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21. Februar 2022

 

Massensterben in der Tundra
 

Bestandszählung in Russland: Weltweit größte Rentier-Population hat sich halbiert / Wilderei und Klimawandel bedrohen die Hirschart


 Berlin: Klimawandel und Wilderei setzen den letzten wildlebenden Rentieren immer massiver zu. Die weltweit größte Rentierpopulation, die russische Taimyr-Riesenherde, umfasste 2014 etwa 417.000 Exemplare. Neueste Zählungen, die mittels Flugzeugen vorgenommen wurden, zeigen: Es sind nur noch geschätzt 250.000 Tiere übrig.  Die Halbierung innerhalb von fünf Jahren zeigt eine Beschleunigung des dramatischen Abwärtstrends. Im Jahr 2000 zählte die Riesenherde noch eine Million Tiere.
 
„Wir werden Zeuge eines wahren Rentier-Massakers. Wilderer erlegen die Tiere im großen Stil. Die Nachfrage nach Rentierfleisch ist in den russischen Städten gewachsen. Zudem gelten die Zungen als Delikatessen. Stellenweise werden auch die Geweihe zu Pulver verarbeitet und als Heilmittel, etwa in China, vermarktet“, berichtet Eva Klebelsberg, Referentin für die Russische Arktis beim WWF Deutschland. Erschwerend kommt die Klimakrise hinzu. In der Vergangenheit konnten die Herden auf ihren Wanderungen im arktischen Frühjahr meist problemlos die zugefrorenen Flüsse überqueren. Zur Zeit der Kalbung sind die Flüsse inzwischen aber immer häufiger schon getaut und die neugeborenen Jungtiere müssen mehrere Kilometer Eiswasser durchschwimmen. Dabei sterben viele Kälber. Zudem lauern ausgerechnet bei den Flussüberquerungen Wilderer in Booten. Sie erschießen die Rentiere oder schneiden ihnen bei lebendigem Leib mit Motorsägen die Geweihe ab. „Nach einer Wilderer-Attacke verenden viele Tiere an ihren Verletzungen. Trächtige Rentierkühe können in Folge von Stress nach den Flussüberquerungen Fehlgeburten erleiden. Außerdem gibt es immer wieder Beobachtungen, dass Herden ihre Kälber sich selbst überlassen. Meist sterben die Jungtiere dann“, so Klebelsberg.
 
Das Klima erwärmt sich in der Arktis etwa zwei- bis dreimal schneller als im globalen Mittel. Klimatische Veränderungen, wie etwa mildere Arktis-Winter, sind eine Herausforderung für die Rentiere. Diese sind sehr gut an die tiefen Temperaturen der Arktis angepasst, höhere Jahresmitteltemperaturen schwächen sie hingegen. Laut WWF nehmen die Temperaturanomalien im Winter zu. Immer wieder gibt es Ausreißer über null Grad. Durch Regen entsteht dann eine Eiskruste auf der Vegetation, die die Rentiere, anders als etwa eine Schneedecke, bei ihrer Nahrungssuche gar nicht oder nur unter hohem Energieaufwand durchbrechen können. Sie finden weniger Nahrung. Manche verletzen sich bei diesem Versuch an der scharfkantigen Eiskruste. Durch kürzere Winter nehmen auch blutsaugende Insekten stark zu, die die Tiere sehr beeinträchtigen können. All dies schmälert die Überlebenschancen und es kann zu Massensterben kommen.
 
„Jagd auf die Rentiere gibt es schon lange, ohne dass die Population an sich gefährdet war. Doch seit einigen Jahren bemerken wir einen massiven Anstieg der Wilderei. In Kombination mit den extremen Umweltveränderungen durch die Klimakrise kann so eine Population sehr schnell verschwinden“, warnt Klebelsberg. „Umso größer und stabiler die Rentierpopulation ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Art an die massiven Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Heimat anpassen kann und überlebt.“  Neben einem ambitionierten Klimaschutz, der die globale Temperaturerhöhung auf maximal 1,5 Grad beschränkt braucht es auch vor Ort mehr Naturschutzmaßnahmen: „Der Klimawandel ist eine extreme Herausforderung für die arktischen Arten. Einige davon werden wir wohl verlieren. Wenn aber durch Wilderei und Zerstörung des Lebensraumes zusätzliche Bedrohungen entstehen und keine Rückzugsgebiete vorhanden sind, ist die gesamte arktische Artenvielfalt in Gefahr.“ Es braucht laut WWF mehr und besser vernetzte Schutzgebiete als Rückzugsorte. Im Fall der Taimyr-Rentiere ist  ein an Populationsentwicklungen und Habitat angepasstes Management nötig, Wilderei muss effektiv bekämpft und die riesigen Wanderrouten gesichert und langfristig erhalten werden.

