nicht anders angegeben, verwenden wir Fotos von pixabay.com.

Letzte Aktualisierung:

6. April 2020

 

Besucher*innen:

Sie haben einen Adblocker installiert. Diese Web App kann nur mit einem deaktivierten Adblocker korrekt angezeigt und konfiguriert werden.
Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Copyright 2013 - 2018 Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung e.V.