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18. November 2019 | Vogelschutz

 

Vögel füttern im Herbst und Winter

 

NABU Hessen zur fachgerechten Winterfütterung und vogelfreundlichen Gärten

 

Wetzlar – Spätestens, wenn es draußen ungemütlich wird und die Nachttemperaturen in die Minusgrade absinken, beginnen viele Menschen damit, die Vögel in ihren Gärten zu füttern. Der NABU Hessen rät, den gefiederten Freunden hauptsächlich dann zusätzliche Nahrung anzubieten, wenn der Boden gefroren ist oder eine geschlossene Schneedecke liegt. Bei Frost und Schnee sei es für Vögel schwierig, ausreichend Nahrung zu finden. „Mit attraktivem, gesundem Futter und mehreren, sauberen Futterplätzen locken wir eine Vielzahl an heimischen Vögeln in den Garten. Damit schaffen wir ein spannendes Naturerlebnis für Groß und Klein direkt vor unserer Haustür“, erklärt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Vögel beobachten ist wie ein kleiner Rätselkrimi: Wer lässt sich heute blicken? Ist ein neuer Besucher dabei? Insbesondere Kinder sind regelrecht begeistert, wenn sich neben Spatz, Blau- und Kohlmeise auch seltenere Gäste wie Erlenzeisige oder Gimpel bedienen – und sie diese auch erkennen.

 

Angesichts des zunehmenden Vogelschwunds möchten viele Menschen Vögeln bei der Futtersuche helfen, damit sie gut durch den Winter kommen. Allerdings erreicht die Fütterung am Vogelhaus weniger als zehn Prozent der heimischen Brutvogelarten. Vor allem Körnerfresser nutzen das Angebot. Optimal wäre es daher, für alle Vögel Natur- und Kulturräume zu schaffen und zu erhalten, in denen sie das ganze Jahr über satt werden. Einen solchen Beitrag liefern etwa Stoppeläcker, auf denen Restkörner liegen bleiben, oder Altgrasbestände und Wegränder, die nicht abgemäht wurden, sowie naturnahe Gärten.

 

In vielfältigen Gärten finden Vögel schmackhafte Sämereien und Beeren. Zu den vogelfreundlichen Sträuchern gehören Haselnuss, Holunder, Liguster, Schneeball oder Weißdorn. Die Früchte des heimischen Weißdorns schmecken 32 Vogelarten, die des Schwarzen Holunder fressen sogar über 60 Vogelarten. „Wer im Hausgarten auf heimische, Beeren tragende Sträucher setzt, unterstützt die heimische Vogelwelt“, fasst Eppler zusammen. Einige Gräser, Blumen und Getreidesorten wie Distel, Vogelmiere und Mohn bieten kleine Samen- und Fruchtstände, die manchem Vogel schmecken. Wer Sonnenblumen nach dem Blühen stehen lässt, lockt Körnerfresser wie Buch- und Grünfink an.

 

Welches Futter schmeckt welchem Vogel?

Mit Körnerfutter lassen sich gezielt Buchfink, Dompfaff und Spatz an das Futtersilo anlocken. Weichfutterfressern wie Amsel, Rotkehlchen oder Heckenbraunelle kann man mit Haferflocken, Obststücken, Rosinen oder getrockneten Wildbeeren die harte Zeit erleichtern. In kleinen Holzgestellen lassen sich zum Beispiel Äpfel feststecken. Für Allesfresser wie Meisen sind die bekannten Meisenknödel (bitte ohne Plastiknetz) oder Meisenringe sowie Drahtbehälter mit Erdnüssen das richtige Angebot. „Besonderes Augenmerk sollte auf die Herkunft der Sämereien gelegt werden“, betont Eppler. „Billige Futtermischungen sind oft mit Samen der Allergie auslösenden Ambrosie oder anderen nicht erwünschten Pflanzen verunreinigt.“ Der NABU appelliert an Vogelfreunde, keine Speisereste zu verfüttern, da sie für Vögel in der Regel nicht bekömmlich sind. Besonders problematisch seien gesalzene Speisen.

 

Unbedingt auf Sauberkeit achten!

Für die Fütterung ist ein so genanntes Futtersilo am sinnvollsten, weil darin das Futter vor Nässe und Witterungseinflüssen geschützt ist. Außerdem schützt ein Silo das Futter auch besser vor Verunreinigung durch Vogelkot als offene Futterhäuser. Durch den Kot können leicht Vogelkrankheiten von einem zum anderen Tier übertragen werden. Daher ist Sauberkeit sehr wichtig: Alle Futtergeräte sollten regelmäßig gereinigt und das Futter auf Schimmel überprüft werden. „Eine Großkantine für Vögel birgt stets das Risiko, dass sich Krankheitskeime ausbreiten können. Anstelle von großen Futterhäuschen sollten lieber Futterröhren mit nachrutschendem Futter, Fettblockhalter und andere, kleinere Futtergeräte genutzt werden“, sagt Eppler. Wer immer nur Tagesrationen anbietet, ist auf der sicheren Seite. Für Meisenknödel gibt es spezielle Metallhalter. Damit kann auf die in Plastiknetze verpackten Knödel verzichtet werden, in denen sich die Tiere verfangen können. Spezielle Bodenfutterspender sind für Amseln, Drosseln und Rotkehlchen attraktiv, die gerne am Boden fressen. Wer Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie offen am Boden anbietet, sollte darauf achten, dass die Futterstelle trocken bleibt und sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen können.

 

NABU: Vier goldene Regeln zur Winterfütterung:

1. Keine Speisereste, kein Brot, verdorbenes Futter oder gesalzene Speisen wie Nüsse anbieten

2. Kleine Futterspender sind besser als große und Futtersilos besser als offene Vogelhäuschen oder Futterbretter

3. Geeignet sind energiereiche Samen und Nüsse, Hafer, Maisflocken, Sonnenblumenkerne, feinere Sämereien, Hirse, Fettfuttergemische, Obst und Rosinen

4. Bodenfutterstellen trocken aufstellen oder extra Bodenfutterspender nutzen. An einem übersichtlichen Ort platzieren, damit sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen können

 

Mitmachen bei der „Stunde der Wintervögel“

Die NABU-Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel vom 10. bis 12. Januar 2020 bietet deutschlandweit eine tolle Gelegenheit, sich mit den heimischen Vögeln am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park vertraut zu machen. Wer die Vögel erkennt, kann sie dort eine Stunde lang zählen und das Ergebnis dem NABU melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und weit verbreitete Vogelarten des Siedlungsraums, wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Bei einer Exkursion mit dem NABU erhalten Interessierte Infos über Lebensweise, Gefährdungen und Schutz unserer heimischen Vogelwelt.

 

Mehr zum Thema

  1. NABU Tipps zur Winterfütterung
  2. Natürliche Futterquellen im Garten schaffen
  3. Vogelfütterung: Das Für und Wider
  4. Die 35 häufigsten Wintervögel auf einen Blick oder einfach mit der NABU App „Vogelwelt“ bestimmen
  5. Informationen zur Stunde der Wintervögel

 

 

Quelle: NABU LV Hessen

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