 

Quelle: WWF

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Infos & Demos: klima-streik.org
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Bündnisklima-streik.org/infos/buendnis

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Wildpflanzen

Weil viele heimische Wildpflanzen nicht auffällig blühen, sind sie fast in Verges-senheit geraten – zu Unrecht! Flächen-verlust, Herbizide und Überdüngung machen ihnen zu schaffen. Umso schöner, wenn wir ihnen zum Come-back verhelfen  – mit Naturgärten. 

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Mittwoch, 28. Sept. | 20:15 Uhr  Yellowstone – Winterwildnis (2/2)
Terra Mater | Dokumentation
 
Der zweite Teil der Dokumentation zeigt, wie sich Dickhornschaf, Wolf, Bison, Biber und Flussotter den Herausforderungen und Härten der Natur von den ersten trüben Herbst-tagen bis zu den letzten eiskalten Winterwochen stellen müssen.
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Dokumentation
 
Löwen und Hyänen auf dem Prüfstand: Wer ist klüger, wer ist sozialer? Und wer erkennt schneller, dass Zusam-menarbeit der Schlüssel zum Erfolg sein kann? Mit Hilfe verschiedenster Experimente, analysieren „Löwen-flüsterer“ Kevin Richardson und inter-nationale Wissenschaftler das Verha-lten der Tiere in unterschiedlichen Situationen.
Mittwoch, 12. Oktober | 20:15 Uhr Terra Mater: Die Raubtier-Challenge – Gemeinsam zum Erfolg (2/2)
Dokumentation
 
Der zweite Teil der Raubtier-Doku handelt von der Cleverness und sozialen Fähigkeiten von Löwen und Hyänen. „Es geht nicht darum, wer hier gescheiter ist – ein Löwe, oder eine Hyäne. Es geht darum, dass beide auf ihre eigene Art und Weise clever sind“, so Wildtierexperte Richardson.

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Natur in der Stadt
Doppelte Innenentwicklung oder ein-fache Innenverdichtung? Harmoni-sierungsansätze insbesondere unter klimatischem Fokus

Im Fokus  stehen Beispiele aus der Praxis, die sowohl die Anforderungen des Natur- und Artenschutzes erfüllen als auch die ökologischen, stadtklima-tischen und gestalterischen Funktionen des Stadtgrüns sicherstellen.
 

28. September 2022 | Orangerie | Bessunger Str. 44 | 64285 Darmstadt.

 

Tagungsgebühr 80,00 € | Anmeldungen bis spätestens 14. September 2022
Programm & Anmeldung
Programm_Naturinder_Stadt_Darmstadt_28_0[...]
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Vorankündigung & Aufruf zu Beiträgen

56. Hessischer Floristentag

Dietzenbach

Tagung | 30. September 2022 

Exkursionen | 1. Oktober  2022 

 

Das Detailprogramm ist derzeit in der Entwicklung und bietet noch Raum für Vorträge. Die Veranstalter laden ein!
ANKÜNDIGUNG & Aufruf
N039 Floristentag 2022 _Ankündigung und [...]
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Buchtipps 

Verbreitungsatlas der Tagfalter und Widderchen Deutschlands

Wer Schmetterlinge schützen will, muss wissen, wo sie vorkommen. Die Fund-meldungen aus bestehenden Monito-ringprogrammen lagen bislang jedoch nur regional vor. Erstmals führt der Atlas die Verbreitungsdaten aller 184 heimischen Tagfalter- und der 24 Wid-derchenarten zu einem schlüssigen Bild ihrer Gesamtverbreitung zusammen und liefert so ein wirkungsvolles Instrument zu ihrem Schutz.

Ulmer Verlag, 2020. 432 Seiten, geb.
568  Farbfotos, 218 farbige Karten ISBN 978-3-8186-0557-5

Das Zeitalter der Städte

Die entscheidende Kraft im Anthropozän
S. Hirzel Verlag | Stuttgart | 344 Seiten ISBN 978-3-7776-3032-8

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Andreas Jaun

In der Stadt

Natur erleben – beobachten – verstehen | Naturführer-Reihe Band 5

Haupt Verlag | 1. Auflage 2012

ISBN 978-3-258-07718-5

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Klausnitzer, Max Ruckstuhl

Stadtfauna

600 Tierarten unserer Städte

Haupt Verlag | 1. Auflage 2012

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Die Königinnen der Pflanzen sind auf dem Rückzug. Sie vertragen keine Düngung, sind auf magere Kalkböden oder Feuchtgebiete angewiesen, müs-sen Aufforstungen, neuen Baugebieten oder Steinbrüchen weichen.  

ISBN: 9783754169124 | 156 Seiten

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Krautige Pflanzen
des Harz-Waldes

Schon früh wurde die heilende Wirkung vieler Kräuter erkannt. Die Pflanzen-medizin bestimmte über Jahrtausende die medizinischen Möglichkeiten der Menschen und noch heute werden zahlreiche Pflanzen und  Wirkstoffe zur medizinischen Behandlung eingesetzt.

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Softcover-Einband | 188 Seiten
Querformat von 17 x 22 cm
ISBN 978-3-7557-6138-9
23,99 Euro | E-Book  9,49 Euro

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23. September 2022

 

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