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23. Juni 2020 | Schmetterlings-Zählung

 

Schmetterlingen im DBU Naturerbe auf der Spur

 

Tagfalter-Monitoring des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung erstmals in Schutzgebieten

 

Drei Brombeer-Zipfelfalter, fünf Rotklee-Bläulinge: Erstmals zählen Ehrenamtliche in diesem Jahr tagaktive Falter auf ausgewählten DBU-Naturerbeflächen. „Wir freuen uns, dass wir das Tagfalter-Monitoring auf sieben DBU-Naturerbeflächen unterstützen“, sagt Susanne Belting, Fachliche Leiterin der gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), dem DBU Naturerbe. Auch Elisabeth Kühn, Projektkoordinatorin des Tagfalter-Monitoring Deutschland vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) ist erfreut über die Zusammenarbeit: „Im Rahmen der Initiative sammeln Schmetterlingsexperten schon seit 2005 Daten zum Vorkommen der Tagfalter in Deutschland. Mit den Flächen des DBU Naturerbes ist dies erstmals in geschützten Landschaften möglich.“ Denn die Flächen sind als Teil des Nationalen Naturerbes dem Naturschutz gewidmet. Teilweise überschneiden sie sich mit Naturschutzgebieten und beherbergen europaweit geschützte Lebensräume wie seltene Heiden.

 

Freiwillige zählen erstmals in Schutzgebieten

„Nach einem Aufruf 2019 in dem Fachmagazin Oedippus haben wir für sieben DBU-Naturerbeflächen ehrenamtliche Zähler gefunden“, erklärt Lena Fitzner, wissenschaftliche Mitarbeiterin im DBU Naturerbe. Erstmals schwärmen Schmetterlingsexperten aus, um auf den DBU-Naturerbeflächen Rüthnicker Heide in Brandenburg, Oranienbaumer Heide in Sachsen-Anhalt, Hartmansdorfer Forst in Sachsen sowie Frauenholz, Hainberg, Reiterswiesen und Tennenlohe in Bayern Tagfalter entlang der Wege zu zählen. Im ersten Schritt haben sie die sogenannten Transekte festgelegt: Genormte Strecken von etwa 500 Metern Länge, eingeteilt in Abschnitte von 50 Metern. Entlang dieser markierten Routen in der Natur erfolge die Zählung in regelmäßigen Zeitabschnitten bis in den September hinein. „Uns war es wichtig, dass wir die Transekte gemeinsam mit den ortskundigen Schmetterlingskennern auswählen. Mögliche Lieblingsplätze der Zähler sollten natürlich dabei sein – beispielsweise Orte, an denen sie schon 2 besondere Falter entdeckt haben“, so Fitzner. Die Zählabschnitte beinhalten offene Landschaften wie Heiden und Wiesen, aber auch Säume und Übergangsbereiche zum Wald.

 

Zählen bei optimalem Wetter

Nicht zu windig und nicht zu kalt soll es bei der Aufnahme der Daten sein. „Die Vorgaben des UFZ müssen beachtet werden“, betont Fitzner. „Unter 13 Grad Celsius darf beispielsweise nicht gezählt werden. Denn bei Wind, Regen und Kälte verstecken sich die Falter unter schützenden Blättern und Ästen.“ Wenn das Wetter mitspielt und die Genehmigungen der Naturschutzbehörden alle vorliegen, kann es losgehen: Innerhalb von fünf Minuten laufen die Ehrenamtlichen 50 Meter Strecken ab und bestimmen dabei die Schmetterlinge, die sie in zweieinhalb Metern links und rechts der Wege entdecken. Ausgerüstet mit einem speziellen Kescher und einem Glas mit eingebauter Lupe dürfen sie die Falter im Ausnahmefall auch kurzzeitig fangen. Meist können die Experten die Artzugehörigkeit jedoch schon auf Sicht bestimmen. Auch die Anzahl soll notiert werden.

 

Schmetterlingszählung auch in kommenden Jahren

Die Zählungen wolle das DBU Naturerbe auch in den kommenden Jahren fortführen, möglicherweise werden weitere Flächen hinzukommen. Für dieses Jahr sei jedoch die maximale Anzahl an Flächen und freiwilligen Helfern erreicht. Die DBU-Koordinatorin des Tagfalter-Monitorings freut sich auf die Ergebnisse: „Nachdem das UFZ die Daten gesammelt und ausgewertet hat, bekommen wir sie zur Verfügung gestellt. Wir sind gespannt, welche Arten die Ehrenamtlichen auf den Wiesen, Heiden, Mooren oder den Übergangsbereichen zum Wald der DBU-Naturerbeflächen finden und wie sich ihr Vorkommen entwickeln wird“, so Fitzner.

 

Quelle: DBU

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